Kapverdischer Künstler publiziert Artikel zu kultureller Bewahrung
Der kapverdische Künstler und Forscher Eder Pinto, bekannt als Jay_D Marley, ist Autor von zwei internationalen Open-Access-Fachartikeln, die sich mit kapverdischer Kultur und Identität sowie mit der Bewahrung des musikalischen und kulturellen Erbes im zeitgenössischen Kontext befassen.
Wie aus einer heute an die Nachrichtenagentur Inforpress übermittelten Mitteilung hervorgeht, wurden die Beiträge in der wissenschaftlichen Zeitschrift Lumen et Virtus (LEV) veröffentlicht. Die Publikation ist im Bewertungssystem der brasilianischen Förderagentur CAPES als B2 eingestuft. Es handelt sich um die Artikel „Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Bewahrung der traditionellen Musik Kap Verdes“ (2024) und „Modelle musikalischer Fusion als Instrumente kulturellen Widerstands“ (2025).
Im ersten Artikel untersucht Jay_D Marley, wie Anwendungen Künstlicher Intelligenz zur Unterstützung der Bewahrung traditioneller kapverdischer Musik eingesetzt werden können. Er schlägt Strategien zur Dokumentation, Kuratierung und Sicherung vor, die auf gemeinschaftliche Beteiligung setzen und kollektive Rechte schützen.
Die Studie empfiehlt operative Protokolle, die automatische Indexierung mit menschlicher Validierung verbinden, ebenso wie Transparenzmechanismen und Monitoring-Instrumente. Ziel ist es, die Wiederauffindbarkeit traditioneller Musikarchive zu stärken und generationenübergreifende Bildungsprozesse zu fördern.
Im zweiten Artikel analysiert der Autor musikalische Fusionsmodelle als Werkzeuge kulturellen Widerstands. Klangliche Hybridisierung zwischen Genres und Traditionen wird dabei als Mechanismus verstanden, der Erinnerung, Identitätsbehauptung und translokale kulturelle Zirkulation miteinander verknüpft.
Die Untersuchung beleuchtet zudem die Rolle hybrider Musikpraktiken bei der Infragestellung kultureller Hierarchien sowie den Einfluss digitaler Technologien auf die Erweiterung von Publika und die Verbreitung kultureller Ausdrucksformen. Gleichzeitig werden Forschungslücken identifiziert, unter anderem in Bezug auf sozioökonomische Aspekte und öffentliche Politiken zum Schutz immateriellen Kulturerbes.
Für Jay_D Marley stellt die Veröffentlichung der beiden Artikel einen wichtigen Beitrag zur internationalen Sichtbarkeit der Kultur Kap Verdes im akademischen Kontext dar. Zugleich verbinde sie künstlerisches Schaffen mit einer kritischen und systematischen Auseinandersetzung mit kultureller Identität sowie mit den Herausforderungen der Bewahrung und Zirkulation des kapverdischen musikalischen Erbes in einer globalisierten Welt.
Die Initiative fällt in eine Zeit, in der die Bedeutung der Diaspora und afro-lusophoner kultureller Ausdrucksformen in internationalen akademischen und künstlerischen Kreisen zunehmend Aufmerksamkeit erhält und damit den kulturellen Einfluss Kap Verdes über die Landesgrenzen hinaus stärkt.