Reisebericht Maio Ende November / Anfang Dezember 2017

Karte Insel Maio - vergriffen

Bei unserer dritten Kapverden Reise haben wir als angefressene Wanderer bewusst als letzte uns nicht besuchte Insel der Kapverden "Maio" gewählt, nachdem wir in der einen der Reise Sao Nicolau kreuz und quer erkundet haben und dann mit Binter Airways gut auf Maio im Casita Verde bei Elisabeth untergekommen sind. Die zweite der Reise sollte eine Kombination von Baden und Wandern sein, aber nicht auf die Berge sondern entlang der Küsten, wovon Maio 56 Km rund um hat. Jede Insel ist anders, jede Insel hat etwas Besonderes, so auch Maio. Wie aber bekommt man das Besondere in kurzer Zeit (wir hatten gerade mal 7 Tage) mit, was die Insel Maio so alles bietet?

Mit Elisabeth war das recht einfach, [ die Insel Maio zu erkunden (RT ] sie lebt seit 14 Jahren auf Maio, Sie kennt Jede und Jeden und weiß was man unbedingt sehen sollte. Dazu war eine Inselrundfahrt mit Elisabeth zu Beginn des Insel Kennenlernens ein absolutes "Muss". Ein Tag lang ohne Stress rund um die Insel (ca. 100 Km) und schon ist man im gewissen Maße Insider und hat einen vertieften Überblick, da Elisabeth in jedem Ort jemanden kennt und über jeden Ort und jede Landschaft etwas zu berichten weiß. Die Inselrundfahrt hat uns animiert, die einzelnen Teile der Insel gezielter und intensiver auf eigen Faust zu erkunden.

Auf Maio wandert man nicht in die Berge, hier wandert man die Küsten entlang. Aber auf Maio gibt es zunächst nichts Spektakuläres, wie auf Fogo die Besteigung des 3000 m wohlgeformt aus dem Meer ansteigenden Vulkans, wie auf San Antao den Abstieg vom Cova Krater durch das Ribeira do Paul zum Meer, wie auf Santiago der Aufstieg zum Pico Antonio , das Baden am Palmenstrand von Tarrafal oder die Verinnerlichung der Historie des Sklavenhandels in Cidade Velha, wie in Sao Vicente die mondäne Marina in Mindelo und den umtriebigen Fischmarkt, wie auf Sal die Salinas Pedra do Lume und die Salzmassagen, wie auf Boavista die schneeweißen Dünen von Rabil und die Praia de Santa Monica, der Strand der zu den schönsten Stränden der Welt zählt und auch nicht die hochalpine Tour auf Sao Nicolau unter der Nordostwand der Zwillingsfelsen Tope Moca und Tope Matin, nein auf Maio ist alles Gemütlicher und Ruhiger, hier ticken die Uhren wirklich noch ursprünglicher als in der nur 25 Km entfernten Hauptstadt Praia auf Santiago. Erst langsam kommt man dahinter, was auf Maio so Besonders ist.

So haben wir auf Maio die Küsten in Tageswanderungen erkundet, die Westküste von Calheta nach Morro, die Salinas bis Porto Ingles, die Südküste mit der Praia Preta, haben die Unendlichkeit und Ruhe der Terra Salgadas im Nord-Westen erlebt mit den Fata Morganas wo man mit Elisabeth bei entsprechenden Bedingungen "Klein Manhattan" sehen kann oder aber einen wunderschönen See mit einem Fischerboot. Wir haben das brandungsumtoste Nordkap Ponta Cais besucht mit der riesigen Praia Real. Besonders aber waren wir von den Landschaften im Nord-Osten um die Ortschaften Santo Antonio, Praia Goncalo und Pedro Vaz angetan, mit den hügeligen Steinwüsten, die um den Monte Antonio und den höchsten Gipfel von Maio dem Monte Penoso (ein kleines Matterhorn) sich ausbreiten, eine Landschaft, die uns an Mittel-Asien wie Afghanistan erinnerte. Diese Steinwüsten sind durchzogen mit grünen, teilweise palmenbestandenen und Akazien bewaldeten Tälern, die wie Oasen wieder mehr den Eindruck erweckten als sei man in Vorderasien wie Jordanien oder Syrien. Schlussendlich haben wir auf Empfehlung von Elisabeth uns mit dem Taxi nach dem Ort Ribeira Dom Joao fahren lassen und sind einmal so 8 Km südwärts entlang der Küste nach Lagoa und Barreiro gewandert und einmal nach Norden hinauf nahe bis zum Praia dos Flamengos, wobei die einsamsten Strände, an der wir den ganzen Tag keine Menschenseele getroffen haben wandernd und immer wieder, wenn die Brandung es erlaubte, im Wasser abkühlend erleben konnten, wobei nicht die Weite der Strände, sondern die kleinen Buchten mit goldgelbem Sand, das türkisgrün - bis tiefblau leuchtende Meer mit der schneeweißen an die schwarzen Lavafelsen brandenden Gischt uns tief beindruckte, ein absolutes Highlight. Dazu gehörte das Glück, bei verschiedenen Wetterlagen die einzelnen Inselteile zu sehen, anfangs war es relativ windstill mit Brisen mehr von Südwest, hoher Bewölkung, diesig, ohne Sonne, dementsprechend heiß, eher trist, dann aber kam der typische erfrischende Nord-Ost Passat mit Stärke 4 - 6, mit kleinen fliegenden Wölkchen am Himmel, ein Farbenspiel mit Sonne und Schatten über den phantastischen Landschaften und Küsten.

Abends kamen wir zufrieden und müde zurück ins Casita Verde, genossen den grünen Garten von Elisabeth, und erhielten die besten Empfehlungen, wo man in welchem Restaurant den köstlichsten Fisch speisen konnte. Jeden Morgen gab es ein ausgiebiges Frühstück mit allem was zu bieten war auf der Terrasse, Luzio der Gärtner bereitete das legendäre "Vogelbad" für die Spatzenkolonie vor und Jamina servierte die Früchte des Gartens. Und am letzten Tag, der Flieger ging erst um 16:35 Uhr machten wir natürlich einen Strandtag an der 10 Min entfernten Stadtbeach von Cidade do Maio, mit Sonnenschirm und Liege vor der Strandbar, ein "Caipirinha" trinkend und Pizza essend, ein Strand, der so gut ist wie der auf Sal vor dem Hotel Morabeza nur viel, viel schöner und ruhiger, da ohne touristische Menschenmassen.

Ein wunderschöner Abschluss unserer dritten Reise, unseres Kennenlernens der letzten Insel der Kapverden. Es war so, nichts Spektakuläres gab es auf Maio zu sehen, aber das ganz feine Hineinhorchen in das Leben einer Insel vor der 600 Km entfernten westafrikanischen Küste, das Aufnehmen der Mentalität der Bewohner, die wir so gut kannten von unserem schon lang zurückliegenden 3 jährigen Aufenthalt in Westafrika. Es ist eine Mischung, nicht ganz Afrika und nicht ganz Europa, das Leben auf Maio ist Kreolisch, kein Stress, keine Hektik, alles kommt und geht und nimmt seinen Lauf, es ist und es wird alles gut "Tudo Fish".

Wir sind Elisabeth dankbar für die Betreuung und die fürsorgliche Unterbringung im Casita Verde, der grünen Oase, in der Jede und Jeder seine Seele nach Belieben baumeln lassen kann in der Hängematte, die wir nie benutzt haben, weil wir immer unterwegs waren.

Heute ist der letzte Tag auf Santiago in Praia, heute Nacht geht der unser Flieger... Vielen Dank für die von Dir so super organsierten Reise, besser kann es nicht sein.
Ganz liebe Grüße nach Calheta
Ekki + Ursel

Wir bedanken uns bei Herrn Ekki und Ursel für diesen Bericht und ausdrücklich auch für Ihre Bilder. I