Kap Verde beteiligt sich an internationaler Studie zu Parkinson und genetischen Veränderungen
Kap Verde ist ab kommendem Montag, dem 23. März, Schauplatz einer internationalen epidemiologischen Studie zu genetischen Veränderungen im Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit und anderen degenerativen Parkinson-Syndromen. Die Untersuchung wird von einem Team nationaler und internationaler Forschender auf drei Inseln des Landes durchgeführt.
Koordiniert wird die Studie von der Medizinischen Fakultät der Universität Lissabon in Zusammenarbeit mit dem Neurologischen Dienst des Universitätskrankenhauses Agostinho Neto sowie mit Unterstützung der Stiftung für Bewegungsstörungen in Kap Verde.
Laut einer Mitteilung der Stiftung zielt die Studie darauf ab, eine klinische, epidemiologische und genetische Charakterisierung von Menschen in Kap Verde mit Parkinson und anderen degenerativen Parkinson-Syndromen vorzunehmen. Dabei sollen mögliche genetische Veränderungen identifiziert und die Krankheitsbilder besser verstanden werden.
Nach Angaben der Organisation handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, die zudem zur Verbesserung von Diagnose, Betreuung und wissenschaftlicher Forschung im Bereich der Bewegungsstörungen beitragen soll. Ziel ist es, den Wissensstand zu erweitern und die nachhaltige Entwicklung des öffentlichen Gesundheitssystems in Kap Verde zu fördern.
Die Feldforschung findet auf drei Inseln statt: auf Santiago vom 23. bis 28. März, auf Santo Antão am 30. und 31. März sowie auf São Vicente am 1. und 2. April. Die Teilnehmenden werden von Neurologen und Ärztinnen und Ärzten aus öffentlichen und privaten Gesundheitseinrichtungen rekrutiert, darunter auch Einrichtungen der Primärversorgung.
Das Projekt ist Teil eines internationalen Konsortiums, zu dem neben kapverdischen Institutionen auch das CNS – Campus Neurológico sowie das Institut für Neogenetik der Universität Lübeck gehören. Geleitet wird das Team vom Neurologen Joaquim Ferreira, stellvertretender Direktor der Medizinischen Fakultät der Universität Lissabon.
Die Methodik umfasst eine detaillierte neurologische klinische Untersuchung, den Einsatz von Skalen und epidemiologischen Fragebögen, die Erhebung klinischer Daten und familiärer Krankengeschichten sowie die Entnahme biologischer Proben zur genetischen Analyse.
Zur Zielgruppe gehören Personen mit einer klinischen Diagnose der Parkinson-Krankheit sowie Menschen mit Verdacht oder Diagnose anderer degenerativer Parkinson-Syndrome. Zu den Vorteilen einer Teilnahme zählen der Zugang zu spezialisierter klinischer Untersuchung, eine genauere Krankheitscharakterisierung sowie ein Beitrag zur Identifizierung spezifischer genetischer Ursachen innerhalb der kapverdischen Bevölkerung.
Darüber hinaus soll die Initiative die Entwicklung zukünftiger Strategien für Diagnose, Prävention und Behandlung unterstützen und Kap Verde stärker in internationale Forschungsnetzwerke zu Bewegungsstörungen einbinden.
Die Studie wurde von der Nationalen Datenschutzkommission sowie von der Ethikkommission für Gesundheitsforschung genehmigt. Vertraulichkeit der Daten und die Wahrung der Würde der Teilnehmenden sind gewährleistet. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos.
Quelle: Cabo Verde acolhe estudo internacional sobre Doença de Parkinson e alterações genéticas