Neues Forschungsprojekt zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen gestartet
Auf den Kapverden zählen akute Atemwegsinfektionen weiterhin zu den häufigsten Gründen für medizinische Behandlungen im Kindesalter. Die Inzidenz liegt bei 7.551 Fällen pro 10.000 Kindern unter fünf Jahren, während bei Lungenentzündungen 218 Fälle pro 10.000 Kinder registriert werden.
Vor diesem Hintergrund startet die Universidade de Cabo Verde heute, am 4. Juni, das Forschungsprojekt PREPARA-M.CV. Ziel des Projekts ist es, die nationalen Diagnosekapazitäten zu stärken und die Ausbreitung antimikrobieller Resistenzen (AMR) bei kapverdischen Kindern einzudämmen.
Das Projekt wird von der Universität koordiniert und von der Fundação Calouste Gulbenkian im Rahmen des Förderprogramms „+ Investigação“ finanziert. Es verfügt über ein Gesamtbudget von 179.920 Euro, läuft über einen Zeitraum von 36 Monaten und wird gemeinsam mit einem internationalen Konsortium umgesetzt.
PREPARA-M.CV verfolgt dabei drei zentrale Ziele:
- Einführung schneller molekularer Diagnosetechnologien im Hospital Universitário Dr. Agostinho Neto,
- Aufbau einer systematischen Laborüberwachung antimikrobieller Resistenzen anhand pädiatrischer Proben,
- Weiterbildung von medizinischem Fachpersonal im Bereich einer verantwortungsvollen Antibiotikaverschreibung nach internationalen Standards des Antibiotic Stewardship.
Darüber hinaus soll das Projekt erstmals eigene Daten zum mikrobiologischen Profil von Atemwegsinfektionen auf den Kapverden liefern. Diese Erkenntnisse werden direkt in die Überarbeitung des nationalen Aktionsplans zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen einfließen.
Die World Health Organization stuft antimikrobielle Resistenzen inzwischen als eine der zehn größten Bedrohungen für die globale Gesundheit ein. Schätzungen, die in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurden, gehen davon aus, dass zwischen 2025 und 2050 weltweit rund 39 Millionen Todesfälle direkt auf Antibiotikaresistenzen zurückzuführen sein werden – mit besonders schwerwiegenden Auswirkungen auf Afrika.