Bewusstsein für Mundgesundheit steigt – Zugang zu Behandlungen bleibt jedoch eine Herausforderung
Trotz eines wachsenden Bewusstseins für die Bedeutung der Mundgesundheit bleibt der Zugang zu entsprechender Versorgung für einen Teil der Bevölkerung weiterhin schwierig. Darauf wird im Zusammenhang mit dem Weltmundgesundheitstag am 20. März aufmerksam gemacht.
Im Gespräch mit Expresso das Ilhas erklärt der Zahnarzt Élder Paiva, dass sich das Verhalten der Patienten in den letzten Jahren – insbesondere auf der Insel Santiago – deutlich verändert habe.
„Ich bin seit über zehn Jahren in diesem Bereich tätig, und was mir in letzter Zeit auffällt, ist, dass das Bewusstsein für Mundgesundheit exponentiell gestiegen ist. Die Patienten suchen zunehmend die Praxis für Behandlungen und Vorsorge auf und kommen nicht mehr nur, um Zähne ziehen zu lassen“, berichtet er.
Laut dem Experten suchten viele Patienten früher nur dann einen Zahnarzt auf, wenn sie Schmerzen hatten oder eine Zahnextraktion die einzige Lösung zu sein schien. Heute gebe es eine wachsende Nachfrage nach zahnerhaltenden Behandlungen sowie nach ästhetischen Eingriffen.
Zu den häufigsten Problemen in der Praxis zählt Karies, die für einen Großteil der Zahnverluste verantwortlich ist.
„Bei den meisten meiner Patienten hängen etwa 90 % der Zahnextraktionen mit Karies zusammen“, erklärt er.
Die Erkrankung betrifft dabei nicht nur eine bestimmte Altersgruppe. Laut dem Zahnarzt ist sie in verschiedenen Lebensphasen weit verbreitet.
„Wir sehen bereits Kinder im Alter von fünf Jahren mit Karies. Auch Jugendliche und Erwachsene sind betroffen“, sagt er.
In diesem Zusammenhang vermutet er, dass veränderte Ernährungsgewohnheiten zu dem Anstieg der Fälle beitragen könnten.
Ein weiterer häufiger Punkt in den Konsultationen ist die falsche Durchführung der täglichen Mundhygiene.
„Die meisten Patienten halten weder die empfohlene Putzdauer noch die richtige Technik ein. Außerdem stelle ich fest, dass viele keine Zahnseide verwenden“, so Paiva.
Für eine effektive Mundhygiene empfiehlt der Zahnarzt eine Putzdauer von fünf bis zehn Minuten.
Darüber hinaus rät er, zahnärztliche Betreuung früh zu beginnen – idealerweise dann, wenn Kinder bereits ein gewisses Bewusstsein für Mundhygiene entwickelt haben.
„Je früher ein Kind zum Zahnarzt geht, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es Probleme mit der Mundgesundheit entwickelt. Und wenn der erste Besuch nicht mit Schmerzen verbunden ist, reduziert das auch die Angst vor dem Zahnarzt“, erklärt er.
Trotz dieser Fortschritte stellen die Behandlungskosten für einen Teil der Bevölkerung weiterhin ein Hindernis dar. Dennoch beobachtet Élder Paiva einen Wandel im Denken der Menschen.
„Viele erkennen inzwischen, dass Mundgesundheit keine Option ist. Jeder Zahn ist wichtig, denn jeder erfüllt eine Funktion“, betont er.
Der Experte warnt zudem vor den Folgen mangelnder Mundpflege und erinnert daran, dass Zahnprobleme den gesamten Körper beeinträchtigen können.
„Der Mund ist das Eingangstor zu unserer Gesundheit. Wenn eine Zahninfektion fortschreitet, kann sie schwerwiegende Komplikationen in anderen Körperbereichen verursachen“, mahnt er.
Abschließend unterstreicht der Zahnarzt die Notwendigkeit, Aufklärungsmaßnahmen zu verstärken und den Zugang zur zahnmedizinischen Versorgung im öffentlichen Gesundheitssystem zu verbessern.
„Ich hoffe, dass die Mundgesundheit langfristig stärker in die öffentliche Gesundheitsversorgung integriert wird – mit mehr Krankenhäusern und Gesundheitszentren, die umfassendere zahnmedizinische Behandlungen anbieten, sodass jeder Zugang zu entsprechender Versorgung hat“, schließt er.
Quelle: Consciência sobre saúde oral aumenta, mas acesso aos cuidados ainda é desafio