Maisernte in Kap Verde fast 40 Prozent unter dem Durchschnitt

Die Maisproduktion in Kap Verde lag im Jahr 2025 fast 40 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Das geht aus vorläufigen Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hervor.

Die Produktion werde auf rund 1.100 Tonnen geschätzt und liege damit „fast 40 Prozent unter dem – ohnehin niedrigen – Durchschnitt der letzten fünf Jahre“. Ausschlaggebend seien vor allem ungünstige Wetterbedingungen sowie eine Verringerung der Anbauflächen, teilte die FAO in ihrem jüngsten Bericht des Globalen Informations- und Frühwarnsystems für Ernährung und Landwirtschaft (GIEWS) mit.

Der Rückgang der Anbauflächen sei Teil eines breiteren Trends: In einigen Regionen würden landwirtschaftliche Tätigkeiten zunehmend aufgegeben. Gründe dafür seien unregelmäßige Niederschläge, gestiegene Arbeitskosten in der Landwirtschaft in den vergangenen Jahren sowie die Abwanderung junger Menschen, so die Organisation.

Mais ist praktisch das einzige Getreide, das im Archipel angebaut wird, und bildet für einen Teil der Bevölkerung ein Grundnahrungsmittel. Die Ernte wurde im Dezember abgeschlossen.

Die Regenzeit, die normalerweise von August bis Oktober dauert, verlief laut Bericht „unregelmäßig“, und die kumulierten Niederschlagsmengen lagen unter dem Durchschnitt.

Nach Angaben desselben Bulletins, das heute von der Nachrichtenagentur Lusa eingesehen wurde, stiegen die Preise für lokal produzierten Mais zwischen Oktober und Dezember leicht um bis zu fünf Prozent.

Die Preise für andere wichtige Grundnahrungsmittel wie importiertes Weizenmehl und Reis blieben im gleichen Zeitraum hingegen weitgehend stabil.

Den Schätzungen der FAO zufolge befanden sich zwischen Oktober und Dezember 2025 rund 37.800 Menschen in Kap Verde in akuter Ernährungsunsicherheit. Das seien etwas weniger als die 41.300 Menschen – etwa acht Prozent der analysierten Bevölkerung –, die im gleichen Zeitraum 2024 auf humanitäre Hilfe angewiesen gewesen seien.

Gleichzeitig äußert die Organisation „Besorgnis“ über die Ernährungssicherheit von Familien, die von den Überschwemmungen im Jahr 2025 betroffen waren. Diese hätten Lebensgrundlagen beeinträchtigt und wichtige Infrastrukturen auf den Inseln São Vicente, Santo Antão (Gemeinde Porto Novo), São Nicolau sowie Santiago (Tarrafal, São Miguel, Santa Cruz und Santa Catarina) beschädigt. Die Regierung hatte deshalb den Notstand ausgerufen.

Erste Prognosen deuten darauf hin, dass im Zeitraum zwischen den Ernten – von Juni bis August 2026 – etwa 33.500 Menschen, entsprechend rund sieben Prozent der untersuchten Bevölkerung, von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein könnten.

 

Quelle: Produção de milho ficou quase 40% abaixo da média em Cabo Verde - Notícias ao Minuto