Bildung für auf der Straße lebende Kinder: Neue Pläne zur Integration

Der SINDPROF erklärte heute, dass die Lösung für das Problem von Kindern, die auf der Straße leben, nicht in einer Verlängerung der regulären Unterrichtszeit liegen sollte. Stattdessen befürwortet die Gewerkschaft die Einführung eines Systems der pädagogischen Begleitung nach Schulschluss. Sie ist der Auffassung, dass eine höhere Anzahl an Unterrichtsstunden nicht zwangsläufig zu einer besseren Qualität des Lernens führt.

Diese Stellungnahme folgt auf die Ankündigung der Regierung, die Schulzeit als eine der Maßnahmen zur Verringerung der Zahl von Kindern in Straßensituation auszuweiten. Ziel ist es, den Kindern einen sicheren Aufenthaltsort zu bieten, während ihre Eltern arbeiten.

In einer Pressemitteilung hält der SINDPROF die Debatte über die Notwendigkeit einer stärkeren Förderung, Begleitung und Schaffung von Bildungschancen für Kinder und Jugendliche für sinnvoll. Gleichzeitig weist die Gewerkschaft darauf hin, dass zwischen Unterrichtszeit und pädagogischer Betreuung außerhalb des Unterrichts unterschieden werden müsse.

Nach Ansicht der Gewerkschaft führt eine Erhöhung der Unterrichtsstunden nicht automatisch zu einer besseren Bildungsqualität, da der Unterricht einem eigenen pädagogischen Zeitrahmen folgt, der sich an den Lehrplänen, den Lernzielen und der Entwicklung der Schülerinnen und Schüler orientiert.

„Wir setzen uns für die Einführung einer betreuten Lernzeit nach dem regulären Unterricht ein: ein strukturierter Bildungsraum, begleitet von qualifizierten Fachkräften, in dem die Schülerinnen und Schüler ihre Lerninhalte festigen, Hausaufgaben erledigen, Lerngewohnheiten entwickeln und an Bildungs- und Förderangeboten teilnehmen können“, heißt es in der Mitteilung der Gewerkschaft.

Nach Auffassung des SINDPROF würde diese Lösung den Bedürfnissen der Familien gerecht werden, den schulischen Erfolg fördern und Kindern einen besseren Schutz bieten, ohne die Unterrichtszeit mit der Betreuung außerhalb des regulären Unterrichts zu vermischen.

Die Präsidentin der Gewerkschaft, Lígia Herbert, betont außerdem, dass die Eingliederung von Kindern, die auf der Straße leben, in das Bildungssystem schrittweise, menschlich und einladend erfolgen müsse. Die Schule dürfe nicht als Ort des Zwangs oder der Bestrafung verstanden werden.

„Sie darf nicht als Mittel angesehen werden, ein auf der Straße lebendes Kind gegen seinen Willen zum Schulbesuch zu zwingen oder zu bestrafen“, erklärt die Gewerkschaft.

Die Organisation hebt hervor, dass jedes Kind unterschiedliche Fähigkeiten und Lernformen besitzt, und spricht sich für einen Ansatz aus, der die individuellen Kompetenzen wertschätzt. Dieser orientiert sich an der Theorie der multiplen Intelligenzen von Howard Gardner.

Bei der Vorstellung der Maßnahmen im Zusammenhang mit dem neuen Statut für Kinder und Jugendliche erklärte Adélsia Almeida, dass nach Angaben des Kapverdischen Instituts für Kinder und Jugendliche (ICCA) rund 200 Minderjährige in Kap Verde in Straßensituationen leben.

Die Ministerin für Familie, Inklusion, soziale Entwicklung und Arbeit, Adélsia Almeida, erläuterte, dass die Maßnahme derzeit gemeinsam mit dem Bildungsministerium geprüft werde. Sie räumte jedoch ein, dass sie aufgrund der unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten möglicherweise nicht in allen Gemeinden gleichermaßen umgesetzt werden könne.

Neben einer möglichen Verlängerung der Schulzeit plant die Regierung außerdem, die Zentren für Freizeitaktivitäten (ATL) auszubauen und neue Betreuungsangebote zu schaffen, damit Kinder außerhalb der Unterrichtszeit in einem sicheren Umfeld bleiben können.

 

Quelle: SINDPROF defende estudo orientado após horário escolar e não o alargamento das aulas