Spendenaktion bringt 15.000 Euro ein und leistet Direkthilfe nach dem Tropensturm Erin
Nach dem schweren Sturm Erin, der im August über die nördlichen Inseln der Kapverden hinweg zog, kam es in vielen Orten zu erheblichen Schäden. Die starken Regenfälle führten zu Überschwemmungen und führten dazu, dass Wohnhäuser beschädigt wurden, persönliche Besitztümer verloren gingen und die Infrastruktur teilweise stark beeinträchtigt war. Zahlreiche Familien und Einzelpersonen standen kurzfristig vor großen Herausforderungen, Häuser und Besitztümer verloren gingen und selbst grundlegende Dinge des täglichen Bedarfs ersetzt werden mussten.
Um in dieser akuten Situation schnell und unbürokratisch Unterstützung leisten zu können, haben wir eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Ziel war es, betroffene Menschen direkt vor Ort zu entlasten und dort zu helfen, wo der Bedarf am dringendsten war. Die Spendenaktion wurde über unsere Website, unsere Social-Media-Kanäle sowie über unseren wöchentlichen Newsletter kommuniziert und beworben.
Ein besonderer Dank gilt dem GEOMAR Helmholtz Centre for Ocean Research Kiel, das unseren Spendenaufruf ebenfalls über alle eigenen Kanäle geteilt und damit maßgeblich zur Reichweite der Aktion beigetragen hat.
Unser ausdrücklicher Dank gilt außerdem Wolfgang Hundt vom Verein Freunde Helfen Freunde e.V., der sich bereit erklärt hat, die Spenden über den Verein entgegenzunehmen und an uns weiterzuleiten. Dadurch war es uns möglich, die Spendengelder ordnungsgemäß zu sammeln und dennoch direkt vor Ort bedarfsgerecht zu verteilen.
Wir freuen uns sehr, dass durch die Spendenaktion eine Summe von insgesamt 14.000 Euro zusammengekommen ist, welche uns von Freunde Helfen Freunde e.V. zur Verwendung vor Ort zur Verfügung gestellt wurden. Diesen Betrag haben wir aus eigenen Mitteln auf insgesamt 15.000 Euro aufgerundet. Diese 1.000 Euro wurden direkt an den Verein der Hafen Hilft e.V. gespendet.
Wie mit welchen Mitteln wo genau geholfen wurde und noch immer wird, können Sie nachfolgend lesen.
Unterstützung eines Ziegenbauers in Madeiral durch den Kauf von zehn neuen Ziegen
In Madeiral im Ribeira do Calhau ist die Vereinigung UTAGA (Unidade de Transformação Agroalimentar de Ribeira de Calhau/Agrar- und Lebensmittelverarbeitungsbetrieb in Ribeira de Calhau) ansässig. Die Einrichtung verarbeitet Ziegenmilch und Gemüse aus dem Tal zu verschiedenen Lebensmitteln, darunter Käse, gewürzte Käsesorten sowie Gemüsepasten. Die Produkte werden unter anderem in Supermärkten in Mindelo verkauft. Besonders charakteristisch sind die Ziegenkäsesorten, die beispielsweise mit Basilikum oder Malaguetta verfeinert werden. Auch die Gemüsepasten werden fast ausschließlich aus Erzeugnissen aus dem Tal hergestellt.
UTAGA bezieht ihre Rohstoffe dementsprechend überwiegend von landwirtschaftlichen Betrieben aus der unmittelbaren Umgebung. Dadurch wird gezielt lokale Wertschöpfung gefördert und Einkommen innerhalb der Gemeinde gesichert. Ein zentraler Zulieferer ist ein Ziegenbauer aus dem Tal, von dem ein Großteil der benötigten Milch stammt.
Durch die außergewöhnlich starken Regenfälle während des Sturms Erin verwandelte sich das Tal stellenweise in einen reißenden Fluss. Dabei wurden nicht nur landwirtschaftliche Flächen beschädigt, sondern auch zahlreiche Tiere mitgerissen und bis ins Meer gespült. Der betroffene Ziegenbauer verlor einen erheblichen Teil seines Bestands und war dadurch nicht mehr in der Lage, ausreichend Milch zu produzieren.
Um die Existenzgrundlage des Bauern zu sichern und gleichzeitig die Weiterarbeit von UTAGA zu ermöglichen, haben wir den Kauf von zehn neuen Ziegen finanziert. Der Bauer konnte die Ziegen auf Santo Antão erwerben und sie wurden mit der Fähre nach São Vicente geschickt. Auf diese Weise konnte die Milchproduktion wieder aufgenommen werden und UTAGA ist erneut in der Lage, Käse und weitere Produkte herzustellen und zu vertreiben.
Kauf eines Materialaufzugs und einer Palette Zement zum Wiederaufbau von Brunnen
Die Ribeira do Calhau ist stark landwirtschaftlich geprägt und Brunnenschächte spielen für viele Betriebe eine zentrale Rolle. In Gesprächen mit den vom Sturm Erin betroffenen Bewohnern der Region zeigte sich, dass zahlreiche Haushalte und landwirtschaftliche Betriebe vor demselben Problem standen. Durch die Überschwemmungen wurden Schlamm, Geröll und Abfälle in die Brunnen gespült, wodurch diese teilweise stark verschmutzt oder beschädigt wurden und nicht mehr genutzt werden konnten.
Im Austausch mit der Bauernvereinigung Madeiral/Calhau wurde deutlich, dass für die Reinigung und Instandsetzung der Brunnen vor allem geeignete technische Hilfsmittel und Baumaterial benötigt werden. Insbesondere ein Materialaufzug sowie eine Palette Zement wurden als sinnvoll erachtet, um die Arbeiten sicher und effizient durchführen zu können.
Aus den Spendengeldern wurde daher ein Materialaufzug sowie eine Palette Zement finanziert. Der Materialaufzug verbleibt bei der Bauernvereinigung Madeiral/Calhau und steht damit auch langfristig allen angeschlossenen Betrieben zur Verfügung. So konnte er nicht nur für die aktuelle Reparatur der Brunnen genutzt werden, sondern auch künftig für weitere Instandhaltungs- und Aufbauarbeiten innerhalb der Gemeinschaft.
Weitergabe von Spendengeldern an Simili zum Wiederaufbau von Salamansa
Im Rahmen der Spendenaktion haben wir uns auch damit befasst, welche Initiativen und Organisationen bereits aktiv und wirksam Hilfe vor Ort leisten. Eine dieser Organisationen ist Simili. Simili ist ein Unternehmen, dessen zentrale Mission es ist, Abfälle, die an den Küsten von Kap Verde angespült werden oder dorthin zu gelangen drohen, zu sammeln, aufzubereiten und zu recyceln. Ziel ist es, die Umwelt zu schützen, Kap Verde von Müll zu befreien und gleichzeitig hochwertige Produkte aus wiederverwerteten Materialien herzustellen.
Wir arbeiten mit Simili bereits seit längerer Zeit zusammen, unter anderem im Rahmen touristischer Exkursionen, und stehen in engem persönlichem Austausch mit den Verantwortlichen. Die Werkstatt von Simili befindet sich in Salamansa, einem Ort, der durch den Sturm Erin ebenfalls erheblich beschädigt wurde.
Aufgrund der Schäden vor Ort hat Simili eine eigene Spendenaktion gestartet, um den Wiederaufbau in Salamansa gezielt zu unterstützen und direkt Hilfe leisten zu können. Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, einen Teil der im Rahmen unserer Spendenaktion gesammelten Gelder an Simili weiterzugeben. Mit dieser Unterstützung konnte der Wiederaufbau in Salamansa gefördert werden.
Finanzielle Unterstützung zur Reparatur der Grundstücksmauer von Rancho Carmel
Auf dem Gelände der Rancho Carmel befindet sich das Projekt Coração Verde, ein Gartenprojekt in Madeiral, das sich der Arbeit mit und im Einklang mit der Natur verschrieben hat. Ziel des Projekts ist es, zu zeigen, wie durch einfache, aber wirkungsvolle Methoden Boden regeneriert, mit sehr wenig Wasser gearbeitet und ein stabiles Mikroklima geschaffen werden kann. Neben der praktischen Umsetzung dient Coração Verde auch der Wissensvermittlung und Sensibilisierung für nachhaltige Anbauformen. Die Einnahmen des Projekts werden vollständig für dessen Erhalt eingesetzt, insbesondere für die Sicherstellung der Wasserversorgung, die eine der größten Herausforderungen darstellt.
Wir kennen Carla von Coração Verde aus dem touristischen Kontext, da wir mit ihr zusammenarbeiten. Nachdem sie von unserer Spendenaktion erfahren hatte, informierte sie uns darüber, dass die Grundstücksmauer der Rancho Carmel durch die massiven Wassermengen infolge des Sturms Erin stark beschädigt worden war. Infolgedessen war das Gelände nicht mehr gesichert und frei zugänglich.
Um die Sicherheit des Grundstücks wiederherzustellen, haben wir Carla eine finanzielle Unterstützung für den Wiederaufbau der Mauer zugesagt. Sie holte daraufhin Angebote von Handwerkern aus der Region ein. Durch diese Vorgehensweise konnte die Mauer nicht nur instandgesetzt werden, sondern es wurde zugleich lokale Wertschöpfung geschaffen und Arbeitsmöglichkeiten vor Ort unterstützt.
Finanzielle Unterstützung von Nha Horta zur Reparatur des Zauns der Eselauffangstation
Im ursprünglichen Spendenaufruf lag der Schwerpunkt der Hilfeleistungen auf São Vicente. Im Verlauf der Verteilung der Spendengelder wurden wir aber darauf aufmerksam, dass die Eselauffangstation Nha Horta auf Boa Vista über soziale Medien zu Spenden auf, um den vom Sturm beschädigten Zaun der Anlage wieder instand setzen zu können.
Die Eselauffangstation Nha Horta wird von Franca betrieben, die auch hinter Baobab Tours steht und die wir seit vielen Jahren persönlich kennen. Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, im Rahmen unserer Spendenaktion auch hier Unterstützung zu leisten.
Aus den Spendengeldern wurde das für die Reparatur benötigte Material, insbesondere Zement und Holz, finanziert. Die Organisation der Arbeitskräfte übernahm Franca vor Ort. Durch diese Zusammenarbeit konnte der Zaun der Eselauffangstation wiederhergestellt und die Sicherheit der Tiere erneut gewährleistet werden.
Weitergabe von Spendengeldern an das kapverdische Rote Kreuz zur Unterstützung der Kampagne #ReconstruirComEsperança
Nach den Unwettern startete auch das Cruz Vermelha de Cabo Verde unmittelbar eine landesweite Spendenkampagne unter dem Hashtag #ReconstruirComEsperança (#MitHoffnungWiederaufbauen). Ziel der Kampagne ist es, die Opfer der Stürme zu unterstützen, die mehrere Inseln Cabo Verdes getroffen haben, mit besonders starken Auswirkungen auf São Vicente und Santo Antão. Die Initiative richtet sich sowohl an die Bevölkerung vor Ort als auch an die kapverdische Diaspora und ruft zu einem gemeinsamen Engagement auf, um betroffene Familien zu unterstützen und beim Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlagen zu helfen.
Das kapverdische Rote Kreuz hat im Rahmen der Kampagne drei zentrale Handlungsfelder benannt. Dazu zählen direkte finanzielle und logistische Unterstützung, die Wiederherstellung und Stärkung von gemeinschaftlicher Infrastruktur und Wohnraum sowie Maßnahmen zur Unterstützung von Gesundheit, Bildung und allgemeinem Wohlbefinden.
Vor diesem Hintergrund haben wir entschieden, einen Teil der im Rahmen unserer Spendenaktion gesammelten Gelder direkt an das Cruz Vermelha de Cabo Verde weiterzugeben. Unser Ziel war es, eine etablierte Organisation mit lokaler Präsenz und Erfahrung in der Katastrophenhilfe zu unterstützen.
Gerne hätten wir auch in diesem Fall einen klar definierten Verwendungszweck vereinbart. Aufgrund mehrfach verschobener Termine für persönliche Abstimmungen vor Ort war dies jedoch zum Zeitpunkt der Überweisung nicht möglich. Die Spendengelder wurden daher zunächst ohne konkrete Zweckbindung innerhalb der Kampagne #ReconstruirComEsperança zur Verfügung gestellt. Wir stehen weiterhin im direkten Austausch mit dem kapverdischen Roten Kreuz, um nachzuvollziehen, ob und für welche konkreten Maßnahmen unsere Spende eingesetzt wurde.
Spende an den Tierschutzverein Simabo zum Ersatz im Unwetter verlorener Gegenstände und Medikamente
Auch der Tierschutzverein Simabo war von den Auswirkungen des Sturms Erin betroffen. Simabo ist eine in Mindelo ansässige Organisation, die sich dem Schutz und der Versorgung der lokalen Tierpopulation widmet. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt insbesondere auf der Hilfe für Hunde und Katzen, die auf der Straße leben, häufig verletzt, traumatisiert oder unter sehr schlechten Bedingungen gehalten werden.
Nach Rücksprache mit Silvia von Simabo wurde deutlich, dass der Verein vor allem durch Sachschäden betroffen war. Besonders schwer betroffen war ein Archiv mit Unterlagen, dessen Verlust leider nicht ersetzt werden kann. Darüber hinaus kam es jedoch zu Schäden an wichtiger technischer und medizinischer Ausstattung, die für den laufenden Betrieb der Klinik unverzichtbar ist.
Aus den Spendengeldern haben wir daher eine finanzielle Unterstützung geleistet, um beschädigte oder zerstörte Arbeitsmittel zu ersetzen. Dazu zählten unter anderem ein Laptop und ein Tablet sowie Lampen und Ventilatoren für die Klinikräume. Außerdem konnten durch die Spende durchnässte und unbrauchbar gewordene Medikamente ersetzt werden. Auf diese Weise wurde Simabo dabei unterstützt, die medizinische Versorgung der Tiere weiterhin sicherzustellen.
Unterstützung der Organização das Mulheres de Cabo Verde (OMCV)
Ein Großteil der im Rahmen der Spendenaktion gesammelten Gelder wurde an die Organização das Mulheres de Cabo Verde (OMCV) weitergegeben. Die OMCV ist die wichtigste Frauenorganisation in Kap Verde und eine landesweit tätige Nichtregierungsorganisation. Sie setzt sich für die Rechte von Frauen, die Gleichstellung der Geschlechter sowie die Stärkung von Frauen in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ein. Zu den zentralen Tätigkeitsfeldern gehören unter anderem Berufsbildungsangebote, beispielsweise in den Bereichen Schneiderei oder Küche, die Unterstützung von Familien sowie die politische Arbeit zur Verbesserung rechtlicher Rahmenbedingungen.
Ein besonderer Fokus der OMCV liegt auf dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Die Organisation unterstützt Menschen, die sich eine eigenständige Existenz aufbauen oder nach Krisen wieder aufbauen möchten, durch gezielte Grundinvestitionen. Dazu zählen unter anderem Straßenverkäuferinnen von Fisch, Obst oder Backwaren, Bäckerinnen, Barber, Nageldesignerinnen, Schreiner und viele weitere Kleinstunternehmerinnen und -unternehmer.
Nach dem Sturm Erin standen wir in direktem Austausch mit Dona Fátima von der OMCV, um zu verstehen, welche Unterstützungsmaßnahmen vor Ort notwendig sind und wie wir uns sinnvoll beteiligen können. Unmittelbar nach dem Sturm versorgte die OMCV betroffene Familien zunächst mit sogenannten Cestos Básicos, also Grundnahrungsmittelpaketen. In einem nächsten Schritt analysierte die Organisation, welche selbstständig tätigen Personen durch den Sturm wesentliche Arbeitsmittel verloren hatten. Dazu gehörten unter anderem Backöfen, Pfannen, Töpfe, Körbe, Werkzeuge oder andere für die Ausübung der jeweiligen Tätigkeit unverzichtbare Gegenstände.
Ziel dieser Maßnahme ist es, den betroffenen Personen wieder eine grundlegende Arbeitsfähigkeit zu ermöglichen, sodass sie ihre Tätigkeit aufnehmen und eigenständig Einkommen erwirtschaften können. Um die nachhaltige Nutzung der bereitgestellten Materialien sicherzustellen, schließt die OMCV mit allen Empfängerinnen und Empfängern entsprechende Vereinbarungen ab. Diese verpflichten sich, die Materialien tatsächlich für ihre Tätigkeit zu nutzen und ihre Arbeit nachweislich wieder aufzunehmen.
Ein solches Basispaket kann je nach Tätigkeit unterschiedlich zusammengesetzt sein. So umfasst die Unterstützung für eine Bäckerin beispielsweise einen Ofen, Gas sowie finanzielle Mittel für die ersten Zutaten. Eine Fischverkäuferin erhält eine Kühlbox und Startkapital für den ersten Einkauf bei den Fischern. Ein Barber wird mit einem Stuhl und den notwendigen Rasiergeräten ausgestattet, während Schreiner Holz und grundlegendes Werkzeug erhalten.
Wir halten diesen Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe für besonders wirkungsvoll, da er eine langfristige Perspektive schafft und Abhängigkeiten vermeidet. Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, mehrere zweckgebundene Spenden an die OMCV zu leisten. Unterstützt werden folgende Maßnahmen:
- Unterstützungspaket für mehrere kleine Unternehmerinnen (5x)
- Unterstützungspaket für Barber (2x)
- Unterstützungspaket für Schreiner (1x)
- Unterstützungspaket für Fischverkäuferinnen (2x)
Dabei ist ausdrücklich zu betonen, dass die Unterstützung zwar überwiegend, jedoch nicht ausschließlich Frauen zugutekommt.
Darüber hinaus unterstützt die OMCV betroffene Familien durch die Herstellung von Schulkleidung für Kinder. Die Schuluniformen werden von Näherinnen der Organisation selbst angefertigt. Aus den Spendengeldern wurden hierfür sowohl Stoffe als auch die Bezahlung der Näherinnen finanziert.
Nach der Verteilung aller geplanten Spenden verblieb ein Restbetrag von rund 500 Euro. Da es zu diesem Zeitpunkt bereits kurz vor Weihnachten war, haben wir entschieden, diesen Betrag ebenfalls an die OMCV weiterzugeben, um Kindern aus betroffenen Familien eine Freude zu machen. In Absprache mit Dona Fátima wurde das Geld für eine Weihnachtsaktion verwendet. Gemeinsam mit weiteren Spenden kann die OMCV in diesem Jahr rund 300 Kinder mit Weihnachtsgeschenken versorgen, darunter auch Kinder aus Familien, die direkt vom Sturm Erin betroffen waren.
Unterstützung der Hilfsaktion „Levantá Soncent“ durch die Mitfinanzierung eines Containerversands von Hamburg nach Mindelo
Anfang September erreichte uns eine Anfrage einer Gruppe engagierter Privatpersonen mit Wurzeln auf den Kapverden oder enger persönlicher Verbundenheit zu dem Land. Unter dem Namen „Levantá Soncent“ (Mindelo wiederaufbauen) sammelte die Gruppe seit dem 14. August Sachspenden in den Räumlichkeiten des Vereins Der Hafen Hilft! e.V. In kurzer Zeit kamen durch die große Solidarität zahlreicher Unterstützerinnen und Unterstützer ausreichend Hilfsgüter zusammen, um einen 40 Fuß Container für den Transport von Hamburg nach Mindelo zu füllen.
Gesammelt wurden unter anderem Kleidung, Lebensmittel, Babypflegeartikel, Schulmaterialien, Hygieneartikel sowie weitere dringend benötigte Alltagsgegenstände. Zu den gespendeten Gütern zählten unter anderem Konserven, Matratzen, Gehhilfen für ältere Menschen, Schulmaterialien, Kleidung, Geschirr, Handtücher, Bettwäsche und Hygieneartikel. Die Sachspenden stammten von Kapverdiern, Freundinnen und Freunden der Initiative, weiteren Unterstützenden sowie vom Verein Der Hafen Hilft! e.V. selbst.
Damit die Hilfsgüter die Menschen vor Ort tatsächlich erreichen konnten, mussten jedoch noch die Transport- und Speditionskosten in Höhe von mehreren Tausend Euro finanziert werden. Da wir den im Rahmen unserer Spendenaktion gesammelten Betrag ohnehin aufrunden wollten, haben wir uns entschieden, diese 1.000 Euro direkt an Der Hafen Hilft! e.V. zu spenden, um den Versand des Containers nach Mindelo zu ermöglichen.
Nach der Ankunft des Containers in Mindelo wurde die Verteilung der Hilfsgüter vor Ort von den Organisationen Aldeias Infantis SOS Cabo Verde und Biosfera übernommen. So konnte sichergestellt werden, dass die Sachspenden gezielt an bedürftige Menschen und Familien weitergegeben wurden.
Aus dieser privaten Initiative in Hamburg ist inzwischen die Idee entstanden, eine eigene Nichtregierungsorganisation zu gründen. Die neue NGO wird den Namen „KAMINHU“ (kreolisch: Der Weg) tragen und ihren Sitz in Hamburg haben. Ziel ist es, auch künftig Hilfsaktionen für Gemeinschaften auf den Kapverden zu organisieren und dabei nicht nur Sachspenden, sondern auch kulturelle und weitere unterstützende Maßnahmen umzusetzen. Wir begrüßen dieses Engagement ausdrücklich und freuen uns, Teil dieser ersten Initiative gewesen zu sein.
Fazit zur Verwendung der Spendengelder
Mit der Spendenaktion nach dem Sturm Erin war es unser Ziel, schnell, gezielt und nachhaltig dort zu unterstützen, wo Hilfe dringend benötigt wurde. Insgesamt standen uns hierfür 15.000 Euro zur Verfügung. Bei der Verwendung der Spendengelder haben wir großen Wert auf Transparenz, direkte Wirkung und langfristige Unterstützung gelegt.
Die Mittel wurden bewusst auf unterschiedliche Maßnahmen verteilt. Ein Teil der Spenden floss in unmittelbare Nothilfe, beispielsweise durch die Unterstützung betroffener Familien mit Grundversorgung oder die Wiederherstellung elementarer Infrastruktur wie Brunnen, Zäune und Schutzmauern. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Hilfe zur Selbsthilfe. Durch gezielte Investitionen in Arbeitsmaterialien, Werkzeuge und Grundausstattungen können Kleinunternehmerinnen und -unternehmer ihre Tätigkeit wieder aufnehmen und eigenständig Einkommen erwirtschaften.
Darüber hinaus haben wir auch überregional unterstützende Maßnahmen ermöglicht. So wurde ein Teil der Spendengelder für die Finanzierung des Transports eines Hilfsgütercontainers von Hamburg nach Mindelo eingesetzt. Durch diese Unterstützung konnten dringend benötigte Sachspenden aus Deutschland die betroffenen Menschen vor Ort erreichen und über lokale Organisationen verteilt werden.
Besonders wichtig war uns die Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen, die fest in den Gemeinden verankert sind und die Situation vor Ort genau kennen. In vielen Fällen bestand bereits vor der Spendenaktion eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Dadurch konnte sichergestellt werden, dass die Unterstützung bedarfsgerecht eingesetzt wurde und dort ankam, wo sie tatsächlich benötigt wurde.
Wo immer möglich, wurden konkrete und zweckgebundene Maßnahmen unterstützt. In Einzelfällen, wie bei der Unterstützung des kapverdischen Roten Kreuzes, war eine direkte Zweckbindung zum Zeitpunkt der Überweisung nicht umsetzbar. Auch hier erfolgte die Entscheidung bewusst zugunsten einer etablierten Organisation mit Erfahrung in der Katastrophenhilfe und lokaler Präsenz. Der Austausch hierzu wird weiterhin fortgeführt.
Die Spendenaktion hat gezeigt, wie viel durch gemeinsames Engagement und Solidarität erreicht werden kann. Unser besonderer Dank gilt allen Spenderinnen und Spendern, die diese Hilfe möglich gemacht haben, sowie allen Partnerorganisationen und Unterstützenden vor Ort und in Deutschland, die die Umsetzung der Maßnahmen getragen haben. Mit diesem Bericht möchten wir transparent darlegen, wie die Spendengelder eingesetzt wurden, und gleichzeitig zeigen, welchen konkreten Beitrag sie zum Wiederaufbau und zur Unterstützung der vom Sturm Erin betroffenen Menschen, Tiere und Projekte leisten konnten.
Ausführlicher Bericht zur Spendenverteilung nach dem Tropensturm Erin
Wenn Sie sich für noch mehr Bilder und die entsprechenden Belege interessieren, können Sie sich hier unseren ausführlichen Bericht herunterladen: