Kapverden -Hintergrund-Informationen zu Ebola

Letze Änderung: 11.08.2014

Ebola - Symtpome - Ansteckungsgefahr - Mortalität

Ebola - Virusaufbau
Ebola - Virusaufbau Quelle:(2)

Ebola ist ein Virale Hämorrhagische Fieber (VHF) und gehört zu den schwersten Infektionskrankheiten. 2 - 21 Tage nach der Ansteckung treten zunächst unspezifische Symptome auf: Fieber, Kopfschmerz, Muskelschmerz, Bindehautentzündung, Halsentzündung oder Übelkeit. Ab dem fünften Krankheitstag kann es zu Blutergüssen der Haut und zu Blutungen in inneren Organen oder aus Magen und Darm kommen. Der Patient ist jetzt schwerkrank; lebenswichtige Organe können versagen. Oft endet die Krankheit tödlich.

Ebola-Viren sind von Mensch zu Mensch übertragbar, vor allem durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten (Blut) von Kranken, die bereits Fieber haben. Sperma bleibt auch nach überstandener Erkrankung noch mehrere Wochen infektiös. Eine Übertragung z. B. durch Anhusten (Tröpfcheninfektion) konnte bisher nicht nachgewiesen werden.  (1)

Die bisher festgestellten Erkrankungen in Westafrika werden allesamt durch den besonders aggressiven Zaire-Stamm des Virus verursacht. Dessen Mortalität – das ist die Sterblichkeit an der Infektion – beträgt 60- 90%, während drei weitere humanpathogene ("auf den Menschen übergreifende" gsc) Ebola-Stämme nur eine Mortalität von 25- 60% aufweisen. (2)

Für Ebola existiert weder eine zugelassene Impfung noch eine spezielle Therapie.Die Virusinfektion, die mit schwerem Fieber und Blutungen einhergeht, verläuft schnell und endet in vielen Fällen tödlich. Eine Überlebenschance gibt es nur, wenn vor Ort alle Krankheitssymptome ausreichend bekämpft werden können.

Warum konnte sich Ebola in Westafrika immer weiter ausbreiten?

Die aktuell befallenen Regionen, nach dem Fact Sheet der CDC/USA
Die aktuell befallenen Regionen, nach dem Fact Sheet der CDC/USA

"Die Menschen in Westafrika sind ausgesprochen mobil. Grenzen sind sehr durchlässig, und die Leute reisen regelmäßig hin und her. Sie haben Familie auf beiden Seiten der Grenzen und fahren häufig zum Beispiel zu Märkten oder Bestattungen. Gerade Beerdigungen sind in Westafrika jedoch eine Hauptursache neuer Infektionen, denn dort ist es üblich, die Toten zu waschen und zu berühren. Da die Körper der Verstorbenen hochansteckend sind, wird das Virus auf diese Weise immer weiter verbreitet. Hinzu kommt, dass Ebola bislang in Westafrika nicht vorkam. Viele Menschen trauen den fremden Ärzten nicht und verstecken ihre Kranken. Es ist viel Aufklärungsarbeit nötig, damit sich die Menschen an die Ebola-Zentren wenden." (3)

Warum ist es so schwer, die Epidemie einzudämmen

Traditionelle und kulturelle Gründe ein nicht zu unterschätzendes Hindernis. "Die Bevölkerung vor Ort reagiert mit einer gewissen Voreingenommenheit auf die Helfer vor Ort, die in ihren Schutzanzügen kommen und ihnen die erkrankten Angehörigen wegnehmen, um sie zu isolieren." Da es sich um den ersten Ausbruch in dieser Region handele, sei die Verunsicherung unter der Bevölkerung groß. Viele würden mittlerweile Infizierte vor den Fremden verstecken. "So gelingt es allerdings nicht, den Infektionsherd einzudämmen", sagt Jakob Cramer, Leiter der Abteilung Klinische Forschung am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (7) im Stern (6)

Das Ebola-Risiko im internationalen Reiseverkehr

Die Ausbreitung des Ebola-Virus mittels Reisender (Touristen, medizinisches Hilfspersonal, o.ä.) ins Ausland wird als sehr gering eingestuft.

Es ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, so die Europäische Seuchenkontrollbehörde (ECDC), dass Europäer die sich vor Kurzem in den Risikogebieten aufgehalten haben, sich mit dem Virus infiziert haben könnten und derzeit – noch beschwerdefrei – in ihr Europäisches Heimatland zurückgereist sind. Sollte ein Verdacht bestehen, so ist sofort eine medizinische Abklärung erforderlich. Beschwerden die innerhalb von 3 Wochen nach Rückkehr aus einem Risikogebieten auftreten sollten ernst genommen und umgehend medizinisch untersucht werden.

Bei den bisherigen Ausbrüchen in Afrika wurde die Infektion vor allem in Krankenhäusern unter schlechten hygienischen Bedingungen übertragen. Infektionen außerhalb der Verbreitungsgebiete wurden bisher nur bei medizinischem Personal (bei der Behandlung Erkrankter) und bei Laborarbeiten (mit dem Virus oder mit infizierten Affen) beobachtet. Daher wird die Einschleppung des Virus ins europäische Ausland als sehr gering eingestuft. (4)

Ebola und Kapverden

Mit allen Mitteln will die kapverdianische Regierung ein Überschwappen der auf dem Afrianischen Festland grassierenden Ebóla-Epidemie auf die Kapverden verhindern. "Wir müssen nicht in Panik verfallen, aber die Gefahr ist real vorhanden" so Christiane Duarte - Gesundheitsministerin. Die Ministerin berichtet, dass schon seit März die Grenzpolizei Reisende aus den betroffenen Ländern sofort in Quarantäne stecke, wo Sie auf Krankheitssymptome beobachtet werden.

Die Ministerin appelliert an alle Immigrante aus diesen Ländern, nur in dringenden Notfällen in ihr Heimatland zu reisen und sich vor der Reise bei den Gesundheitsbehörden zu informieren. (5)

Weiterführende Artikel

Ebola - Infektionswege
us: Heinz Feldmann und Thomas W. Geisbert, Ebola haemorrhagic fever, in: Lancet, 2011, March 5; 377(9768): 849–862. doi:10.1016/S0140-6736(10)60667-8

Mehr als ein OutbreakEin wirklich lesenswerter Nutzerbeitrag in der Community der Wochenzeitung der Freitag - von Christoph Leusch (Frankfurt am Main - ‎Selbstständige Fachkraft im Bereich Medizin und Gesundheitswesen).

Mein Tipp, für alle die noch tiefer in die Materie einsteigen wollen. Mein Dank geht besonders an den Autor. Sein Beitrag vom 26.07.  half mir sehr meine schon vorbereiteten Schnipsel zu kompletieren. 

Mehr Bilder und weniger Text zum Blog "Columbus" auf der Online-Seite der Wochenzeitung "der Freitag" gibt es bei 
http://haendlerundheldenmbh.blogspot.de/