Pablo Picassos Ausstellung „Die Beerdigung des Grafen von Orgaz“ in Praia

Die Stadt Praia ist erstmals Schauplatz einer Ausstellung, die dem Meister des Kubismus, dem Spanier Pablo Picasso, gewidmet ist. Gezeigt wird die Werkreihe „Die Beerdigung des Grafen von Orgaz“. Die Ausstellung wird von der Iberoamerikanischen Universitätsstiftung (FUNIBER) in Zusammenarbeit mit der Kanarischen Stiftung für Auswärtige Angelegenheiten (FUCAEX) der Regierung der Kanaren organisiert und am kommenden Donnerstag, dem 11., um 17 Uhr im Sitz der FUCAEX im Stadtteil Plateau eröffnet.

Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, besteht „Die Beerdigung des Grafen von Orgaz“ aus einer Serie von 13 Grafiken, die zwischen 1967 und 1968 entstanden. Sie bilden den visuellen Teil eines surrealistischen Experiments mit automatischem Schreiben, das Picasso gemeinsam mit dem spanischen Dichter Rafael Alberti im Hinblick auf eine gemeinsame Publikation entwickelte.

In diesen Arbeiten erkundet Picasso ein neues, sinnliches Bilduniversum. Er wählt einen direkten, informellen und nahezu automatischen Stil – ähnlich wie die Schreibweise des zugrunde liegenden Textes – und bleibt dabei seinen wiederkehrenden Themen und Figuren treu.

Die Personen, die in El Grecos weltberühmtem Gemälde „Die Beerdigung des Grafen von Orgaz“ dem Begräbnis beiwohnen, werden in Picassos Version durch Voyeurinnen und Voyeuren ersetzt, die hinter Vorhängen erotische Szenen beobachten. Ähnlich wie Alfred Hitchcock in seinen Filmen taucht auch der Künstler selbst mindestens einmal als Figur in der Darstellung auf.

Hinter den Vorhängen erscheinen Figuren in einer zeitlosen, gleichzeitigen Mischung aus Realität und Fantasie: Faune, Nymphen, Goya selbst, nackte Frauen, Akrobaten, Gestalten des 16. Jahrhunderts, Zwerge, Amor, Degas und viele weitere Protagonisten aus Picassos umfangreicher Bildwelt existieren auf demselben Blatt nebeneinander.

Laut Federico Fernández, Leiter des Kulturbereichs der FUNIBER, zeige die Sammlung Picassos Vertrautheit mit den Techniken der Surrealistengruppe um André Breton. Ein Beleg dafür sei das automatische Schreiben, das der Grafikserie als Faksimile beigefügt ist und auf das Jahr 1939 datiert.

„Vielleicht ist es eine Serie für Kenner – ein surrealistisches Experiment rund um den Grafen von Orgaz, in dem der Erotismus im Vordergrund steht. Die andere Serie gehört zu einer ruhigeren, zeichnerisch sanfteren Phase Picassos“, wird er zitiert.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Präsidentschaft der Republik Kap Verde und wird von der Europäischen Universität des Atlantiks (UNEATLÁNTICO) in Santander sowie von Casa África auf den Kanaren unterstützt.

Nach Angaben der Veranstalter setzt die Schau die Bemühungen beider Institutionen fort, die spanische Kultur in Kap Verde zu fördern und den kulturellen Austausch zwischen beiden Ländern zu stärken.

Nach Ausstellungen zu Joan Miró im Jahr 2023 und Salvador Dalí im Jahr 2024 rückt nun das Werk Pablo Picassos in den Mittelpunkt. Seine von Genialität und provokativer Fantasie geprägte Kunst bietet dem kapverdischen Publikum eine seltene Gelegenheit, Arbeiten eines Künstlers zu erleben, der die moderne Kunst nachhaltig geprägt hat.

Die Ausstellung ist bis zum 12. März für die Öffentlichkeit zugänglich. Zur Eröffnung werden der Präsident der Republik, José Maria Neves, sowie der Delegierte der FUCAEX in Kap Verde, Jorge Cólogan, erwartet.

 

Quelle: ​Cidade da Praia acolhe exposição “O Enterro do Conde de Orgaz”, do artista espanhol Pablo Picasso