Kuba will Zusammenarbeit mit Kap Verde in den Bereichen Landwirtschaft, Kultur und Gesundheit ausbauen
Der kubanische Botschafter in Kap Verde zeigte sich optimistisch hinsichtlich der Zukunft der Kooperation zwischen beiden Ländern und betonte das Potenzial für gemeinsame Projekte in den Bereichen Landwirtschaft, Kultur, Gesundheit, Biotechnologie sowie Bewahrung des kulturellen Erbes.
Die Informationen wurden von Turcos Miguel Esquivel López im Gespräch mit Inforpress bekannt gegeben, im Kontext des jüngsten Appells Kap Verdes zur „sofortigen und bedingungslosen“ Aufhebung der wirtschaftlichen, kommerziellen und finanziellen Blockade der Vereinigten Staaten gegen Kuba.
Der Diplomat äußerte Vertrauen in die Stärkung der bilateralen Beziehungen zwischen Kap Verde und Kuba, die über die Jahre „eine sehr schöne Geschichte aufgebaut haben, basierend auf Solidarität und gegenseitigem Respekt“.
Turcos Miguel Esquivel López hob die weitreichenden Kooperationsmöglichkeiten in Bereichen wie Landwirtschaft, Kultur, Gesundheit, Biotechnologie sowie im Schutz des historischen und kulturellen Erbes hervor.
Dem Diplomaten zufolge laufen Gespräche mit dem Landwirtschaftsministerium über die Entsendung von sechs kubanischen Fachkräften – vier Tierärzten und zwei Agronomen –, die auf drei Inseln verteilt werden sollen, um die landwirtschaftliche Entwicklung des Landes zu unterstützen.
Im Kulturbereich unterstrich der Botschafter das kreative Potenzial Kap Verdes und betonte die Bedeutung strukturierten künstlerischen Trainings. Es gebe viel Talent im Land, sagte er, doch viele Musiker und Künstler seien Autodidakten. Durch Zugang zu akademischer Ausbildung könne Kap Verde sein kulturelles Niveau weiter anheben. Auch eine Zusammenarbeit mit dem Nationalballett Kubas sowie die Entsendung von Kunst- und Musiklehrern sei möglich.
„Wir müssen stark in diesen Bereich investieren. Wir können Musiklehrer und Kunstinstruktoren entsenden, die hier nicht nur ausbilden, sondern auch einen großen sozialen Einfluss haben könnten, insbesondere für Kinder“, bekräftigte er.
Im Gesundheitssektor hob der Botschafter hervor, dass 65 Prozent der 80 kubanischen Ärzte in Kap Verde über eine akademische Lehrqualifikation verfügen, was die Einführung spezialisierter medizinischer Ausbildungen im Land selbst ermöglichen könnte.
„Wir haben vorgeschlagen, kubanische Medizinprofessoren nach Kap Verde zu bringen. Wir haben Erfahrung, wir haben medizinische Universitäten, und wir können Professoren entsenden, um hier komplette Facharztausbildungen und sogar das gesamte Medizinstudium anzubieten – ohne dass die Studierenden ins Ausland reisen müssen“, erklärte er.
Der Botschafter zeigte zudem Interesse an der Unterstützung bei der Restaurierung und Digitalisierung des dokumentarischen Erbes von Kap Verde und unterstrich den historischen Wert der nationalen Archive, die Erinnerungen aus der Kolonialzeit und den Verbindungen zwischen Afrika und Amerika bewahren.
Auch die Biotechnologie wurde als strategischer Bereich genannt. Kuba bietet hier Kooperation insbesondere im Bereich therapeutischer Krebsimpfstoffe an, die international anerkannt sind.
„Ein weiteres Kooperationsfeld könnten Impfstoffe sein. Wir verfügen über weltweit einzigartige therapeutische Impfstoffe gegen Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs und Hautkrebs. Zudem befinden wir uns in klinischen Phase-III-Studien für einen Impfstoff gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs, und diese Impfstoffe sind international anerkannt“, sagte er.
Die Impfstoffe gegen das diabetische Fußsyndrom hätten zudem eine Wirksamkeit von 85 Prozent und verhinderten Amputationen.
„Wir sind bereit, diese Medikamente in Kap Verde einzuführen“, so der Botschafter und fügte hinzu, dass das Land auch von Partnerschaften im Rahmen des derzeit entstehenden Technologieparks profitieren könne.
„Mit dem Technologiepark könnten wir zudem eine Vereinbarung treffen, um pharmazeutische und technologische Medikamente hier zu produzieren – auch für den Export nach Westafrika. Das würde ebenfalls die technologische Entwicklung vorantreiben“, erklärte er.
Der Diplomat schloss mit den Worten, Kuba betrachte Kap Verde als „Partner mit großem landwirtschaftlichen und wissenschaftlichen Potenzial“ und unterstrich den Willen der kubanischen Regierung, das Archipel weiterhin auf seinem Entwicklungsweg zu unterstützen.
Quelle: Cuba quer reforçar cooperação com Cabo Verde nas áreas da agricultura, cultura e saúde - Balai