Eröffnung „Estadio Nacional“ in Praia 23.08.2014

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Auf zur Eröffnung

Am 23.08. war es endlich so weit. Auch wenn die Zufahrtstrasse noch immer ein Erdweg ist und die Parkplätze provisorisch markiert sind, das erste Sportstadion auf Santiago mit einer Tartanbahn und Weitsprunggrube wurde mit einer großen Feier eröffnet. Wie üblich verzögerte sich der Beginn um eine Stunde nach der schlussendlich dann auch alle honorigen Gäste anwesend waren und Ihre Reden halten konnten. Der chinesische Botschafter übergab nun offiziell die Sportanlage. Die Parade begann, der chinesische Glücksdrache hüpfte durch das Stadium und die Militärkapelle spielte die Nationalhymne, bei der das sehr zahlreich anwesende Publikum begeistert mitsang.

Vorführungen der Karateschule Praia, des paraolympischen Komitees und Fußballschulen ergänzten das Rahmenprogramm. Danach begannen die Leichtathletikwettkämpfe und hier war JAK zahlreich vertreten.

Eigentlich sollten auch Leichtathleten von den anderen Inseln eingeladen werden, aber wieder einmal mangelte es am notwendigen Kleingeld für die Flüge und so bleib es den überwiegend aus Santiago stammenden Athleten/innen vorbehalten die Tartanbahn zu eröffnen.

Alle Teilnehmerinnen von JAK welche auf Sal dabei waren gingen an den Start beim 100m Sprint. Erwartungsgemäß lief Eveline Nair auf Platz 1. Andreia, überglücklich endlich wieder einmal gegen Katiza und Salu gewonnen zu haben kam auf Platz 2 und alle weiteren Läuferinnen von JAK auf die nacheinander folgenden Plätze.

Jussara ging über 800m an den Start und hatte sich vorgenommen, dieses Mal ihre Konkurrentin Magda zu schlagen. Sie gab alles um dieses auch in die Tat umzusetzen. Entsprechend groß war die Freude im Ziel, als Jussara realisierte, dass sie es geschafft hatte.

Daniel und Nelson traten über 1.500m gegen die nationalen Größen an. Hier machte sich der Altersunterschied deutlich bemerkbar. Jeder der beiden lief ein gutes Rennen und wenn sie dabei bleiben, haben beide große Chancen in den nächsten Jahren weiter nach vorne zu kommen.

Noch wird die Zeit händisch gemessen, da eine elektronische Messung zwar vorgesehen, aber noch nicht installiert ist. Die Pistole versagte bereits im dritten Wettbewerb Ihren Dienst und die gute alte Trillerpfeife kam wieder zum Einsatz. Hier besteht weiterhin Handlungsbedarf, damit wir international mithalten können. Wir sind guter Dinge, dass auch das mit der Zeit werden wird. Gespannt sind wir auf die zukünftigen Wettbewerbe und welche Möglichkeiten wir haben werden ebenfalls im Stadion trainieren zu können. Von Calheta aus dauert die Anfahrt eine knappe Stunde pro Weg und wie überall ist auch bei uns immer das Geld knapp. Wir müssen gut abwägen, was wir unseren Athleten/innen anbieten können. Meist ist es schlichtweg wichtiger für Milch und Bananen nach dem Training zu sorgen, oder Schulmaterial zu kaufen denn für eine Fahrt nach Praia auszugeben. Auch hier werden wir sehen, wie wir weiter vorankommen.

Ein Bericht von Sibylle Schellmann, Präsidentin von JAK, Frontfrau & Touristische Verantwortliche bei Reiseträume Kapverden.