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Rundreise Sotavento während der Elternzeit (Boavista, Santiago, Fogo, Sal)

von Lisa Langenscheidt

Rundereise mit Großeltern und (Klein-)Kinder im Januar 2018

Ein Monat Elternzeit im Januar war unser Ausgangspunkt. Priorität hatten gutes Wetter, Landschaften, in der man dieses ausnutzen kann und eine sichere politische Lage. Gewünscht war außerdem ein Flug ohne Umstieg, der nicht ewig dauert…. Ergebnis: Kaperverden… Ansonsten wussten wir über diese Inselgruppe noch nichts. Nach kurzer Internetrecherche fanden wir „reisetraueme.de“ und wurden von da an bis zum Ende unserer Reise immer freundlich, schnell und kompetent von Frau Schellmann informiert und lernten eine ganze Menge über die wunderschönen Kapverden.



Die Stationen des Urlaubes

  • Hautpinsel Santiago (Tarrfal / Cidade Velha/Praia)
  • Vulkan Fogo (Sao Filipe / Cha das Caldeiras )
  • Badeurlaub Sal

Am 1.1.2018 ging es los: Vier Leute, vier Wochen, vier Inseln! Unsere Tochter war zum Reisezeitpunkt viereinhalb und unser Sohn 11 Monate alt.

Boavista

Boavista

Wir flogen zunächst für eine Woche nach Boavista. Dort wohnten wir in einer Appartmentanlage in Sal Rei am Praia de Cabral. In Sal Rei fanden wir uns gut zurecht und hatten als Selbstversorger alles was wir brauchten. Wir unternahmen dort eine tolle deutschsprachige Inseltour mit Baobab-Tours, so dass auch unsere Tochter alles verstehen konnte. Hier lernten wir auch die wunderschönen breiten und fast menschenleeren Strände Boavistas kennen. Die Passatwinde, denen Boavista im Januar ausgesetzt ist, pusteten uns zwar manchmal ordentlich durch, waren aber nicht so stark, dass wir uns vom Strand abhalten ließen. Sandburgen bauen ohne weggeblasen zu werden und planschen am Estorilstrand gingen super.

10 Tage Santiago

Palmenstrand von Tarrafal

Unser „nächster Urlaub“ (wie unsere Tochter jede neue Insel nannte) waren 10 Tage auf Santiago. Der Flug dorthin mit Binter, so wie im Großen und Ganzen auch jeder weitere Flug, verlief reibungslos und professionell. Auf Santiago begleiteten uns auch Oma und Opa, so dass wir im Kingfisher Resort in Tarrafal schon zu sechst ankamen. In der wunderschönen Unterkunft waren vier 5 Nächte und fühlten wir uns sehr wohl.

Der Strand von Tarrafal ist mit Palmen bewachsen und hat durch seine Lage in der Bucht meist relativ ruhiges Wasser, so dass auch die Kinder voll auf ihre Kosten kamen. Dank Oma und Opa unternahmen wir Erwachsenen eine wunderschöne und sehr gut geführte Tour in der Serra Malagueta. Und wir fragten uns dort, wie auch an vielen anderen Orten auf den Kapverden, wieso nicht mehr Leute diese wunderschönen Landschaften besuchen. Unsere zweite Unterkunft befand sich in der Nähe vom schönen Ribeira Grande (Cidade Velha). Von dort kann man die Hauptstadt Praia ganz leicht besuchen, ohne dort zu wohnen, was mit Kindern eine tolle Lösung ist.

Fogo

Strand beim Tortuga

Ohne die Großeltern ging es für uns weiter nach Fogo. Wenn wir von der gebirgigen und grünen Landschaft Santiagos schon begeistert waren, dann toppte Fogo diesen Eindruck für uns noch! Schwarze Strände, grüner Norden, hohe Berge am Krater und über allem thront der beeindruckende Pico do Fogo! Drei Nächte verbrachten wir im Tortuga B&B. Diese tolle Unterkunft mit traumhaftem Garten liegt einen strammen Strandmarsch entfernt von der schönen Inselhauptstadt Sao Filipe am breitesten schwarzen Sandstrand, den wir je gesehen hatten. Gastgeber Roberto bekochte uns abends ganz wundervoll (während das Baby schon ins Bett gebracht worden war und die Große mit leckeren selbstgemachten Nudeln glücklich wurde). So hatten wir Eltern neben dem Geschmackerlebnis verschiedenster Fischsorten auch noch entspannte Abende! Wir unternahmen eine Inselrundfahrt mit Edmar, der sogar Englisch sprach und überzeugten uns von der Schönheit der Lavainsel.

Fogo - Cha das Caldeiras

Pico de Fogo

Edmar brachte uns auch in die Caldeira, also in den riesigen Krater in dem sich auch der wunderschöne Pico do Fogo befindet. Wir wohnten für zwei Nächte im Casa Marisa. Nach dem Vulkanausbruch 2014 bauten Marisa und ihr Mann Mustafa das Hotel bald wieder auf. Indem sie sich so mutig zeigten und wieder für mehr Arbeitsplätze in der Caldeira sorgten, kehrten auch viele weitere Bewohner der Caldeira zurück und die Dörfer werden fleißig (auf den Dächern der ehemaligen Häuser) wieder aufgebaut. Der Mut dieser Menschen und der Einklang in dem sie mit Pico do Fogo leben, haben uns sehr beeindruckt. Auch unsere Tochter war vom Vulkan begeistert und sogar unser Sohn hatte ein „Aha-Erlebnis“… er konnte große Steine ganz leicht hochheben und war sehr erstaunt (Lavasteine sind viel leichter als andere). Das Casa Marisa ist auf der heißen Lava erbaut. Die Böden der Zimmer sind darum noch sehr warm. Unser Raum brachte es bei geöffneten Fenstern und Türen und ziemlich kalten Nächten noch immer auf ca. 27 Grad, aber die Schweißtropfen waren dieses Erlebnis wirklich wert. Dadurch, dass wir zwei Übernachtungen hatten, hatten wir Erwachsenen jeder die Möglichkeit den Pico zu besteigen. Am ersten Tag ging mein Mann mit einem Guide hinauf und am zweiten Tag ich. Der Anstieg bis zum Krater ist schon anstrengend und sowohl dieser als auch das „Hinuntersurfen“ auf Lavageröll für Kinder nicht geeignet, für uns hat es sich aber total gelohnt und war eine der besten und eindrucksvollsten Wanderungen, die wir je gemacht haben.

Badeabschluß auf Sal

Nach noch einer letzten Nacht im Tortuga, flogen wir (trotz diesigem Wetter, das manchmal Flugzeuge am Boden hält) mit einem Zwischenstopp in Praia zu letzten Insel…nach Sal. Hier konnten wir die letzten vier Tage noch mal ganz entspannt durch Santa Maria schlendern, und trotz des Passatwinds am Strand liegen und im (wenn auch recht kalten) Pool baden. Startet man seine Reise auf die Kapverden in Santa Maria, wird man sicher überrascht sein, dass es auf anderen Inseln weniger Infrastruktur, Restaurant (und Bordsteine) gibt, als dort…

zum Abschluss im touristischsten Ort der Inseln anzukommen, war aber genau die richtige Vorbereitung auf den Heimweg. In Santa Maria mussten wir leider auch noch einen kleinen Abstecher zum Arzt machen, da unser Sohn hohes Fieber und Durchfall bekam, für solche kleinen Notfälle sind die englischsprachigen Ärzte der Clinica Santa Maria aber gut gewappnet und die Apotheken der Inseln sehr professionell und effizient.

Fazit des Urlaubes

Boavista

Die Kapverden haben uns sehr sehr gut gefallen, wir wurden überall freundlich aufgenommen, Restaurantküchen wurden für uns angeschmissen und Supermärkte für uns aufgeschlossen. Unsere Kinder , besonders der kleine Blondschopf, fühlten sich auf unzähligen Armen Einheimischer wohl, die von unseren Kindern ebenfalls begeistert waren. Die Große sprach am Ende der Reise ein Kauderwelsch an Sprachen, durch viele Spiele mit einheimischen Kindern und fragte, als wir von einem nächsten Urlaub erzählten, als erstes, welche Sprache den dort gesprochen wird.

Wir sind nun seit fast zwei Wochen wieder zuhause und haben schon mehrfach nach Flugverbindungen für Sao Vicente auf den Kapverden gesucht…leider sind die nach Deutschland noch nicht besonders gut…aber daran sieht man ja, wie gut es uns gefallen hat…wir kommen sicher wieder!

Lisa Langenscheidt

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