Kapverdische Regierung verabschiedet Küstenordnungsplan für Santiago
Die kapverdische Regierung hat den Raumordnungsplan für die Küstenzone und das angrenzende Meeresgebiet der Insel Santiago verabschiedet. Der Plan legt neue Regeln für die Nutzung der Küsten- und Meeresgebiete fest, darunter auch Einschränkungen für Bauvorhaben in Risikozonen.
Laut dem am Dienstag im Amtsblatt veröffentlichten Dokument, das heute in Kraft tritt, „ergibt sich der Plan aus der Notwendigkeit, eine nachhaltige Nutzung der Küstenzone in einem Inselstaat zu gewährleisten“, in dem „ein großer Teil der wirtschaftlichen Aktivitäten an der Küste konzentriert ist“.
Die Regierung betont die Bedeutung, die Aufwertung natürlicher Ressourcen mit einer angemessenen Raumplanung zu verbinden, um ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Nutzung und dem Schutz der Ökosysteme sicherzustellen.
Im Fall von Santiago hebt die Regierung hervor, dass die Insel über bedeutende natürliche Ressourcen verfügt, die sich in gutem Erhaltungszustand befinden. Ihr Schutz sei wesentlich, um die touristische und wirtschaftliche Entwicklung in einem Kontext zunehmender Veränderungen des Territoriums nachhaltig zu sichern.
„Derzeit befindet sich die Insel in einem Transformationsprozess, weshalb es wichtig ist, geeignete Strategien zu wählen, die Umweltattraktionen mit den Bedürfnissen der touristischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Insel verbinden. Instrumente der Raumordnung sind dabei entscheidend“, begründete die Regierung.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören die Einschränkung oder das Verbot neuer Bauvorhaben in gefährdeten Gebieten, etwa in erosions- oder überschwemmungsgefährdeten Zonen, sowie strengere Regeln für die Bebauung und Nutzung von Flächen entlang der Küste.
Der Plan sieht außerdem vor, Gebäude weiter von der Küstenlinie entfernt anzulegen, ökologisch sensible Gebiete zu schützen und Risikozonen auszuweisen. Langfristig könnte dies sogar die Umsiedlung bestehender Bauten erforderlich machen.
Das Dokument legt zudem eine Klassifizierung der Badezonen mit unterschiedlichen Nutzungs- und Infrastrukturstufen fest und regelt Aktivitäten wie Fischerei, Tourismus, Veranstaltungen und den Fahrzeugverkehr in Küstengebieten.
Nach Angaben der Regierung besteht das Ziel darin, ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Entwicklung – die auf Tourismus und dem Meer basiert – und dem Schutz der Ökosysteme zu gewährleisten, insbesondere angesichts des zunehmenden Drucks auf das Territorium.
Quelle: Governo cabo-verdiano aprova plano de ordenamento costeiro de Santiago - Notícias ao Minuto