Fast die Hälfte der Befragten in Guinea-Bissau und Kap Verde erwägt Auswanderung
Fast die Hälfte der befragten Menschen in Guinea-Bissau und Kap Verde zieht aus wirtschaftlichen Gründen eine Auswanderung in Betracht. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des Afrobarometer hervor. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich auch in Angola (38 %), São Tomé und Príncipe (31 %) sowie Mosambik (21 %).
Einer der wichtigsten Gründe, warum die Befragten über eine Auswanderung nachdenken, sind wirtschaftliche Faktoren. Dem Bericht zufolge ist die „Absicht auszuwandern deutlich gestiegen“. Der Bericht mit dem Titel „Beyond Borders: Citizen Perspectives on a Shifting Global Order“ („Jenseits der Grenzen: Perspektiven der Bürgerinnen und Bürger auf eine sich wandelnde globale Ordnung“) wurde in Accra, Ghana, veröffentlicht und basiert auf repräsentativen Umfragen in 38 afrikanischen Ländern.
Unter den afrikanischen portugiesisch-sprachigen Staaten (PALOP) hebt sich São Tomé und Príncipe als einziges Land hervor, in dem die Auswanderungsabsicht deutlich zurückgegangen ist – von 35 % im Zeitraum 2016 bis 2018 auf 31 % in den Jahren 2024 bis 2025.
Der Bericht untersucht außerdem die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Auswirkungen von Einwanderern in den Aufnahmeländern.
Die Mehrheit der Befragten in São Tomé und Príncipe (68 %), Kap Verde (65 %) und Guinea-Bissau (54 %) ist der Ansicht, dass Ausländerinnen und Ausländer, die zum Arbeiten ins Land kommen, einen „sehr positiven“ Einfluss auf die Wirtschaft haben.
Guinea-Bissau zählt dabei zu den aufgeschlossensten Ländern des Kontinents: Rund 40 % der Befragten sind der Meinung, dass das Land mehr Arbeitskräfte aus dem Ausland aufnehmen sollte.
In Mosambik und Angola sind die Meinungen über die positiven oder negativen Auswirkungen von Einwanderern auf die Wirtschaft dagegen stärker geteilt.
Die Studie analysiert außerdem die Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger afrikanischer Länder zur Handelsliberalisierung sowie ihren Kenntnisstand über das Afrikanische Kontinentale Freihandelsabkommen (AfCFTA).
Das Wissen über das AfCFTA ist in den portugiesisch-sprachigen afrikanischen Staaten unterschiedlich ausgeprägt, insgesamt jedoch eher gering.
Guinea-Bissau weist mit 27 % den höchsten Bekanntheitsgrad auf, gefolgt von Kap Verde mit 24 %.
Demgegenüber ist das Wissen in Angola (13 %), São Tomé und Príncipe (12 %) sowie Mosambik (11 %) deutlich geringer, was auf einen Mangel an Informationen über die wirtschaftliche Integration des Kontinents hindeutet.
In allen portugiesischsprachigen afrikanischen Staaten spricht sich die Mehrheit der Befragten dafür aus, Handelsbeziehungen mit allen Ländern weltweit zu priorisieren, anstatt sich ausschließlich auf den innerafrikanischen oder regionalen Handel zu konzentrieren.
Kap Verde (79 %) und São Tomé und Príncipe (77 %) befürworten den globalen Handel am stärksten, gefolgt von Guinea-Bissau (70 %), Angola (63 %) und Mosambik (61 %).
Schließlich äußerten sich die Befragten in den portugiesisch-sprachigen afrikanischen Staaten überwiegend positiv zum freien Handel. Eine Ausnahme bildet Angola, wo die Unterstützung für eine grenzüberschreitende Handelsöffnung mehrheitlich fehlt: Lediglich 45 % sprechen sich dafür aus. Dies deutet auf eine ausgeprägte protektionistische Haltung hin, da 40 % den Schutz der heimischen Produzenten bevorzugen.
Der Bericht präsentiert neue Erkenntnisse über die Ansichten der Bürgerinnen und Bürger zu grenzüberschreitendem Handel und wirtschaftlicher Integration, zur Migration, zur Rolle und zum Einfluss Afrikas in der globalen Regierungsführung sowie zu den Wahrnehmungen des Einflusses der wichtigsten Weltmächte auf dem afrikanischen Kontinent.
Quelle: Governo anuncia chegada do navio Eugénio Tavares este ano e prevê mais um em 2027