Allgemeine Literatur zu den Kapverdischen Inseln

Die Strandgängerin

Ursa Koch: Die Strandgängerin
Ursa Koch
Albas 2017

Die Strandgängerin erzählt von Amelie Wagner, einer Frau, die plötzlich erfährt, dass ihr Vater ein kapverdischer Hafenarbeiter war. Sie packt ihre Koffer, lebt fortan dort auf einer dieser Inseln vor Afrika, richtet sich ein Haus ein und macht sich auf die Suche nach Spuren ihres Vaters, ihrer Vergangenheit - aber auch auf die Suche nach einem neuen Leben.

In der Distanz zum europäischen "way of life" entdeckt sie neue Perspektiven. Und erlebt und genießt diesen Paradigmenwechsel, der sich da zwischen Haben und Sein ereignet, in vollen Zügen. Der Roman schildert ein turbulentes Jahr im Leben der Amelie Wagner. Wobei die Ich-Erzählerin vor Ort als aufmerksame Beobachterin auch die Kehrseiten dieser Insel-Idylle beschreibt, die Spuren von Kolonialismus, Sklavenhandel und Unterdrückung. So entsteht eine mehrschichtige Spurensuche - spannend, farbig und sinnenfreudig geschrieben.
Reutlinger Nachrichten / Südwestpresse

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Das Testament des Herrn Napomuceno

Germano Almeida
Das Testament des Herrn Napumoceno

Humorvoller Klassiker der Kapverdischen Literatur

Mit Ironie und Heiterkeit wird in einer Art Lebensbericht des honorigen Verstorbenen wie beiläufig ein Bild der ausklingenden kolonialen Welt von Mindelo gezeichnet, wunderbar komisch und sinnlich, ironisch und heiter zugleich. Der Roman war auch Vorlage für einen Spielfilm.

Das Testament des Herrn Napumoceno ist die Geschichte einer unerfüllten Liebe eines zu Wohlstand aufgestiegenen, distinguierten Kaufmannes. Aufgewachsen um die Jahrhundertwende in der Armut und Kargheit von Sao Nicolao kam er barfuss in die feine Gesellschaft von Mindelo, die damals von englischen Händlern geprägt war. Mit Schläue und einer guten Portion Glück brachte er es vom Laufburschen zu einem reichen Bürger.

Sein grösstes Geschäft machte er mit Regenschirmen. Gerade als er reklamieren wollte, (er hatte 1000 Sonnenschirme bestellt und 10 000 Regenschirme bekommen) setzte ein Jahrhundertregen ein und im Nu waren alle Schirme verkauft. In seinem Testament räumte er ein, dass dies ein Bombengeschäft gewesen sei.
Als jedoch nach anfänglicher Freude über den Regen nach einer Woche ein fürchterlicher Sturm ausbrach mit einer Überschwemmung bei der 50 Menschen starben, machte er sich grosse Vorwürfe. Sein ganzes Leben liess er sich nicht mehr davon abbringen, dass er der Verantwortliche für die Tragödie war.

Herr Napumoceno war zwiegespalten wie das Land.

Einerseits die katholische Moral der Kolonialherren und andrerseits der von Afrika geprägte Alltag. Er war ein introvertierter Typ, der nicht über die innersten Dinge sprach, wie z.B. seine heissblütige Zuneigung zu einer Frau und seine unerklärliche Faszination der Farbe Grün. Insgeheim ein Schürzenjäger hatte es ihm u.a. der grüne Rock seiner Putzfrau angetan und so nahm er sie einfach in seinem Kontor auf seinem Schreibtisch.

Der Senhor wusste sehr wohl, dass er eine Tochter hatte, diese aber wiederum nicht, wer ihr Vater war. Als die 387 Seiten des Testaments vorgelesen wurden, lernte sie so posthum ihren Vater kennen. Und auch der Neffe des honorigen Herrn kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Ein völlig neues, überraschendes Bild des angesehenen Verstorbenen entsteht.

Erotische Geheimnise, geschäftliche Transaktionen und politische Neigungen offenbaren zunehmend mehr, wie es tatsächlich um den alten Herrn stand.

"....und man könnte sagen, dass wir zwar arm sind, weil unsere Kaianlagen nicht einmal über Kräne verfügen, andrerseits aber auch, dass wir zwar arm sind, jedoch nicht in Gefahr laufen, uns selbst zu zerstören." 
Daher schien ihm das Wichtigste zu sein, die Friedfertigkeit der Inseln zu erhalten, ihre Stille, die der eines verlorenen Paradieses glich. 
Wir sollten daher alle Anstrengungen auf uns nehmen, mit Zähnen un Klauen jedes Ansinnen zu bekämpfen, das die Grundfesten unserer Sicherheiten erschüttern könnte, denn was bringt es dem Menschen, allen Reichtum der Welt zu erlangen, wenn er seine Seele verliert? Kein Vermögen ist so gross, dass es unseren Frieden ersetzen könnte....."

Diese Worte schrieb Senhor Napumoceno viele Jahre nach seiner Rückkehr aus Amerika, als er nur noch der Mann war, der sich um seine spirituelle Vervollkommnung sorgte.

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Das Kapverdenhaus

Ursa Koch: Das Kapverdenhaus
Ursa Koch
Albas 2015

Von den Erlebnissen einer deutschen Frau, die Hals über Kopf ein Haus auf den Kapverdischen Inseln gekauft hat.

Jahrelang hat Franka nichts mehr von ihrer älteren Schwester gehört. Während sie selbst mit ihrer Familie im Odenwald lebt, hat sich Amelie in einem Fischerdorf auf der kapverdischen Insel Santo Antão ein Haus gekauft. Eine schwierige, von Eifersucht geprägte Beziehung verbindet die beiden. Dennoch entscheidet sich Franka, der Einladung ihrer Schwester zu folgen und Amelie in ihrer Wahlheimat zu besuchen. Die Reise auf die Kapverden wird zu einer Reise in die Vergangen­heit. „Das Kapverdenhaus" von Ursa Koch ist ein „sehr intensiver Roman der leisen Töne, einfühlsam geschrieben und mit großem Respekt vor einer bescheidenen, aber zugleich harmonischen Inselkultur, die ihre Identität (noch) nicht verloren zu haben scheint." (Silke Arning, SWR)

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Im roten Schein des Nibiru - Eine Erzählung von den Kapverden

Ursa Koch: Im Roten Schein des Nibiru
Ursa Koch
Albas 2012

Diese etwas andere Weihnachtsgeschichte entführt den Leser nach Santo Antão, auf eine Insel mitten im Atlantik, fernab unserer hektischen Welt, wo Raum und Zeit eine andere Bedeutung haben und mysteriöse Dinge geschehen.

Unterhaltsam und spannend werden nebenbei die verschiedenen Kulturen, Weltanschauungen und Lebensweisen vermittelt und etwas, was Einheimische und Touristen - trotz ihrer Unterschiedlichkeit - miteinander verbindet: Starke Sehnsuchtsgefühle.

Das Buch erhebt nicht den Anspruch eines Reiseführers, korrespondiert eher damit, denn es thematisiert spielerisch die aktuelle Lebenssituation auf dem Hintergrund der geschichtlichen Prägung von Land und Leuten.

Durch den locker erzählenden Charakter und die spannende Handlung stellt das Buch sowohl eine Bereicherung der vorhandenen Reiseliteratur, als auch der Belletristik dar.

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