Tag der Seeleute: Netzwerk weist auf Herausforderungen der handwerklichen Fischerei hin
Die Präsidentin des Netzwerks der Berufsorganisationen der handwerklichen Fischerei in Kap Verde (ROPA-CV) hat heute auf die Herausforderungen der Kleinfischer aufmerksam gemacht und mehr sozialen Schutz, eine stärkere Sicherheit auf See sowie eine nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände gefordert.
Im Gespräch mit Inforpress anlässlich des Internationalen Tages der Seeleute erklärte Zuleika Lopes, dass der Rückgang der Fischbestände zu den größten Sorgen des Sektors gehöre.
Sie führte diese Entwicklung auf den zunehmenden Druck auf bestimmte Fischarten sowie auf die immer stärkeren Auswirkungen des Klimawandels zurück.
Wie sie erläuterte, beeinträchtigen steigende Meerestemperaturen, Veränderungen der Meeresströmungen und die zunehmende Häufigkeit extremer Wetterereignisse sowohl die Fischereitätigkeit als auch das Gleichgewicht der marinen Ökosysteme unmittelbar.
Die Vorsitzende betonte zudem den Mangel an Infrastruktur für die Lagerung, Verarbeitung und Vermarktung von Fisch. Sie sprach sich für grundlegende Investitionen aus, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern und das Einkommen der handwerklichen Fischer zu erhöhen.
Zur Registrierung der Fischer beim Nationalen Institut für Soziale Vorsorge (INPS) erklärte sie, dies sei „ein wichtiger Schritt für den sozialen Schutz der Berufsgruppe“. Gleichzeitig räumte sie ein, dass weiterhin Herausforderungen hinsichtlich der Aufklärung und der Beteiligung der Fischer bestünden.
„Es ist weiterhin notwendig, einige Vorurteile gegenüber der Sozialversicherung abzubauen und den Fischern die positiven Auswirkungen auf ihr Leben aufzuzeigen, die eine Mitgliedschaft beim INPS haben kann“, erklärte sie.
Zur Sicherheit auf See sagte die Präsidentin der ROPA-CV, dass diese angesichts der Risiken der Fischereitätigkeit sowie der häufigen Unfälle und Vermisstenfälle weiterhin zu den größten Anliegen der Organisation gehöre.
Sie sprach sich daher für eine Intensivierung der Aufklärungsarbeit in den Fischereigemeinden sowie für eine engere Zusammenarbeit zwischen den Verbänden und nationalen wie internationalen Partnern aus, um eine Kultur der Prävention und der Sicherheit auf See zu fördern.
Auf die Sorgen der Fischer im Zusammenhang mit dem Fischereiabkommen zwischen Kap Verde und der Europäischen Union angesprochen, erklärte Zuleika Lopes, dass die Organisation diese Frage mit „großer Vorsicht“ verfolge.
Sie kündigte zudem an, dass die ROPA-CV die bestehenden Fischereiabkommen eingehender analysieren und den Dialog mit der neuen Regierung suchen wolle, um sicherzustellen, dass die Interessen der handwerklichen Fischer angemessen berücksichtigt werden.
Anlässlich des Gedenktages richtete sie eine Botschaft der Anerkennung an alle Menschen, die auf dem Meer arbeiten. Sie würdigte den Mut jener, die sich täglich den Gefahren ihres Berufs stellen, um den Lebensunterhalt ihrer Familien zu sichern und zur Ernährungssicherheit des Landes beizutragen.
Abschließend rief sie die Verbände des Sektors zu mehr Zusammenhalt auf und sprach sich für eine enge Zusammenarbeit aus, um die Interessenvertretung der Fischer zu stärken und ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern.
Der Internationale Tag der Seeleute wird jedes Jahr begangen und wurde von der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) ins Leben gerufen.
Mit diesem Tag werden die Menschen geehrt, die den weltweiten Handel und den Seeverkehr aufrechterhalten und für den Transport eines Großteils aller weltweit konsumierten Waren verantwortlich sind.