Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Johannes auf Boa Vista
Die Ortschaft Fundo das Figueiras im Norden der Insel Boa Vista war gestern, am 24., Schauplatz der feierlichen Messe zu Ehren des Heiligen Johannes des Täufers. Die Feier war geprägt von Glaubensbekundungen, der Erfüllung von Gelübden durch Auswanderer sowie einem Aufruf der Pfarrgemeinde zur geistlichen Sendung der Christen.
Die Feierlichkeiten zu Ehren des Schutzpatrons, die unter dem Motto des gemeinschaftlichen Zusammenhalts stattfinden, haben zahlreiche Gläubige aus der Region sowie aus der Diaspora angezogen, um ihre Hingabe und ihren Glauben zu erneuern.
So auch Gracindo Tavares, ein in Deutschland lebender Auswanderer, der von seiner 23-jährigen Verbindung zur Ortschaft Fundo das Figueiras, der Heimat seiner Ehefrau, berichtete.
„Letztes Jahr war ich im Urlaub hier, musste aber am Tag des Heiligen Johannes des Täufers wieder abreisen. Deshalb habe ich mir vorgenommen, dieses Jahr an diesem Tag hier zu sein – und es hat geklappt. Ich freue mich sehr“, erklärte der Gläubige. Zudem äußerte er den Wunsch, im kommenden Jahr gemeinsam mit seiner Frau an der traditionellen Prozession teilzunehmen.
Auch der Gläubige Francisco Almeida brachte seine Verbundenheit mit dem Heiligen zum Ausdruck und betonte, wie wichtig es für ihn sei, auf Boa Vista eine Kerze anzuzünden, um für Gesundheit und den Schutz seiner Familie zu beten.
Höhepunkt der liturgischen Feierlichkeiten war die Messe, die von Pfarrer Benvindo Rodrigues, Seelsorger der Pfarrei Nossa Senhora das Dores auf der Insel Sal, zelebriert wurde. In seiner Predigt hob er Johannes den Täufer als Wegbereiter Jesu hervor.
Der Priester rief die Gemeinde dazu auf, sich bewusst zu machen, dass Gott jedem Menschen bereits im Mutterleib eine eigene Berufung und Lebensgeschichte mitgegeben habe.
„Heute ist Jesus nicht mehr leibhaftig auf der Erde. Heute wirkt er durch jeden Einzelnen von uns, durch unsere Sendung als Getaufte. Wie Johannes der Täufer lernen wir, auf Christus hinzuweisen und andere zu ihm zu führen“, erklärte der Geistliche. Er ermutigte die Gläubigen, „Ja zum Leben“ zu sagen und ihre Rolle als Propheten der heutigen Zeit anzunehmen.
Pfarrer Manuel Évora sprach über die Organisation des Festes und erklärte, dass der Aufbau einer Freiluftmesse stets „eine große logistische Herausforderung“ mit sich bringe, insbesondere bei der technischen Einrichtung von Bühnen und Zelten für die religiöse Feier. Dies mache es mitunter notwendig, Materialien auf die Insel zu importieren.
Trotz dieser logistischen Herausforderungen lobte der Priester das Engagement der Gemeinschaft. Besonders hob er die Arbeit eines aktiven Festkomitees sowie die Unterstützung durch die öffentlichen Institutionen hervor.
„Die Arbeit ist immer leichter, wenn es Menschen gibt, die Verantwortung übernehmen“, sagte der Pfarrer. Zudem betonte er, dass es eine starke Gruppe junger Erwachsener im Alter zwischen 25 und 40 Jahren gebe, die sich aktiv in der Gemeindearbeit engagiere. Er zeigte sich zuversichtlich, dass sich mit der Zeit auch mehr Jugendliche und Heranwachsende der Kirche anschließen würden.
Das kulturelle und religiöse Programm im Norden der Insel Boa Vista, das in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung organisiert wird, begann am Dienstag, dem 23., in João Galego und endet am Donnerstag, dem 25., in der Ortschaft Cabeça dos Tarafes. Auf dem Programm stehen Bühnenveranstaltungen, sportliche Aktivitäten sowie die traditionelle „Matança de Capode“.
Quelle: Boa Vista: Fé e devoção movem fiéis nas festividades de São João Baptista na ilha - Balai