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Santiago für Anfänger

von Ulrich Schraermeyer

Santiago / Tarrafal Der Strand von Tarrafal wochentags
Tarrafal - Strand wochentags

Liebe Frau Schellmann,
nun sind wir schon vier Tage wieder von den Kapverden zurück und gern kommen wir Ihrer Bitte um ein Feedback nach.
Insgesamt war das sicher nicht unser letzter Urlaub auf den Kapverden. Als nächstes kommt entweder "Santiago für Fortgeschrittene". Wir würden gern in den wilden Canyons wandern, die man zwischen der Serra Malagueta und Tarafall sieht, oder auf und zwischen den Achadas südlich von Asomada. Oder wir lernen andere Inseln kennen, z.B. Santo Antao und/oder Sao Vicente.

Wer nie mit einem vollem Pickup gefahren ist, hat Santiago nicht richtig kennengelert

Er darf auch mit auf den Markt
Er darf auch mit

Nun zu Einzelheiten:
Alle Transfers haben prima geklappt. Unterhaltsam waren auch die Fahrten mit den Alugueres, besonders die Frage, wie viele Menschen in ein solches Fahrzeug passen. Wir haben es auf 20 gebracht, andere Feriengäste in der Poussada Vassora berichteten von 21 plus diversen Tieren.

Wanderungen hätten anspruchsvoller sein dürfen

Barragem de Poilao

Die geführten Wanderungen haben uns gut gefallen. Die Führer Tilinho und Ronny waren kompetent und hilfsbereit, wenn auch Tilinho (Santa Ana - Rui Vaz) ein paar Probleme mit dem Englischen hatte.
Der Wert der Führer bestand nicht nur darin, uns sicher durch das Gewirr von Pfaden zu bringen, sondern auch Kontakt mit Einheimischen zu bekommen. Zum Beispiel kamen wir auf der Wanderung durch die Ribeira Prinzipal an einer Destillerie vorbei. Kurze Zeit später trafen wir einige Männer an einem Haus, die Ronny kannte und die uns Grogue und Kokosnuss anboten. Wären wir allein unterwegs gewesen, wäre das sicher nicht passiert. Auch in Los Rabellados war es hilfreich, einen einheimischen Führer zu haben. Für uns hätten die Touren ein wenig länger sein dürfen, mit weniger Piste und mehr "Stock und Stein". Wir hätten auch nichts dagegen
gehabt, die eine oder andere Wanderung in einer kleinen Gruppe zu machen. Wir wollen Sie audrücklich ermutigen, solche Gruppenwanderungen anzubieten. Es müssen ja nicht gleich zehn Personen sein, aber vier bis sechs, das wäre sicher kurzweilig.

Von der Poussada Vassora aus haben wir zwei kurze Wanderungen (eine über den Pilao) nach Assomada gemacht. Zwar erklärte Jean uns den Weg. Verlaufen haben wir uns trotzdem. Das machte aber nichts, weil die Leute, die wir unterwegs trafen sehr hilfsbereit waren, die Strecken trotzdem schön und nicht zu lang waren. Die Frage "Assomada?" mit einer Handbewegung in eine bestimmte Richtung reichte aus, um uns verständlich zu machen und auf gleichem Weg Auskunft zu erhalten.

Die verschiedenen Unterkünfte und Orte

Die Unterkünfte waren alle in Ordnung.

Cidade Velha

Blick vom Balkon über den Swimmingpool zum Meer
Hotel Limeira
Blick vom Balkon

Im Hotel Limeira in der Cidade Velha störte uns ein wenig, dass das Personal eher desinteressiert war, vor allem an der Rezeption. Dass der Rezeptionist uns nicht herausgeben konnte, als wir die Kurtaxe 
zahlen wollten, fanden wir merkwürdig. Er unternahm auch absolut nichts, um den Geldschein woanders zu wechseln. Auch der qualitative Unterschied zwischen dem Frühstücksbuffet am ersten Tag und dem servierten Frühstück am zweiten war erheblich. Wir können zwar verstehen, dass sich ein Buffet für zwei oder drei Zimmer nicht lohnt. Aber vielleicht hätte man uns fragen können, was wir überhaupt haben wollen. Das Hotel ist insgesamt sehr hellhörig und bei starkem Wind rumpelt und klappert es die ganze Nacht, so dass es schwer fällt, zu schlafen.

Assomada

Absolutes Highlight war natürlich die Poussada Vassora. Großes, helles, gemütlich eingerichtetes Zimmer mit phantastischem Ausblick, bequemes Bett, freundliche, hilfsbereite Gastgeber, kompetentes und aufmerksames Personal, leckeres Frühstück mit lokalen Spezialitäten, fantastisches Abendessen. Wenn man überhaupt irgendeinen Verbesserungsvorschlag machen wollte, dann wären das zwei Stühle im Zimmer und eine Möglichkeit, Kleidung aufzuhängen.

Tarrafal

Der Frühstücksraum Auf Anfrage vor Ort auch Abendessen möglich
Tarrafal Residence
Früstücksraum

Gegen dieses Zimmer (in der Pousda Vassora gsc) hatte die Ausstattung in der Tarrafal Residence keine Chance. Das Zimmer war so klein, dass es auch hier keinen Stuhl gab. Gleichwohl war das Bett gut, die Dusche funktionierte und den Ausblick auf die Fischerbucht von unserem Balkon aus haben wir sehr genossen.

Den Italiener Luca, der in den Reiseunterlagen empfohlen wurde, haben wir genauso wenig gefunden wie die Baia Tarrafal. Auch das Hotel Tarrafal ist schon seit Jahren dicht. Gut gegessen haben wir im Alto Mira, in der Tarrafal Residence und im Restaurant Maracuja. In der Bar Rosa gibt es jeden Tag eine leckere Cachupa - wirlich kein allzu großes Wagnis für mitteleuropäische Mägen.

Wir waren auf eigene Faust in Ribeira da Prato, an dem unglaublich einsamen Strand und auf einem Spaziergang in einem Canyon (Ribeira da Cuba?). Auf eine Wanderung zum Leuchtturm haben wir verzichtet, weil wir uns nicht vier Stunden praller Sonne aussetzen wollten. Zur Sicherheit auf dem Weg sagte uns Milton (Soul Tours), er halte das Theater für übertrieben. Wenn man in einer Gruppe gehe, sei es kein Problem.   (siehe unsere Anmerkung)   Wir hatten zwar bei Francois im Alto Mira nach einem Führer gefragt. Francois war aber nicht sehr hilfsbereit und gesprächig.

Sal

Les Alizes Im Ortszentrum von Santa Maria, ca. 100 m zum langen Sandstrand von Santa Maria
Les Alizes
Aussenansicht

Auch das Zimmer in der Pension Les Alizes in Sta Maria auf Sal war geräumig und gut eingerichtet, die Matratze allerdings durchgelegen. Gut waren die doppelt verglasten Fenster, da es mitten im Ort schon recht laut ist. Jedoch scheint es, dass dort um Mitternacht Schluss ist - anders als in vergleichbaren Urlaubsorten, so dass wir in der Nacht nicht gestört wurden.
Die Frühstücksterrasse war ein großes Plus. Enttäuschend war jedoch das Frühstück, vor allem der Obstsalat aus der Konserve. Da wäre uns ein Stück Papaya oder eine Banane lieber gewesen.

Auf Sal hatten wir Zeit für je einen ausgedehnten Spaziergang im Strand an beiden Tagen. Die Kite-Surfer, die wir auf der Fahrt vom und zum Flughafen in der Ferne sehen konnten, haben wir jedoch leider verpasst. Der Aufenthalt auf Sal war ok, vor allem auch die Wahl St. Maria statt Espargos, das wir auf dem Hinflug kennen gelernt hatten. Allerdings war auch sehr schnell klar, dass dies nicht "unsere" Art von Urlaub ist.

Grüße

Wir möchten uns noch mal für diese schöne Reise bedanken und werden Sie gern weiterempfehlen.

Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Schraermeyer und Dorothee Beck

Zwischenüberschriften von Gerhard Schellmann, © Bildmaterial in aller Regel Reiseträume Kapverden

Anmerkung (1) Das "Theater" um den Leuchtturm von Tarrafal

Es ist uns bisher keine Meldung aus Tarrafal bekannt, dass der/die Täter der diversen Überfälle der letzten 10 Jahre jemals identifziert wurden. Selbst der englische Honorarkonsul aus dem Senegal musste sein Vertrauen auf seine KarateKünste schmerzhaft und teuer bezahlen: Auch der schwarze Gürtel schützte weder ihn noch seine Familie gegen die Angriffe.

Falls Sie zum Leuchtturm von Tarrfal gehen wollen, dann nur als Rundwanderung um den Monte Graciosa und nur in Begleitung eines vertrauenswürdigen kapverdischen Guides

 

Christian Müller, ICT von Soultours meint dazu: "Ich habe ihn gestern darauf angesprochen und er konnte sich leider nicht daran erinnern. Auch teilt er die Ansicht, dass die Wanderung keineswegs ohne Begleitung etc. gemacht werden sollte. Wir haben die Wanderung gar nicht im Programm, und empfehlen sie auch nicht als Ausflugs/Aktivitäten-Programm (aus bekannten Gründen)." (Email vom Donnertag, 5 Jun 2014 14:26:24 -0100)

Anmerkung (2) Wanderungen für Anfänger oder für Fortgeschrittene

Uns ist bewusst, dass es von außen schwierig ist, die Wanderungen gerade auf Santigo genauer einzuschätzen. 

Da der geplante Wanderführer für Santaiago schon seit umbestimmter Zeit in Planung ist, haben wir begonnen, die in verschiedenen Uqellen verstreuten Informationen zu den Wanderungen auf Santiago zusammenzutragen und mit Höhenprofilen und GPS-Daten neu zusammenzustellen. Einen ersten Schub soll das Projekt Wanderführer Insel Santiago nach dem Ende der diejährigen Wandersaison ab Mai/Juni 2014 erhalten.

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