Rechtliche Identität bleibt eine Herausforderung in Afrika - ID4Africa-Botschafter

Afrika steht weiterhin vor großen Herausforderungen bei der Zivilstandsregistrierung und der Identifikation seiner Bürgerinnen und Bürger. Diese Situation schränkt die Ausübung der Staatsbürgerschaft sowie den Zugang zu grundlegenden Rechten und essenziellen Dienstleistungen erheblich ein. Darauf macht Juvenal Pereira, Botschafter der Organisation ID4Africa, aufmerksam.

In einem Interview mit Rádio Morabeza, im Vorfeld des diesjährigen Treffens der panafrikanischen Bewegung ID4Africa, erinnert Juvenal Pereira daran, dass das Fehlen einer rechtlichen Identität nach wie vor einer der wichtigsten Faktoren sozialer Ausgrenzung ist – insbesondere in Subsahara-Afrika.

„Die Herausforderung für den Kontinent ist enorm (…). Kap Verde entspricht sozusagen nicht der allgemeinen Realität des afrikanischen Kontinents, denn heute verfügen nahezu alle Kapverdierinnen und Kapverdier – mit Ausnahme einiger Inhaber lebenslang gültiger Ausweise, von denen jedoch viele bereits auf die neuen Dokumente umgestiegen sind – über eine Identifikation. Im Gegensatz dazu gibt es in vielen afrikanischen Ländern noch nicht-elektronische Ausweisdokumente. Zudem leben dort tausende Menschen, darunter Kinder und ältere Personen, ohne jegliches Ausweisdokument und ohne Geburtenregistrierung“, erklärt er.

Weltweit haben weiterhin mehr als 850 Millionen Menschen keinerlei Form rechtlicher Identität – eine Situation, die Subsahara-Afrika besonders stark betrifft. Für Juvenal Pereira ist der Ausbau von Zivilstands- und Identitätssystemen von zentraler Bedeutung für Entwicklung, soziale Inklusion und die Stärkung staatlicher Strukturen in Afrika.

„Meiner Ansicht nach besteht die größte Herausforderung für diese afrikanischen Länder zunächst darin, allen Menschen, die diese grundlegenden Voraussetzungen noch nicht erfüllen, eine Geburtenregistrierung und ein Ausweisdokument zu garantieren. Darauf aufbauend gilt es, Anwendungsfälle weiterzuentwickeln und vorteilhafte Lösungen zu schaffen – etwa im Bereich der Gesundheitsversorgung, der Finanzdienstleistungen und weiterer Dienste“, so Pereira.

Kap Verde gilt dabei als Beispiel für bewährte Verfahren. Laut Juvenal Pereira besteht das zukünftige Ziel darin, die Integration des digitalen Systems auf weitere öffentliche und private Institutionen auszuweiten und die Interoperabilität zu stärken.

„In Kap Verde verfügen wir bereits über nahezu alle wesentlichen Bausteine eines funktionierenden digitalen Identifikations- und Authentifizierungsökosystems. Dennoch haben wir ehrgeizige Ziele. Die nächste Herausforderung besteht darin, sicherzustellen, dass die gesamte öffentliche Verwaltung sowie private Akteure Interaktionsmechanismen implementieren und das volle digitale Potenzial nutzen, das wir durch das SNIAC und die über dieses zentrale Integrations- und Interoperabilitätssystem ausgestellten Dokumente einführen – sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor“, betont er.

Darüber hinaus wird derzeit die Migration der Plattform auf Blockchain-Technologie geprüft, mit dem Ziel, die Sicherheit, Robustheit und die Anpassung an internationale Trends weiter zu stärken.

Kap Verde wird auch in diesem Jahr am jährlichen Treffen der panafrikanischen Bewegung ID4Africa teilnehmen, das vom 12. bis 15. Mai in der Elfenbeinküste stattfindet. Die Veranstaltung bringt internationale Fachleute zusammen, um die Herausforderungen der rechtlichen und digitalen Identität auf dem afrikanischen Kontinent zu diskutieren.

 

Quelle: “Registo civil e identidade legal continuam a ser desafio em África” - embaixador do ID4Africa