Afrobarometer-Umfrage: 80 % der Kapverdier könnten sich im Krankheitsfall keine medizinische Versorgung leisten
Laut einer aktuellen Studie zur Wahrnehmung der Gesundheitsversorgung in Kap Verde, die im Rahmen der Afrobarometer-Erhebung zur Qualität der Demokratie und Regierungsführung durchgeführt wurde, zeigen sich acht von zehn Kapverdier (80 %) besorgt darüber, dass sie sich im Krankheitsfall oder bei Krankheit eines Familienmitglieds keine medizinische Behandlung leisten können oder keinen Zugang dazu haben.
Nur 11 % geben an, keinerlei Sorge diesbezüglich zu haben, und 9 % zeigen sich wenig besorgt. Die Umfrage wurde zwischen August und September 2024 von Afrosondagem/Afrobarometer durchgeführt und am 23. April veröffentlicht.
Laut derselben Studie bewerten 67 % der Befragten die Leistung der Regierung im Gesundheitsbereich negativ. Sie halten das Management der Gesundheitsdienste für „ziemlich schlecht“ oder „sehr schlecht“. Besonders kritisch äußern sich:
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Junge Menschen (18–35 Jahre)
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Stadtbewohner (70 %)
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Personen mit postsekundärer Ausbildung (72 %)
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Menschen in extremer Armut (76 %)
Rund 47 % der Kapverdier, die im vergangenen Jahr Gesundheitszentren oder Krankenhäuser aufgesucht haben, berichten von Schwierigkeiten beim Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Beschwerden häufen sich bei:
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Stadtbewohnern (50 %)
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Menschen in moderater Armut (56 %)
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Personen zwischen 26 und 35 Jahren (58 %)
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Personen zwischen 46 und 55 Jahren (53 %)
Etwa 37 % der Befragten verfügen über keinerlei Krankenversicherung. Besonders betroffen sind:
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Männer (43 %)
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Junge Menschen (18–25 Jahre: 48 %)
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Menschen mit nur primärer (38 %) oder sekundärer Bildung (40 %)
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Personen in Armut
Der häufigste Grund für fehlende Absicherung: 37 % der Befragten geben an, sich keine Versicherung leisten zu können.
Obwohl der Bericht anerkennt, dass die Regierung seit der Unabhängigkeit stark und kontinuierlich in den Gesundheitssektor investiert und kostenlose Leistungen eingeführt hat, wird auch auf neue Gebühren in öffentlichen Einrichtungen, längere Wartezeiten für Facharzttermine und anhaltende Zugangsbarrieren für vulnerable Gruppen hingewiesen.
Gesundheitsminister Jorge Figueiredo räumte ein, dass eine der größten Herausforderungen der Mangel an Fachpersonal sei – insbesondere an Spezialisten.
Die von Afrosondagem geführte Afrobarometer-Umfrage in Kap Verde basierte auf einer repräsentativen Stichprobe von 1.200 Erwachsenen. Die Ergebnisse gelten mit einer Fehlermarge von ±3 Prozentpunkten bei einem Konfidenzniveau von 95 % als landesweit zuverlässig. Die Veröffentlichung der Daten zur Demokratie und Regierungsführung in Kap Verde läuft derzeit über das gesamte Jahr.