Kap Verde fällt im Ranking der Pressefreiheit 2026 auf Platz 40 zurück
Kap Verde ist im weltweiten Ranking der Pressefreiheit 2026, das von Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht wurde, um zehn Plätze gefallen – von Rang 30 im Jahr 2025 auf Platz 40 unter 180 Ländern. Auch die Gesamtpunktzahl ging zurück, von 74,98 auf 71,98 Punkte.
Laut dem RSF-Bericht hebt sich das Land trotz des Rückgangs weiterhin in der Region hervor, da es insgesamt ein günstiges Arbeitsumfeld für Journalisten bietet und die Pressefreiheit in der Verfassung verankert ist.
Dennoch weist das Dokument auf anhaltende Schwächen hin, insbesondere im politischen und wirtschaftlichen Bereich.
Der politische Indikator fiel von Platz 25 (72,56 Punkte) im Jahr 2025 auf Platz 36 (65,73 Punkte) im Jahr 2026. Auch der wirtschaftliche Indikator sank von Rang 43 (54,34 Punkte) auf Platz 55 (49,61 Punkte).
Im Gegensatz dazu behält das Land vergleichsweise positive Werte bei den legislativen (Platz 34, 77,38 Punkte), sozialen (Platz 44, 74,39 Punkte) und insbesondere bei den Sicherheitsindikatoren bei, wo es mit 92,78 Punkten Rang 24 einnimmt – obwohl auch hier ein Rückgang gegenüber 2025 zu verzeichnen ist, als es noch auf Platz 10 lag.
Der Bericht unterstreicht, dass Kap Verde trotz seiner Größe über eine vielfältige Medienlandschaft verfügt, mit fünf Fernsehsendern, mehr als 20 Radiostationen sowie mehreren Presseorganen und digitalen Plattformen.
Zu den wichtigsten Medien zählen das öffentliche Fernsehen Televisão de Cabo Verde (TCV) und der Radiosender Rádio de Cabo Verde (RCV), die die höchsten Einschaltquoten erzielen. Dennoch stellt die geografische Struktur als Archipel ein Hindernis für eine gleichmäßige Verbreitung von Inhalten auf allen Inseln dar.
Auf politischer Ebene weist RSF darauf hin, dass die Leiter öffentlicher Medien in der Praxis weiterhin politisch ausgerichtet sind, selbst nach der Einrichtung eines unabhängigen Gremiums zu ihrer Ernennung.
Laut dem Bericht begünstigt dieser Kontext Selbstzensur unter Journalisten und erhält eine Kultur der Geheimhaltung aufrecht, wobei der Staat den Zugang zu Informationen von öffentlichem Interesse mitunter einschränkt.
Rechtlich gesehen verfügt Kap Verde insgesamt über einen positiven Rahmen mit Gesetzen, die die journalistische Tätigkeit schützen und das Quellenschutzrecht garantieren. RSF verweist jedoch auf einen Artikel der Strafprozessordnung von 2005, der es ermöglicht, Journalisten im Falle der Verletzung des Ermittlungsgeheimnisses strafrechtlich zu verfolgen – eine Regelung, die bereits angewendet wurde, unter anderem im Jahr 2022, als drei Journalisten verhört wurden.
Wirtschaftliche Ungleichheiten im Sektor
Der öffentliche Sektor bleibt der wichtigste Arbeitgeber für Journalisten und beschäftigt etwa 70 % der Fachkräfte, die in der Regel von besseren Gehältern und größerer Stabilität profitieren.
Private Medien hingegen stehen vor Herausforderungen wie einem begrenzten Werbemarkt und dem Fehlen staatlicher Unterstützung, was ihr Wachstum und ihre Nachhaltigkeit einschränkt.
Aus soziokultureller Sicht wird die kapverdische Gesellschaft als offen beschrieben, mit wenigen Tabus, die die journalistische Arbeit einschränken. Der Bericht hebt zudem den hohen Frauenanteil in den Redaktionen hervor, der etwa 70 % der Beschäftigten ausmacht.
Allerdings kann die geringe Größe der Gemeinschaften die Entwicklung investigativen Journalismus erschweren, da Journalisten dazu neigen, Themen zu vermeiden, die Personen aus ihrem näheren Umfeld betreffen.
Weltweite Lage
Die Pressefreiheit weltweit befindet sich auf dem niedrigsten Stand der letzten 25 Jahre, insbesondere aufgrund der Kriminalisierung des Journalismus.
Norwegen belegt weiterhin den ersten Platz und ist das einzige Land mit der Bewertung „exzellent“, gefolgt von den Niederlanden, Estland, Dänemark, Schweden und Finnland.
Dem Bericht zufolge lebt heute weniger als 1 % der Weltbevölkerung in Ländern mit guter Pressefreiheit (2002 waren es noch 20 %), während sich mehr als die Hälfte der Länder (52,2 %) in einer „schwierigen“ oder „sehr schwierigen“ Situation befindet.
Am Ende der Rangliste stehen Saudi-Arabien, Iran, China, Nordkorea und Eritrea. Auch Russland zählt zu den Schlusslichtern und nutzt Gesetze, um die Arbeit von Journalisten einzuschränken.
Niger verzeichnete 2026 den stärksten Rückgang, was die Verschlechterung der Pressefreiheit im Sahel widerspiegelt, geprägt von Gewalt und Militärregimen.
In Lateinamerika verschlechterte sich die Lage in mehreren Ländern, etwa in Ecuador, das nach der Ermordung von Journalisten stark zurückfiel, sowie in Peru aufgrund von Verbrechen gegen Medienschaffende.
Argentinien und El Salvador rutschten aufgrund politischen Drucks auf die Medien ab.
Trotz leichter Verbesserungen zählen Venezuela, Kuba und Nicaragua weiterhin zu den schlechtesten Ländern, mit starker Repression und sehr schwierigen Bedingungen für Journalismus.
Quelle: Cabo Verde desce para 40.º lugar no ranking da liberdade de imprensa em 2026