Amélia Araújo, die „Stimme des Kampfes“ der nationalen Befreiung, ist verstorben

Im Alter von 92 Jahren ist Amélia Rodrigues de Sá e Sanches de Figueiredo Araújo gestorben – Freiheitskämpferin und eine der prägenden Persönlichkeiten im Unabhängigkeitskampf von Kap Verde und Guiné-Bissau.

Bekannt als die „Stimme des Kampfes“ machte sie sich als Produzentin, Moderatorin und Hauptsprecherin von Rádio Libertação einen Namen. Dort spielte sie eine zentrale Rolle bei der Mobilisierung der Bevölkerung und im sogenannten „psychologischen Krieg“ gegen das Kolonialregime.

Als Tochter einer angolanischen Mutter und eines kapverdischen Vaters wurde sie am 11. August 1933 in Angola geboren. Später studierte sie in Portugal, wo sie den Kapverdier José Eduardo de Figueiredo Araújo heiratete.

Während des bewaffneten Kampfes für die Unabhängigkeit, geführt von der Partido Africano da Independência da Guiné e Cabo Verde (PAIGC), wurde ihre Stimme zu einem Symbol des Widerstands und war regelmäßig in den Sendungen von Rádio Libertação zu hören.

Ihre ersten Erfahrungen im Radio sammelte sie 1964 mit Unterstützung ihres Mannes, der im PAIGC für den Informationsbereich verantwortlich war. 1966 wurden Amélia Araújo und vier guineische Mitstreiter auf Initiative von Amílcar Cabral zu einer neunmonatigen Ausbildung in die Sowjetunion entsandt.

Ein Jahr später wurde mit Unterstützung Schwedens – das einen Sender und ein Studio zur Verfügung stellte – Rádio Libertação gegründet. Die Ausstrahlungen begannen offiziell am 16. Juli 1967, zunächst mit täglich 45 Minuten Sendezeit, aufgeteilt in drei Blöcke zu je 15 Minuten.

Nach der nationalen Unabhängigkeit übernahm Amélia Araújo öffentliche Ämter in Kap Verde.

2015 zeichnete die Regierung sie mit der höchsten Stufe der Medaille für besondere Verdienste aus und würdigte damit ihren Einsatz, ihren Mut und ihre Hingabe für die nationale Sache.

Auch der Präsident der Republik, José Maria Neves, reagierte auf Facebook:
„Amélia Araújo, die ‚Stimme des Kampfes‘, ist von uns gegangen – jene, die im Rahmen des PAIGC Rádio Libertação Leben einhauchte und mit ihren Worten unauslöschlich zur Befreiung der Völker von Guinea und Kap Verde beitrug.“

Der Staatschef würdigte sie als Kämpferin, die sich – im übertragenen wie im wörtlichen Sinn – „bis an die Zähne bewaffnete“, um mit Worten gegen Unterdrückung anzutreten, und die nach der Unabhängigkeit alles für den Wiederaufbau des Landes gab.

„Die Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung konnten nur dank des Engagements und der Großzügigkeit jener mutigen jungen Menschen der 1960er und 1970er Jahre geschaffen werden – der Pioniere unserer Republik“, fügte er hinzu.

 

Quelle: Morreu Amélia Araújo, a “Voz da Luta” da Libertação Nacional