Neue Regelungen im Flugverkehr – Auswirkungen auf kapverdische Reisende
Am 13. Oktober 2025 hat das Europäische Parlament eine bedeutende Aktualisierung der Verordnung über die Rechte von Flugreisenden verabschiedet. Sie sieht vor, dass Passagiere künftig das Recht haben, kostenlos ein Handgepäckstück in üblicher Größe sowie einen persönlichen Gegenstand mitzuführen – ein Schritt, der europaweit für mehr Klarheit und Verbraucherschutz sorgt.
Gemäß der Verordnung (EG) Nr. 261/2004, die für Flüge gilt, die in der EU starten oder von europäischen Fluggesellschaften durchgeführt werden, können Reisende bei Verspätungen oder Annullierungen Entschädigungen zwischen 250 und 600 Euro beanspruchen – abhängig von Flugdistanz und Verspätungsdauer.
Ein Flug zwischen Lissabon und Praia, der sich um mehr als drei Stunden verspätet, kann beispielsweise eine Entschädigung von bis zu 400 Euro begründen.
Doch zwischen den europäischen Standards und der Praxis in Kap Verde klafft eine deutliche Lücke: Zwar sieht auch die lokale Gesetzgebung Entschädigungen vor, doch deren Höhe ist geringer, die Umsetzung weniger streng und die Harmonisierung mit internationalen Normen bleibt unzureichend. Der Schutz der kapverdischen Passagiere ist daher nach wie vor begrenzt.
Die wichtigsten Änderungen der neuen EU-Regelung
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Höhere Entschädigungen: 300 € für Flüge bis 1.500 km, 400 € für Flüge zwischen 1.500 und 3.500 km (unverändert), 600 € für Strecken über 3.500 km.
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Zahlungsweise: Entschädigungen dürfen künftig nur per Banküberweisung oder Kreditkarte erfolgen – Gutscheine sind nicht mehr zulässig.
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Handgepäck: Passagiere erhalten ein garantiertes Recht auf kostenloses Handgepäck in üblicher Größe plus einen persönlichen Gegenstand.
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Automatische Anpassung: Die Beträge werden alle drei Jahre automatisch an die europäische Inflationsrate angepasst.
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Transparente Information: Fluggesellschaften sind verpflichtet, klar verständliche und leicht zugängliche Informationen über die Rechte der Reisenden bereitzustellen.
Die neuen Regeln sollen voraussichtlich im April 2027 in Kraft treten – 18 Monate nach der offiziellen Veröffentlichung im Amtsblatt der EU.
Vergleich: Alte und neue EU-Regeln – und was sie für Kap Verde bedeuten
Für Kap Verde und seine Reisenden hat die Entscheidung unmittelbare Bedeutung, insbesondere auf den internationalen Strecken der TACV, die das Archipel mit Ländern wie Portugal, Frankreich und Italien verbindet.
Doch während die Rechte auf dem Papier eindeutig sind, zeigt sich in der Praxis ein anderes Bild: Häufige Verspätungen, Flugausfälle und operative Schwierigkeiten bei TACV gefährden die Umsetzung der Vorschriften. Viele Passagiere sehen sich mit bürokratischen Hürden konfrontiert, wenn sie versuchen, ihre Entschädigungen einzufordern.
Diese Diskrepanz zeigt, dass dringender Handlungsbedarf besteht – sowohl seitens der Fluggesellschaft, die in betriebliche Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit investieren muss, als auch seitens der Behörden, die nationale Vorschriften an internationale Standards anpassen sollten. Nur so lässt sich ein wirksamer Schutz der Passagiere gewährleisten.
Bleiben solche Maßnahmen aus, droht Kap Verde nicht nur ein Imageschaden im internationalen Luftverkehr, sondern auch ein Vertrauensverlust bei Touristen und Geschäftsreisenden.
Was Passagiere tun können
Bis dahin gilt: Reisende sollten alle Reiseunterlagen, Bordkarten und Belege sorgfältig aufbewahren und ihre Ansprüche schriftlich geltend machen. Auf Flügen zwischen Kap Verde und Europa können sie sich dabei auf die EU-Regelung berufen – und so die ihnen zustehenden Entschädigungen nach internationalem Recht einfordern.
Quelle: Parlamento Europeu reforça direitos dos passageiros aéreos: Impactos para Cabo Verde - Caboverde24
EU führt neues Grenzkontrollsystem ein - was das Kapverdier bedeutet
Ab dem 12. Oktober 2025 führt die Europäische Union ein neues technologisches Grenzkontrollsystem ein, das insbesondere kapverdische Reisende betrifft, die für Kurzaufenthalte in den Schengen-Raum einreisen möchten.
Was ändert sich für Reisende aus Kap Verde?
Das neue Ein- und Ausreisesystem (Entry/Exit System – EES) ersetzt den bisherigen Stempel im Reisepass durch eine digitale Registrierung biometrischer Daten. Damit modernisiert die EU den gesamten Prozess der Ein- und Ausreise im Schengen-Raum.
Künftig müssen Nicht-EU-Bürger, darunter auch Kapverdier, bei der Einreise ihre biometrischen Daten – darunter vier Fingerabdrücke und ein Gesichtsbild – erfassen lassen. Außerdem werden Einreise- und Ausreisedatum sowie -ort elektronisch gespeichert.
Ziel dieser Maßnahme ist es, die Sicherheit an den europäischen Außengrenzen zu erhöhen und die Identitätskontrolle bei künftigen Reisen zu erleichtern. Der physische Passstempel entfällt vollständig – alle relevanten Informationen werden nun digital und sicher im System hinterlegt.
Warum wurde das neue System eingeführt?
Das EES wurde entwickelt, um irreguläre Aufenthalte innerhalb des Schengen-Raums zu verhindern und die erlaubte Aufenthaltsdauer – maximal 90 Tage innerhalb von 180 Tagen – präzise zu überwachen.
Neben einem höheren Sicherheitsniveau soll das System auch die Abfertigung an den Grenzen beschleunigen, da die Daten künftig zentral und elektronisch in allen Schengen-Staaten abrufbar sind.
Was müssen kapverdische Reisende beachten?
Reisende sollten sich darauf vorbereiten, dass bei ihrer ersten Einreise nach dem 12. Oktober die biometrische Erfassung verpflichtend ist. Wichtig ist, einen gültigen Reisepass vorzulegen und den Anweisungen der Grenzbeamten zu folgen.
In den ersten Monaten nach der Einführung kann es zu längeren Wartezeiten und Verzögerungen kommen, da sich das System noch in der Anlaufphase befindet. Mittelfristig soll der Grenzübertritt jedoch schneller und sicherer werden.
Fazit
Das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) markiert einen technologischen Fortschritt im europäischen Grenzmanagement und unterstreicht das Bestreben der EU, Sicherheit und Modernisierung zu verbinden.
Für kapverdische Bürger bedeutet dies eine wichtige Veränderung bei Reisen nach Europa: mehr Kontrolle, aber auch mehr Transparenz.
Wer sich frühzeitig informiert und die neuen Anforderungen kennt, kann weiterhin problemlos und stressfrei in den Schengen-Raum reisen.
Quelle: Novo controle fronteiriço na Europa: Impacto para os viajantes cabo-verdianos - Caboverde24