Karina Moreira fordert offizielle Anerkennung der kreolischen Sprachen
Die Linguistin und Forscherin Karina Moreira sprach sich gestern, am 28., für die Institutionalisierung, den Unterricht und die offizielle Anerkennung kreolischer Sprachen als wesentliche Maßnahmen zum Schutz der kulturellen Identität aus. Ihrer Ansicht nach sollte Kap Verde die offizielle Anerkennung der kapverdischen Sprache beschleunigen.
Die Aussagen wurden gegenüber der Presse im Rahmen des Panels „Kreolität und Moderne“ gemacht, das Teil des Internationalen Treffens zur Atlantischen Kreolität ist, das unter dem Motto „Brücken bauen, eine bessere Zukunft gestalten“ stattfindet.
Bei dieser Gelegenheit sprach die Forscherin über die Beziehung zwischen kultureller Identität, Sprache und Globalisierung und konzentrierte sich dabei auf die Situation kreolischer Sprachen in der heutigen Welt sowie auf die Herausforderungen ihres Fortbestands.
„Ich möchte hier eine Reflexion darüber anstoßen, wie sich kreolische Sprachen in dieser modernen globalisierten Welt positionieren werden und was wir tun müssen, damit sie nicht verschwinden“, erklärte sie.
Karina Moreira warnte jedoch davor, dass die kapverdische Sprache derzeit zwar ein hohes Maß an Vitalität aufweise, diese Realität jedoch ohne geeignete öffentliche Maßnahmen nicht dauerhaft gesichert sei.
Der Forscherin zufolge werden viele kreolische Sprachen aufgrund ihrer historischen Verbindung zur Sklaverei weiterhin diskriminiert und abgewertet.
„Sie werden weiterhin als Nicht-Sprachen betrachtet, nicht unterrichtet und nicht offiziell anerkannt – allein aufgrund ihrer besonderen Entstehungsgeschichte durch versklavte Menschen“, erklärte sie.
Für Karina Moreira ist es notwendig, mit diesem Paradigma zu brechen. Sie betonte, dass das Überleben der kreolischen Sprachen über fünf Jahrhunderte hinweg eine kollektive Verantwortung mit sich bringe, ihre Zukunft zu sichern.
„Sie haben fünf Jahrhunderte überlebt, und nun liegt es in unserer Verantwortung dafür zu sorgen, dass sie noch viele weitere Jahrhunderte überleben“, betonte sie.
Auf die Frage nach der Verzögerung bei der offiziellen Anerkennung der kapverdischen Sprache – 50 Jahre nach der nationalen Unabhängigkeit – erklärte die Forscherin, dass diese Frage längst hätte gelöst sein müssen.
„Die Sprache hätte bereits zur Zeit der Unabhängigkeit offiziell anerkannt werden können, und heute würden wir darüber gar nicht mehr diskutieren“, sagte sie.