Kap Verde verhandelt über neue medizinische Evakuierungskorridore mit Marokko und Senegal

Kap Verde sucht nach Alternativen zu den bisherigen medizinischen Evakuierungskorridoren mit Portugal und führt derzeit Verhandlungen mit Marokko und Senegal. Ziel ist es, Behandlungszeiten zu verkürzen und die Bedingungen für ausgeflogene Patienten zu verbessern. Das erklärte heute die MpD-Abgeordnete Lúcia Passos.

Ihre Aussage erfolgte im Parlament als Reaktion auf Kritik der PAICV-Abgeordneten Paula Moeda, die auf die bestehenden Einschränkungen und Schwierigkeiten für evakuierte Patienten hingewiesen hatte.

„Welchen Gesundheitskorridor hat die PAICV in 30 Jahren für Kap Verde geschaffen? Nur Portugal. Wir hingegen verhandeln derzeit mit Marokko und Senegal. Wir wollen die Optionen erweitern, weil wir wissen, dass Bedarf besteht“, sagte Lúcia Passos. Sie betonte zudem, dass langfristig ein nationales Referenzkrankenhaus aufgebaut werden soll, um die Abhängigkeit von Behandlungen im Ausland zu verringern.

Paula Moeda hatte zuvor darauf hingewiesen, dass Patienten oft sehr lange auf ihre Behandlung warten müssen – von der Diagnose über die medizinische Begutachtung bis hin zur Evakuierung. Sie kritisierte das derzeitige System und forderte neue internationale Gesundheitskorridore.

„Für die Patienten scheint die Zeit endlos. Wir brauchen einen besser funktionierenden, sicheren, schnelleren und qualitativ hochwertigeren Korridor, um eine bessere Versorgung zu gewährleisten. Portugal ist bereits überlastet, und wir können uns nicht länger nur auf ein einziges Land verlassen“, erklärte sie.

Als Antwort versicherte Lúcia Passos, dass die MpD daran arbeite, die Zahl der medizinischen Evakuierungen zu reduzieren – insbesondere bei Krebspatienten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – indem das Gesundheitssystem in Kap Verde gestärkt werde.

„Wir werden ein Krankenhaus im Land haben, das in der Lage ist, die Bedürfnisse unseres Gesundheitssystems zu decken. Portugal ist, wie Sie selbst gesagt haben, nicht mehr in der Lage, alle evakuierten Patienten aufzunehmen“, so Passos.

Bereits im Oktober 2025 hatte der Präsident der Pflegekammer, Aniceto Santos, der Regierung vorgeschlagen, Kooperationen mit Senegal zu prüfen, um Wartelisten für Behandlungen zu verkürzen und den Prozess sicherer sowie kostengünstiger zu gestalten. Zudem sprach er sich für Maßnahmen aus, um mehr Ärzte im Land zu halten und Facharztausbildungen zu fördern.

Im Juli desselben Jahres hatte der Gesundheitsminister angekündigt, dass Kap Verde künftig Ärzte in sechs Fachrichtungen ausbilden werde, um die Abhängigkeit von ausländischen Fachkräften und internationalen Missionen zu reduzieren.

Auch die Strategie zur Zusammenarbeit zwischen Kap Verde und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für den Zeitraum 2024–2028 nennt als zentrales Ziel die Verbesserung des Gesundheitssystems – insbesondere in Bezug auf Personal und Versorgungsqualität.

Demnach liegt die Ärztedichte in Kap Verde bei 7,7 Ärzten pro 10.000 Einwohner. Damit übertrifft das Land zwar den afrikanischen Durchschnitt von 2,9, bleibt jedoch unter der von der WHO empfohlenen Quote von 10 Ärzten pro 10.000 Einwohner.

 

Quelle: Cabo Verde está a negociar novos corredores de evacuação médica com Marrocos e Senegal