Kapverdische Gesundheitsdirektorin verteidigt „humanitäre“ Reaktion im Fall der MV Hondius

Die Gesundheitsbehörden erklärten an diesem Freitag, dass der Umgang mit dem Fall des Kreuzfahrtschiffes MV Hondius unter „höchstem Sicherheitsniveau“ erfolgt sei und dabei sowohl der Schutz der nationalen öffentlichen Gesundheit als auch die Einhaltung internationaler Verpflichtungen zur humanitären Hilfe berücksichtigt worden seien.

Diese Position wurde von der nationalen Gesundheitsdirektorin Ângela Gomes während einer Pressekonferenz vorgestellt, die der Aktualisierung der gesundheitlichen Lage rund um das Schiff gewidmet war, das sich zwischen dem 3. und 6. Mai vor dem Hafen von Praia aufhielt.

Wie sie erläuterte, wurde Kap Verde am Morgen des 2. Mai offiziell über die Kontaktstelle der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) des Vereinigten Königreichs über einen Ausbruch einer Atemwegserkrankung an Bord des Schiffes informiert. Die Mitteilung verwies bereits auf die Schwere der Situation, einschließlich schwerer Krankheitsfälle, Intensivbehandlungen und Todesfällen.

Angesichts dieses Szenarios und mangels einer anfänglichen Bestätigung über den Ursprung der Krankheit beschlossen die Behörden, dem Schiff das Anlegen und den Passagieren das Ausschiffen zu verweigern.

„Zu diesem Zeitpunkt bestand noch keine Klarheit über den ätiologischen Erreger der Krankheit. Im Einklang mit den internationalen Gesundheitsvorschriften und der Notwendigkeit, die nationale öffentliche Gesundheit zu schützen, wurde entschieden, das Anlegen des Schiffes im Hafen von Praia nicht zu genehmigen“, erklärte Ângela Gomes.

Trotz des Verbots stellte Kap Verde dem Schiff medizinische und logistische Unterstützung zur Verfügung. Spezialisierte Teams begaben sich an Bord, um die Patienten zu betreuen und Medikamente, medizinisches Verbrauchsmaterial sowie persönliche Schutzausrüstung bereitzustellen – in einer koordinierten Operation zwischen Gesundheitseinrichtungen, Hafenbehörden, Sicherheitskräften und weiteren staatlichen Stellen.

„Das Land hat keine Hilfe verweigert“, betonte die nationale Gesundheitsdirektorin. „Es war ein humanitärer Akt, der jedoch mit großer Sorgfalt und hohem Verantwortungsbewusstsein im Bereich der Gesundheitssicherheit durchgeführt wurde.“

Die kapverdischen Behörden organisierten außerdem die Evakuierung von drei Patienten per Spezial-Ambulanzflugzeug. Die Operation wurde bis ins Detail vorbereitet und unter verschärften Sicherheitsprotokollen durchgeführt.

„Der gesamte Ablauf war streng geplant. Jeder Beteiligte wusste genau, welche Rolle er hatte. Der direkte Kontakt mit den Patienten erfolgte ausschließlich durch medizinisches Fachpersonal, das mit persönlicher Schutzausrüstung höchster Schutzstufe ausgestattet war“, erklärte sie.

Nach der Evakuierung wurden sämtliche verwendeten Geräte, Krankenwagen und Transportmittel vollständig desinfiziert. Die an der Betreuung beteiligten Gesundheitsfachkräfte befinden sich derzeit vorsorglich in Quarantäne, obwohl sie keine Symptome zeigen.

„Die Isolation gilt für Verdachts- oder bestätigte Fälle. Hier handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme auf höchstem Niveau. Das Fachpersonal war jederzeit angemessen geschützt, dennoch hielten wir es für notwendig, eine zusätzliche Sicherheitsebene einzuführen“, erklärte sie weiter.

Die inzwischen vom Institut Pasteur in Dakar erhaltenen Laborergebnisse bestätigten bei zwei der drei evakuierten Patienten eine kürzlich erfolgte Infektion mit dem Andes-Hantavirus. Laut der nationalen Gesundheitsdirektorin bestätigt dieses Ergebnis die „Angemessenheit und Vorsicht“ der von Beginn an ergriffenen Maßnahmen.

Nach Angaben von Ângela Gomes wurde die kapverdische Reaktion auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) positiv bewertet. Der Generaldirektor der Organisation habe das Vorgehen des Landes ausdrücklich gelobt.

„Die Reaktion Kap Verdes wurde positiv bewertet. Dem Land ist es gelungen, die interne Gesundheitssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig seinen internationalen Verpflichtungen zur Hilfeleistung nachzukommen“, sagte sie.

Die Verantwortliche betonte erneut, dass bei allen Entscheidungen der Schutz der kapverdischen Bevölkerung oberste Priorität gehabt habe – insbesondere in einem Kontext wissenschaftlicher Unsicherheit hinsichtlich des möglichen Übertragungspotenzials des Virus.

Obwohl eine Übertragung von Mensch zu Mensch bei Hantaviren als selten gilt, existieren für die Andes-Variante dokumentierte Fälle menschlicher Übertragung bei Ausbrüchen in Südamerika.

Dennoch versichern die Behörden, dass es keinerlei Hinweise auf lokale Übertragungen in Kap Verde gegeben habe. Zudem hätten alle Personen an Bord des Schiffes während des Aufenthalts in den kapverdischen Gewässern keine Symptome gezeigt.

„Das Land hat die richtige Entscheidung getroffen“, schloss Ângela Gomes. „Wir haben die öffentliche Gesundheit geschützt, die Internationalen Gesundheitsvorschriften eingehalten und unsere Handlungsfähigkeit in einer äußerst sensiblen und komplexen Situation unter Beweis gestellt.“

 

Quelle: Directora Nacional de Saúde defende resposta “prudente e humanitária” no caso do MV Hondius