Chã das Caldeiras (Fogo) wird weiterleben

von Gerhard Schellmann (Kapverden) (Kommentare: 0)

Der designierte Ministerpräsident Ulisses Correia e Silva sagt NEIN zu den Ansiedlungspläne Achada Furna und befürwortet für die Heimatlosen der beiden zerstörten Orte Portela und Bangeira die Lösung Monte Amarelo, das heisst so nahe wie möglich und vertretbar an Chã das Caldeiras.

Da trifft es sich doch hervorragend, dass ich soeeben von Mustafa Eren ausführliche Informationen zum Schülertransport für die Kinder von Chã erhalten habe.

Warum Leben in einem aktiven Vulkankrater

Es ist schwer zu verstehen, warum Menschen, darauf bestehen immer wieder hierher zurück zu kehren. Es ist aber einfach erklärt:

In einem armen Land, das kaum in der Lage ist seine Bevölkerung zu ernähren, ist die Chã mit der Kombination des Höhenklimas (1700 m ü NN) und dem vulkanischen Boden ein Garten Eden für die Agrarkultur. Nur hier oben wachsen und gedeihen etwa ein dutzend Früchte und Gemüse. Die wichtigste unter Ihnen sicherlich die Weintraube und die damit verbundene einzige, sehr gute und erfolgreiche Weinproduktion auf den Inseln. Darüber hinaus sind Quitte, Granatapfel, und Äpfel weitere Beispiele. Andere Kulturpflanzen wie die Straucherbse genannt Kongobohne (Fidjon Kongo) können bis zu 5 mal im Jahr geerntet werden - im Gegensatz zu 1- 2 mal auf Santiago oder anderen Orten auf Fogo. D.h. der Vulkans als die Bürde des Ortes, ist auch der Wohltäter in der Caldeiras. Und dessen sind sich die Menschen sehr bewusst.

Nicht zuletzt kommt noch der Tourismus als sehr gewichtiger, ökonomischer Faktor hinzu. Die Caldeiras ist sicherlich eine der stärksten touristischen Magnete auf den kapverdischen Inseln und ohne Übertreibung der fast einzige Grund warum Touristen auf die Insel Fogo kommen.

Die Bevölkerung profitiert in sehr viele Hinsicht ausserordentlich vom Besucherfluss. Und zwar - und das ist das wichtigste: Auf die denkbar nachhaltigste Weise. Es sind einzelne kleinere Pensionen der einheimischen Familien, die die Gäste empfangen, zu essen gibt es hauptsächlich, dass was man selbst oder der Nachbar anbaut/züchtet und viele junge Einheimische sind zum Wander- und Bergführer ausgebildet (Deutsche Entwicklungshilfe) und betreuen die Gäste beim bestaunen der Naturwunder ihrer unmittelbaren Heimat. Viele arbeiten z.B. als KellnerInnen oder Fahrer. Zusätzlich sehr wichtig: Im Gegensatz zu anderen Inseln wie Santo Antao gibt es hier keine Grossgrundbesitzer, sondern die Familien haben alle Ihr eigenen Landparzelle und arbeiten unabhängig aber immer miteinander. Diese Nachhaltigkeit ist kein Resultat eines forcierten, globalen Projektes von aussen, sondern das Resultat davon, was passiert, wenn kleine 3.Welt-Gemeinden eine gesunde, natürliche Basis ihres Lebensunterhaltes haben und man sie in Ruhe machen lässt.

Projekt Schüler-Transport Chã Das Caldeiras

Nach dem Ausbruch im Novermber 2015 hat Reiseträume unter dem Motto Das etwas andere Weihnachtsgeschenk zu Spenden für AGTC, die Führervereinigung von Cha aufgerufen. Über unsere Partnerorganisation Freunde-Helfen-Freunden gingen ingesamt 750.- € ein, die wir über Mustafa an die AGTC weitergeleitet haben.

Das der Staat nicht für den Tarnsport der Kinder sorgt, die mit Ihren Familien zurückkehren und der nächste Ort mit der Kapazität, die Kinder auf zu nehmen über eine Stunde Fahrt entfernt ist, haben Mustafa und Maria (Casa Marisa) im Zusammenarbeit mit der Guide-Vereinigung der Chã (AGTC) beschlossen, dies selbst in die Hand zu nehmen. Und alle Spenden die nicht zu staatlichen Behörden gehen, dafür zu verwenden

Die Zukunft

Wir sind fest entschlossen, dass das Leben in der Caldeiras wieder aufblüht und es tut es schon mit grossen Schritten in die Zukunft. Die Aufbruchsstimmung ist beflügelnd und die spirituelle ,Reinigung‘ durch den Ausbruch hat zu noch mehr Zusammenhalt in der kleinen Bevölkerung geführt. Kap Verde ist auch ein freies, demokratisches Land mit echtem Respekt für die persönlichen Freiheiten der Bürger. Man kann sich hier durchsetzen gegen die Meinung der Autoritäten und bei Staatsgewalt wird Gewalt Gott sei Dank ganz klein geschrieben. Man ist aber dann auch schnell auf sich gestellt. Freie, eigenständige Meinung wird sehr persönlich genommen. Z.B. waren und sind wir bei unserer Wasserversorgung vollkommen auf uns gestellt - bis dahin gehend, dass uns von den Behörden der Einkauf von Wasser verweigert wurde. Natürlich werden die grosszügigen Spenden nicht reichen. Und wir sind uns bewusst, dass wir letztendlich mindestens 2 Jahre finanzieren werden müssen. Es ist klar, dass die Wiederbesiedlung nicht aufzuhalten ist. So war es nach den letzten Ausbrüchen 1951 und auch 1995. Deswegen bitten wir um weitere Spenden.

Weitere Details: 

Weitere Projekte der AGTC

Andere Projekte der AGTC sind etwas weniger selbstlos als der Schülertransport aber wichtig für den guten Ablauf oben in Chã das Caldeiras- vor allem für den Tourismus:

- Reperatur und Sicherung einiger sehr angeschlagener Wanderwege (inklusive Pico do Fogo).
- Bau eines Guide Zentrums (ein einfaches Funku), dass auch als Touristeninformation dient.
- Organisation einer dauerhaften Ausbildungsstruktur (Sprachen, Guidingtechniken, Spezifisches Wissen).

 

Spenden via Freude helfen Freunde - steuerlich absetzbar

Spende Fogo Führervereinigung

Spenden für die AGTC über unsere Partnerorganisation in Deutschland, den gemeinnützigen Verein Freunde helfen Freunden sind steuerlich absetzbar.

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