Anspruchsvolle Gipfeltour zum Pico Antonia - W404

Höhenprofil (Kopie)

Überblick

Anspruchsvolle Gipfeltour zum Pico Antonia, höchsten Gipfel aus der Insel Santiago

Höhen/Dauer: Hin Aufstieg: +688 / Abstieg: -217m / Länge: 6.8 km / zurück Abstieg: +688 / Aufstieg: -217m / Länge: 2 x 6.8 km / Dauer: 2x3 bzw. 2x4 Stunden

Charakter/Qualität des Weges: leichter Aufstieg Richtung Monta Toxta, dahinter ein Abstieg, dann nur noch bergauf bis zum (Neben-) Gipfel. Weg gut bis sehr schwierig, Orientierung ab Monte Txota schwierig bis sehr schwierig, da oft weglos. Nur mit passendem Schuhwerk machbar.

Kurzbeschreibung:

Die Gipfeltour zum Pico da Antonio ist "Alpinisten" vorbehalten und sinnvollerweise nur in Belgeitung eines einheimischen Führers durchzuführen. Nach einem anspruchvollen Aufstieg durch oft weglosem Gelände werden Sie bei schönem Wetter schon auf dem Nebengipfel mit fast 360° Rundumsicht über ganz Santiago und hinüber zum 1.700m höheren Pico de Fogo belohnt.

Details/Beschreibung

Schon lange geplant aber immer wieder verschoben - der Aufstieg zum Pico da Antonia. Nun ist es endlich soweit. Ein wolkenloser, sonniger Tag verlockt geradezu, diese alpine Herausforderung anzunehmen.
Um 08:00 geht es los. Um den Anstieg zu verkürzen, sind wir bis zum Monte Tchta (kreolisch Monte Txóta) mit dem Auto gefahren. Nach einer kurzen Besichtigung der neu erbauten Sendestation und beeindruckenden Ausblicken weit über die Insel wandern wir auf einem schmalen Pfad durch den lichten Eukalyptuswald.

Unser Führer ist von Natur aus recht wortkarg. Er kennt sich aber bestens aus und erzählt auf unser Nachfragen bereitwillig über die Pflanzen und die verschiedensten Ausblicke über die Insel..

Bald schon haben wir den Wald verlassen und der schmale, steinige und bisweilen rutschige Pfad fordert volle Aufmerksamkeit beim Gehen. Der Weg sei früher besser gewesen erzählt der Führer, aber mit den letzten Regenfällen habe er sich sehr verschlechtert.

Der Pfad windet sich teilweise durch Büsche. Eine lange Hose und Hemd/Bluse ist hier immer von Vorteil, damit die Kratzer sich in Grenzen halten. Trotzdem gibt es recht widerborstige Äste, die sich auch durch die Hose bohren und von schräg hinten zustechen.

Bergauf - bergab auf holprigem Terrain schlängelt sich der Ziegenpfad um den Westabhang des Pico da Antonia. Wir queren kleine Taleinschnitte, steigen über Felsgrate und nähern uns dem letzten Anstieg.

Nun ist der Weg endgültig nicht mehr zu erkennen und wir folgen dem Führer, der uns die beste Spur vorgibt. Auf einer Felsrippe geht es steil bergan und manchmal braucht es auch noch den Einsatz der Hände, um weiter hoch zu kommen, da der nächste feste Stein erst in großem Abstand ist.

Kurz hinter einer Felsnase erzählt unser Führer, dass unweit von hier schon jemand abstürzte, weil er aus Unkenntnis des Berges auf der linken Seite weiter ging, statt sich rechts zu halten. Wir bleiben wohlweislich hinter ihm und erreichen nach einem letzten steilen und beschwerlichen Anstieg den Nebengipfels des Pico da Antonia auf 1315 m Höhe.

Die Aussicht ist unbeschreiblich und wir vier sind uns einig: Das ist die Mühen wert. Fast 360 Grad Rundumblick über Santiago in atemberaubender Höhe - bei klarer Sicht und schönstem Sonntagswetter. Schauen, staunen, schweigen und all das in sich aufnehmen - es ist schlicht und ergreifend schön. Die vollkommene Stille wird nur durch einzelne Vogelschreie unterbrochen.

Da uns allen unser Leben lieb ist, verzichten wir auf den gefährlichen und abrutschgefährdeten Pfad weiter zum Hauptgipfel und machen uns nach einer Pause an den Abstieg.

Der gleiche Weg - nun aus einer völlig anderen Sicht erlebt - führt uns zurück zum Monte Txóta. Nach kurzem Abstieg auf der gepflasterte Straße biegen wir in den lichten Eukalyptuswald ein. Unser Pfad - gesäumt von vereinzelten Zypressen und Agaven - führt uns weiter bergab zurück nach Rui Vaz.

Leider wird der letzte Abschnitt links und rechts des Pfades als Müllablageplatz genutzt. Dort finden sich fast schon geordnet die Wegwerflaschen des europäischen Importbiers, sowie die Dosen und den Plastikmüll aus europäischen Landen, der die Landschaft verunstaltet. Vielleicht gibt es irgendwann mal ein Gesetz, dass all dieser Verpackungsmüll von den Ursprungsländern zurückgenommen werden muss…

Mein Fazit

Wie bereits geschrieben, sehr redselig war unser Führer nicht. Aber mit dem guten Gefühl, einen verantwortungsbewussten Menschen dabei zu haben, der den Berg und seine Wege kennt, war es für uns eine sichere Tour, die wir trotz aller Anstrengung sehr genossen haben. Wie so manches im Leben gehört sie zu den Erfahrungen, von denen ich noch nach Jahren begeistert erzählen werde, die ich aber nicht unbedingt wiederholen möchte, obwohl ich hier auf Santiago lebe.

Diese Gipfeltour ist recht anspruchsvoll. Nicht wegen der Höhenmetern ( es sind ca 600 Höhenmeter im Auf-/Absteig zu bewältigen), sondern wegen dem Weg zum Gipfel, den es im Grunde nicht gibt. Ein Buchautor war meist nur einmal dort und fortan nicht mehr vor Ort gesehen. Wenn sich durch den Regen oder durch sonstige Abnutzung ein Pfad ändert, steht das nicht mehr beschrieben. Bei so einer Tour durch unbesiedeltes Gebiet sollte man sich nicht auf gedruckte veraltete Informationen verlassen. Hier ohne Führer zu wandern, z.B. nur mit der Tourbeschreibung von Lipps/Breda (Dumont 2001) - der es nicht mal für nötig hält einen Führer zu empfehlen - empfinde ich als sträflichen Leichtsinn.

Da vertraue ich unsere Kunden lieber einem örtlichen Führer an: Diese sind wöchentlich mehrmals zum Gipfel unterwegs und zu allen Jahreszeiten. Sie kennen die Pfade, bemerken Veränderungen und können darauf reagieren

Hinweise

Sicherheitshinweise

Es empfiehlt sich, die Tour nur mit einem ortskundigen Wanderführer zu machen, da der Verlauf des Weges nicht immer eindeutig ist. Auch sind die Einstiegs- und Endpunkte oft nicht leicht zu finden. Bitte erkundigen Sie sich unbedingt vor Antritt Ihrer Wanderung in Ihrer Unterkunft nach der aktuellen Sicherheitslage auf Ihrer ausgewählten Tour.

Grundsätzlich empfehlen wir für alle Wanderungen einen Guide. Er garantiert nicht nur Ihre Sicherheit sondern kann Ihnen darüber hinaus die endemischen Pflanzen zeigen, und stellt den respektvollen Umgang mit der Bevölkerung sicher. Er spricht englisch / französisch und Sie können durch ihn mit den Menschen denen Sie unterwegs begegnen kommunizieren. Er organisiert An/Abfahrten und zeigt Ihnen die Wege, damit Sie sich nicht in den Feldern verlaufen.
Durch seine Arbeit und Ihre Bezahlung unterstützen Sie den Lebensunterhalt dieser Familie.

Kontakt vor Ort

Weitere Informationen zur Wanderung sowie Kontakte zu den Wanderführern sind über die Vereinigung englischsprachiger Wanderführer (associação Lets go Hiking) zu erhalten.

Ausrüstung

Gutes Schuhwerk, Sonnenschutz und ausreichend zu Trinken wird empfohlen.