Neue Strategie für mineralische Baustoffe sieht 98,7 Millionen Escudos vor

Die Nationale Strategie für die Gewinnung mineralischer Baustoffe (ENEI) 2025–2030, die von der Regierung verabschiedet und am Mittwoch, den 25., im Amtsblatt veröffentlicht wurde, sieht Investitionen in Höhe von 98,7 Millionen Escudos vor. Ziel ist es, die illegale Förderung einzudämmen, die Regulierung des Sektors zu stärken und eine nachhaltige Nutzung mineralischer Ressourcen im Land bis 2030 zu fördern.

Mineralische Baustoffe wie Sand, Schotter und pyroklastisches Material werden dabei als essenzielle Ressourcen für den Bausektor, öffentliche Bauvorhaben, Stadtplanung, den Ausbau strategischer Infrastrukturen sowie die Stärkung des Tourismussektors beschrieben.

Gleichzeitig räumt die Regierung ein, dass die Gewinnung dieser Materialien bislang stark von informellen Strukturen und illegalen Praktiken geprägt ist.

Laut dem Dokument wurden im Jahr 2023 insgesamt 444 Abbaustellen identifiziert, von denen jedoch nur ein kleiner Teil über eine offizielle Lizenz verfügte.

Die Regierung weist außerdem auf territoriale Ungleichgewichte im Angebot hin: Die Förderung konzentriert sich stark auf die Inseln Santiago und São Vicente, während sie auf Inseln wie Brava, Maio und Santo Antão deutlich geringer ist. Diese Unterschiede werden durch Schwächen im rechtlich-institutionellen Rahmen verstärkt, etwa durch fragmentierte Verfahren, kurze Lizenzlaufzeiten, fehlende Umweltgarantien und eine unzureichende Abstimmung zwischen den zuständigen Behörden.

Der Beschluss stellt fest, dass das Fehlen einer integrierten Strategie bislang die Versorgung mit Rohstoffen beeinträchtigt, die Baukosten erhöht, regionale Ungleichheiten vertieft und den Beitrag des Sektors zur Schaffung formeller Arbeitsplätze, zur sozialen Inklusion und zu Staatseinnahmen begrenzt hat. Zudem erschwert es die Einhaltung nationaler und internationaler Umweltverpflichtungen.

Vor diesem Hintergrund soll die ENEI 2025–2030 den Sektor „nachhaltig, modern, reguliert und inklusiv“ gestalten und dabei wirtschaftliche Nutzung mit Umweltschutz und territorialem Ausgleich in Einklang bringen.

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören eine Reform des gesetzlichen und institutionellen Rahmens, die Einführung mehrjähriger Lizenzen, die Vereinheitlichung von Verfahren, verpflichtende Umweltkautionen sowie die Einrichtung einer Nationalen Technischen Einheit für Geologie und eines Nationalen Rates für die Gewinnung mineralischer Baustoffe.

Geplant sind außerdem die Erstellung detaillierter geologischer Karten sowie der Aufbau eines nationalen Geoportals.

Die Strategie setzt sich ehrgeizige Ziele: die Formalisierung von über 80 Prozent der Aktivitäten, eine Reduzierung der illegalen Sandentnahme an Stränden und in Flussbetten um 70 Prozent, mindestens ein lizenziertes Steinbruchprojekt auf jeder bewohnten Insel sowie eine Steigerung des Beitrags des Sektors auf bis zu 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2030.

Die ENEI wurde partizipativ erarbeitet und bezieht Ministerien, Gemeinden, den Privatsektor, die Wissenschaft sowie die Zivilgesellschaft ein. Sie steht im Einklang mit dem Strategischen Entwicklungsplan für nachhaltige Entwicklung (PEDS II) und der Agenda 2030.

Das Gesamtbudget der Strategie beläuft sich auf rund 98,7 Millionen Escudos und wird aus dem Staatshaushalt, dem Nationalen Umweltfonds, privaten Beiträgen, internationaler Zusammenarbeit sowie öffentlich-privaten Partnerschaften finanziert.

Die Resolution legt fest, dass die Nationale Umweltdirektion für die Überwachung der Umsetzung der ENEI 2025–2030 verantwortlich ist – in enger Abstimmung mit weiteren Institutionen, insbesondere bei der Mobilisierung von Investitionen und der Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen.

 

Quelle: Nova estratégia dos inertes prevê 98,7 milhões de escudos para combater exploração ilegal e reforçar sector até 2030