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Nachdem wir im letzten Jahr keine Möglichkeit für einen Urlaub hatten, wollten wir im neuen Jahr bereits Anfang des Jahres dem Winter entfliehen und was Neues kennenlernen. Über einen Reiseführer aus der Bücherei fiel unsere Wahl auf die kapverdischen Inseln; die Bilder und die vielfältigen Möglichkeiten machten uns neugierig. Mit der Unterstützung des Reisebüros und etlichen Emails hatten wir uns auf eine dreiwöchige Tour über drei der Inseln festgelegt.
Flug von Frankfurt über Lissabon nach Mindelo/Sao Vicente, von dort nach Santo Antao ins Paul-Tal. Weitere 3 Tage in Ponta do Sol und dann über Mindelo mit einem Inlandsflug nach Praia auf die Insel Santiago. Nach 3 Tagen in der Hauptstadt, ging es dann für 6 weitere Tage in den Norden der Insel nach Tarrafal.
Los ging’s an einem kalten Februarabend mit dem Zug von Stuttgart nach Frankfurt. Wir erreichten das Hotel am Flughafen mit zweistündiger Verspätung und waren nach ein paar Stunden Schlaf um 4 Uhr morgens am Check-In Schalter für unseren Flug nach Lissabon/Sao Vicente. Dort empfing uns sonniges, frühlingshaftes Wetter und eine exotische Umgebung. Schnell war der Taxi-Transfer gefunden und kurze Zeit später erreichten wir das „Residencial Mindelo“, ein schönes kleines Hotel in der Innenstadt. Das Städtchen ist überschaubar, es gibt ein paar schöne Ecken und deshalb für den Einstieg ideal. Am zweiten Abend haben alle Vereine und Schulklassen für den Karneval-Umzug geprobt uns sind stundenlang an unserem Hotelbalkon vorbeigezogen. Ein unglaublich beeindruckendes Spektakel. Der Stadtstrand „Praia da Laginha“ lädt zum Baden ein.
Nach 3 Tagen ging es mit der Fähre, bei ziemlich stürmischem Wetter nach Porto Novo auf die Nachbarinsel Santa Antao. Ein sehr netter Fahrer nahm uns, zusammen mit anderen Urlaubern in Empfang. Die Fahrt ging über die „alte“ Inselstrasse nach Norden ins Paul-Tal. Immer wieder hielten wir an und konnten die wunderschöne Landschaft geniessen aber auch wissenswertes erfahren. Unser heutiges Ziel war die Aldeia Manga Lodge, mitten im Paul-Tal. Eine Oase inmitten einer wunderschönen Landschaft mit vielen exotischen Pflanzen, einem wirklich sehr beeindruckenden Bergpanorama und einem tollen Natur-Pool. Die einzelnen Häuschen sind auf der Anlage verteilt und man hat die Möglichkeit sich zurückzuziehen, aber dann auch wieder Gemeinschaft beim gemeinsamen Frühstück oder Abendessen zu geniessen. Ich wollte gern eine kleine Runde wandern gehen, aber ich hatte wohl die falsche Route gewählt und musste dann wieder umkehren. Das nächste Mal werde ich es nochmal mit Wanderkarte und/oder -Führer probieren. Die Landschaft ist sagenhaft und lädt wirklich zum Wandern ein.
„Leider“ ging’s nach 3 Tagen weiter nach Ponta do Sol, ein kleines Fischerdorf an der Nordspitze der Insel und damit auch an der Nordspitze der Kapverdischen Inseln. Wir waren im „Kasa Tambla“, einer kleinen, einfachen aber sehr schönen Pension in der Nähe des Hafens. Auch hier ist das Dörfchen überschaubar, aber die Bars und Restaurants in der Nähe sind gemütlich und empfehlenswert. Unser Bett war leider ziemlich schmal, aber uns wurde dann eine zweite Matratze ins Zimmer gelegt und das hat dann gepasst. Es gibt dort auch zwei oder drei größere Zimmer mit Meerblick. Sollten diese Zimmer frei sein, sind sie auf jeden Fall zu empfehlen. Eine wunderschöne Wanderung gibt es von Ponta do Sol nach Fontainhas. Die kaum befahrene, gepflasterte Küstenstrasse führt über ca. 4 Kilometer hinauf in das kleine Bergdorf. Immer wieder gibt es wunderschöne Ausblicke auf die Berge und das Meer. Im Dorf gibt es eine kleine Bar/Cafe. Obwohl es darüber hinaus kaum touristische Attraktionen in dem kleinen Dorf gibt, ist die Stimmung dort wirklich wohltuend und entspannend. Ein schöner Ort um sich ein bisschen auszuruhen.
Schon ging es wieder zurück zum Hafen, über Mindelo mit dem Inlandsflug nach Praia auf die Hauptinsel Santiago. Anders als ursprünglich geplant, übernachteten wir im „Casa Jardim di Sol“. Diese Pension liegt nicht direkt im Stadt-Zentrum, sondern etwas mehr westlich davon. Das Stadtzentrum mit der Markthalle und dem „Sucupira Market“ läßt sich aber problemlos mit dem Taxi erreichen. Ein kleiner Pool, ein tolles Frühstück, aber auch ein schönes Zimmer machten den Aufenthalt dort sehr angenehm. Auf der Terrasse sassen wir abends mit Blick auf die Stadt und genossen die Wärme und die Ruhe. Für den letzten Tag hatten wir uns vorgenommen mit dem Sammeltaxi in die benachbarte Cidade Velha zu fahren. Eine der Mitarbeiterinnen der Pension zeigte uns, wo wir zusteigen konnten. Dort angekommen, versuchten wir das richtige Sammeltaxi zu finden. Mit Hilfe von Passanten wurden wir dann in ein Taxi gesetzt, das offensichtlich aber in die falsche Richtung fuhr. Tatsächlich fuhr das Taxi wieder zurück ins Zentrum an den Sucupira Market, den zentralen Startpunkt für alle Sammeltaxis. Dort wurden wir dann in das richtige Taxi weitergeleitet und es ging zusammen mit 14 weiteren Mitfahrern, Kindern und Hühner in die „alte“ Hauptstadt, das ca. 20 km entfernte „Cidade Velha“. Es gibt dort ein paar schöne kleine Strandbars und Restaurants. Wir waren dort am Wochenende und haben uns vor allem an dem trubligen und fröhlichen Treiben am Strand erfreut. Auch die kleine Kirche an der Rua Banana ist sehenswert. Eine ältere Frau saß davor und hat für sich gesungen. Nach und nach kamen immer mehr Kinder, sassen zu ihr hin und sangen mit. Wunderschön.
Die letzten 6 Tage verbrachten wir in Tarrafal auf der Nordostseite der Insel. Dort gibt es zwei sehr schöne Sandstrände. Unser Hotel, das „Oasis Tarrafal Alfandega Suites“, liegt zwischen den beiden Stränden und wir hatten von unserer Terrasse aus einen schönen Blick auf die Fischerboote und den Strand. Beeindruckend wie die Fischer, bereits morgens um 4 Uhr losfahren, dann nach 2-3 Stunden zurückkehren und ihren Fang an die Käufer und Familien verteilen. Leider war es an den meisten Tagen sehr windig und dadurch im Schatten etwas kühl. Trotzdem war es dort erholsam und schön. Die beiden schönen Strände sind inzwischen sehr bekannt und fast berühmt. Dementsprechend gibt es einiges an Bautätigkeiten, sowohl nördlich als auch südlich der Stadt. Wenn man sich die Werbeplakate anschaut, hat die Tourismus-Branche in dem Ort einiges vor, aber leider (nach unserem Geschmack) nicht wirklich erfreulich. Ich hoffe, dass sich der kleinstädtische, lokale und herzliche Charme des Ortes noch eine Weile erhalten läßt.
Wehmütig ging es dann wieder zurück zum Flughafen über den Pass der „Serra Malagueta“. Dort gibt es auch sehr viele schöne Wandermöglichkeiten, die ich gern beim nächsten Mal nutzen würde. Den Rückflug haben wir aufgeteilt und sind deshalb erst am Folgetag von Lissabon zurückgeflogen. Das hat die relativ lange Flugdauer sehr entspannt.
Eine sehr schöne Reise und erholsame Zeit.
Ulrike und Markus
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