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Familienausflug - Sommer 2016

von Familie Mentzel

Hallo Frau Schellmann,
nun hat für uns alle der Alltag wieder begonnen. Da will ich Ihnen kurz ein Resümee unserer wunderbaren Kapverdenreise schicken.
Zuerst war die Art und Weise der Reise genau das Richtige für uns. Ich sprach heute mit einem Kollegen, der sich zwei Wochen in einem Industrieressort auf Boa Vista gelangweilt hat ... . Aber ob wir uns vom Alltagsstess erholt haben, ist noch nicht ganz entscheiden. Meine Frau hatte einen und ich drei Tage später einen Totalausfall. Im Rückblick haben wir gefühlt eine Dreimonatsreise gemacht. Aber das wollten wir ja auch so haben ... . Auf jeden Fall hat's den Kindern viel gebracht. Die haben einen Eindruck und Weltbild bekommen, wie es durch keine Schule der Welt vermittelt werden kann.

Auch wenn es meine Frau mit etwas scheelem Blick kommentiert hat, haben mich die kapverdischen Frauen sehr beindruckt. Was für starke, selbstsichere und unverfälschte Menschen das sind! Ich glaube, es bedarf keines Genderbeauftragten, um hier für einen Ausgleich der Geschlechter zu sorgen.

Jetzt noch ein paar Erfahrungen, die Sie evtl. anderen Reisenden weitergeben können:

Ich habe an keinem Bankautomaten ein Problem mit meiner ganz normalen EC-Karte (Maestro) gehabt. Nur das blöde Linit von 20.000 ESC war lästig und hat mich in Summe ca. 50EUR gekostet.- Wir hätten ruhig mehr Euro, auch in größeren Scheinen - 50er - mitnehmen sollen. Die sind überall 1-1 einsetzbar und hätten manche Unternehmung einfacher zu bezahlen gemacht.-

Die Fähre zwischen Fogo und Praia war ein Erlebnis. Wir sind mit starken Mägen gesegnet, aber der Geruch im Schiff war extrem. Meine Frau und Tochter haben entgegen der Anweisung der resoluten Besatzung die ganze Zeit draußen gestanden.

Wir haben die Temperaturen unterschätzt. Es gab nur einen Tag unter 30°C. Das war der Tag, als wir in der Sierra Malagueta komplett durchgeregnet sind.Unsere langen Hosen und Hemden im Gepäck waren ganz umsonst. Selbst auf dem Vulkan gabs kein Entrinnen von der Glut. Und schließlich lies auf Boa Vista auch noch der Wind jeden Tag mehr Wünsche offen.

Das Fischen in Tarrafal mit örtlichem Fischer (50EUR) war ein großes Ergebnis. Das können sie gern weiterempfehlen. Mit welch einfachen Mitteln die Männer dort erfolgreich arbeiten, hat mich sehr beeindruckt. Und schließlich durfte mein Sohn auch noch das Boot heimfahren - toll! Im Restaurant Buzon in Tarrafal hat man unseren Fang auch schön für uns gegrillt und hergerichtet. Das war ein super Tag.

Das Waschen von Wäsche im Morabeza hätte uns ein Vermögen gekostet. Glücklicherweise gab man uns an der Rezeption den Rat, in die 300m entfernte Wäscherei zu gehen. Die konnten die 7kg für 20EUR waschen und bügeln. Großartig.-

Nachdem der deutschsprachige Surflehrer des Morabeza nicht wirklich daran interessiert war, unsere Kinder zu unterrichten, haben wir einen Kurs auf Boa Vista bei "Boavista Kite" vorgebucht (140EUR p.P.). Das wäre in der Nebensaison nicht nötig gewesen. Der Wind nahm zwar leider immer mehr ab (s.o.) aber die Jungs haben sich viel Mühe gegeben, etwas rüberzubringen. ("Boavista Kite" kannte vor Ort erst mal niemand - bis sich herausgestellte, dass die örtliche Schule "Boa Vista Wind Club" - neben Alisios - gemeint war.)

Der Strand in Sal Rei war leider sehr steinig und voller Seeigel. Man brauchte unbedingt Neoprenschuhe. Hier haben wir einen Süßwasserpool vermisst. Den sollte es in einer Anlage nördlich der Stadt geben. Das haben wir aber nicht dorthin geschafft.

Die Guides auf Fogo (Zuka) und Santiago (Ze) waren große Klasse, wenn auch Ze nicht gerade der Quirligste :-) ist, ist er doch sehr zuverlässig. Vielen Dank für die Vermittlung. -

Die kapverdische Flughafenorganisation ist ein Graus. Keine Absicht oder Anzeige passt zum Inhalt (Ziele, Gates, Abflugzeiten, Routen). Aber man muss vor jedem Flug 4x den Pass zeigen und meine Tochter ihren ganzen Rucksack inspezieren lassen.-

Für die vielfältige Insektenwelt kann keiner etwas. Selbst in guten Hotels waren wir öfter in Gesellschaft, als es meinen Damen lieb war. Wir haben dann zu Hause die Koffer von der Terasse aus geleert - das hat sich bewährt.-

Wir hatten einen Sawyer Wasserfilter mit einem 2l Beutel mit. Damit war immer Zahnputzwasser da, ohne so viele Flaschen kaufen zu müssen. Dennoch wurden wir reihrum immer wieder Opfer von Montezumas Rache.-

Das Appartement Garoupa hat es uns sehr angetan. Was für ein Blick und welche Großzügigkeit! Es war nur sehr warm und windstill zu der Zeit. Durch den Tag Fehlbuchung haben wir auch noch das Guesthouse Orchidea kennengelernt und das Frühstück für umsonst bekommen. Noble Geste! Vielleicht erwähnen Sie für August, welche Quartiere eine Klimaanlage haben.

Das Haus in Sao Filipe könnte eine Aufwertung vertragen. Die E-Anlage und die Sauberkeit zeigen, dass die Aufmerksamkeit zur Zeit wohl viel stärker auf der Casa Mariza liegt.-

Die Casa Mariza war die heißeste Erfahrung meines Lebens. Es war ein echter Tanz auf dem Vulkan. Der Boden war manchmal >60°C warm. Unglaublich.

Wir haben auf den großen Pico de Fogo und wieder hinunter 9 Stunden gebraucht. Wie haben Sie das in 5 1/2 Stunden (wie dem Buch "Reise Know How" beschrieben) geschafft? Hier haben uns unsere mitgebrachten Schneegamaschen gute Dienste beim Abwärtssurfen geleistet.

Schildkröten auf Boa Vista - prima!-
Fata Morgana auf Sal - stark!-
Ach: Die armen Rebelados! Das war erschütternd! Es kommt mir wie ein Ausverkauf von Würde und Größe vor... .

So das soll es für jetzt sein. Bitte verstehen Sie das nur als punktuelle Betrachtung und keinesfalls als Kritik an einer unvergesslichen und wunderbaren Zeit.Vielen Dank für Alles!
Ihr Lars Mentzel

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