Präsident des kapverdischen Fußballverbandes will Kap Verde bei allen Endrunden vertreten sehen
Nach dem Erfolg bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 verfolgt Cabo Verde das Ziel, sich künftig für alle Endrunden großer Wettbewerbe zu qualifizieren. Das erklärte der Präsident des kapverdischen Fußballverbandes (FCF), Mário Semedo, heute in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Lusa.
„Ja, genau das ist unser Ziel – wir wollen immer dabei sein. Diesmal haben wir die Qualifikation für den Afrika-Cup 2026 verpasst, womit niemand gerechnet hatte“, räumt der Verbandspräsident ein. Gleichzeitig ist er überzeugt, dass die „Blauen Haie“ bereits in der Qualifikation für den Afrika-Cup 2027, die im September beginnt, zu den Favoriten zählen können.
Bei ihrer ersten Teilnahme an einer Fußball-Weltmeisterschaft überraschte die Nationalmannschaft mit zwei Unentschieden gegen ehemalige Weltmeister – 0:0 gegen Spanien und 2:2 gegen Uruguay. Außerdem zwang sie den amtierenden Weltmeister Argentinien dazu, erst in der Verlängerung den Einzug ins Achtelfinale mit einem 3:2-Sieg perfekt zu machen.
„Nach unseren Leistungen bei der Weltmeisterschaft stehen wir nun stärker im Fokus. Durch die internationale Aufmerksamkeit wollen jetzt alle auch Cabo Verde schlagen. Darauf müssen wir vorbereitet sein“, erklärte Semedo.
Mário Semedo plant, die Zusammenarbeit mit Nationaltrainer Pedro Brito, besser bekannt als „Bubista“, fortzusetzen. Dessen Vertrag war bereits vor der Weltmeisterschaft 2026 verlängert worden. Gemeinsam soll die Mannschaft nun die nächsten Qualifikationskampagnen bestreiten – einschließlich der Weltmeisterschaft 2030, die in Spanien, Marokko und Portugal ausgetragen wird.
„Natürlich ist das unser Ziel. Aber wir kennen auch die Risiken. Bubista ist inzwischen ein hoch angesehener Trainer. Im Fußball gibt es immer Unsicherheiten, mit denen wir umgehen müssen“, sagte Semedo. Er betonte, dass es zwar bislang keine entsprechenden Gespräche gegeben habe, man diese Möglichkeit jedoch nicht außer Acht lassen dürfe.
Auf die Frage nach der Talentsichtung und der Rekrutierung neuer Spieler erklärte Semedo, dass Bubista diesem Thema stets große Aufmerksamkeit widme.
„Schon bei der FIFA Series im März in Neuseeland wurden neue Spieler nominiert. Ich gehe davon aus, dass wir diesen Weg fortsetzen werden. Wir verfügen über viele talentierte Spieler, die derzeit noch auf ihre Chance warten und sie nun sicherlich erhalten werden“, sagte er, ohne Namen zu nennen.
Ein Großteil der Einnahmen aus der Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2026 soll nach Begleichung aller Verpflichtungen gegenüber den Spielern sowie sämtlicher Ausgaben – insbesondere für Reisen, Unterkünfte und die gesamte Organisation – in die nationalen Wettbewerbe und die Nachwuchsförderung investiert werden.
„Die FIFA hat nicht alle Kosten übernommen. Viele glauben, dass das Geld sofort auf dem Konto des Verbandes landet. Das stimmt nicht. Wir haben zwar Millionen erhalten, mussten aber auch Millionen ausgeben“, erklärte Semedo und verwies dabei unter anderem auf die Kosten der Qualifikationsphase.
Die endgültige Abrechnung steht noch aus. Semedo geht davon aus, dass bis Ende des Jahres feststehen wird, welcher Betrag tatsächlich übrig bleibt. Dieser werde „mit Sicherheit vollständig in den nationalen Fußball investiert“.
Besonders wichtig sei die Einführung eines gesetzlichen Rahmens für Fußballschulen und die Nachwuchsausbildung. Damit könnten unter anderem Anforderungen an die Qualifikation der Verantwortlichen sowie Fragen der Finanzierung geregelt werden, um zu verhindern, dass Fußballschulen ohne klare Qualitätsstandards gegründet werden.
Dies sei Teil einer langfristigen Entwicklung außerhalb des Spielfelds, die den sportlichen Erfolg dauerhaft sichern solle. In diesem Zusammenhang erklärte der FCF-Präsident, dass der Verband enge Kontakte und gute Beziehungen zum portugiesischen Fußballverband sowie zu den Fußballverbänden des Senegal und der Elfenbeinküste pflege, die als Vorbilder dienen könnten.
Als wichtigste Erkenntnis aus der Weltmeisterschaft in den USA nannte Semedo die Erfahrung, dass „der Umgang mit Erfolgen manchmal schwieriger ist als der Umgang mit Niederlagen“, da die gewachsene Bekanntheit die Nationalmannschaft stärker ins Rampenlicht rücke und damit auch neue Herausforderungen mit sich bringe.
Derzeit richtet die FCF ihre Aufmerksamkeit auf ein weiteres historisches Ereignis: Die von Silvéria Nédio trainierte Frauen-Nationalmannschaft wird ab dem 26. Juli in Marokko erstmals an einer Endrunde des Afrika-Cups teilnehmen.
„Das ist eine große Herausforderung. Wir müssen bestens vorbereitet und organisiert sein, um gegen die Mannschaften unserer Gruppe bestehen zu können. Es wird eine körperlich sehr anspruchsvolle Gruppe“, sagte Mário Semedo mit Blick auf Gruppe D, in der Cabo Verde auf Ghana, Kamerun und Mali trifft.
Quelle: Presidente da FCF quer Cabo Verde em todas as fases finais