Tanz auf dem Vulkan - ein Vater-Sohn-Urlaub

Gemeinsam wagten sich Christopher und sein Sohn abseits der Touristenströme und entdeckten den faszinierenden Vulkan von Fogo.

Die Kapverden haben ja viele Gesichter. Meinen 16-jährigen Sohn und mich interessierte in erster Linie ein vielleicht nicht ganz so prominentes: Fogo mit seinem das Erscheinungsbild dominierenden Vulkan. Dessen Caldera, seit dem letzten Ausbruch 2014 (zwar nicht des großen Pico de Fogo, sondern „nur“ des Pico Pequeno, aber immer noch schlimm genug) von Menschen, Tieren und Pflanzen wieder besiedelt, lädt zu einem Urlaub abseits der Touristenströme ein, die hier auch in keinster Weise hinpassen würden. Untergebracht waren wir in der traumhaft schönen Casa Marisa 2.0 (das Original fiel dem Ausbruch zum Opfer). Unser Ziel: den 2829m hohen Vulkan nicht nur zu besteigen, sondern dort oben auch zu übernachten.  

Sich vorher zu akklimatisieren, vielleicht sogar zunächst auf Santiago mit einer Wanderung von Calabaceira nach Cidade Velha (hier bauten die Portugiesen die erste kapverdische Straße, die Rua de Banana), wie es die Reiseträume dankenswerterweise für uns geplant hatten, empfiehlt sich. Ebenso auf Fogo, indem man von Mosteiros bzw. Pai António zu Fuß durch die bewaldete Nordseite zur Caldera aufsteigt. (Da die einheimische Fluggesellschaft unsere Pläne ein wenig durcheinanderbrachte, konnten wir den Weg leider nur im Abstieg genießen.) Die Besteigung des Vulkans selbst bietet, abgesehen vielleicht von den rund 1100 Höhenmetern, keine Schwierigkeiten. Je nach Kondition muss man mit 3 bis 4 Stunden Gehzeit rechnen. Wenigstens Schlafsack und Isomatte sollte man selbst tragen, die beiden Guides sind mit Essen und Trinken, Feuerholz und ihren eigenen Dingen völlig ausgelastet.  

Apropos: Der Empfehlung, einen gebirgstauglichen Schlafsack mitzubringen, sollte man unbedingt folgen. Wir hatten starken Wind, der sogar im Krater nicht nachließ, sodass sich einzumümmeln zum Gebot der wenigen Stunden wurde, die man Schlaf fand. Aber was soll’s, die permanent gute Aussicht (auch bei der leichten Kletterei rund um den Kraterrand am nächsten Morgen) entschädigte für so manches. Und der Abstieg verging gewissermaßen wie im Fluge, da man einen Großteil der Strecke die Aschehänge hinabgleitet. Ein großer Spaß!

Was meinem Sohn noch sehr entgegenkam: Mustafa Eren, Chef der Casa Marisa (zumindest wenn seine namensgebende Frau nicht da ist …), ist ein absoluter Boulder-Crack, der mit den Guides nahezu täglich an ausgewählten Felsen und frischer Luft herausfordernde Routen klettert. Unkompliziert, hilfsbereit und nett, wie sie alle sind, nahmen sie meinen Jungen mit – ein echter weiterer Höhepunkt.

Dass wir danach noch ein paar Tage in Tarrafal auf Santiago mit seinen wunderbaren Stränden waren, soll nicht unerwähnt bleiben. Das Klima ist hier dann doch deutlich tropischer, sprich: der Siesta-Bedarf ist ausgeprägter, aber die Möglichkeit zur Abkühlung ist ja nah (auch etwa bei einem Tauchkurs), die Verköstigungsmöglichkeiten, auch und vor allem am Straßenrand, sind allgegenwärtig, und die Menschen auch hier absolut freundlich.

 

Liebe Grüße

Christopher

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