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Familie mit Kind für 10 Tage auf Santiago

von Stefanie und Harald

Passarinha /Eisvogel

Liebe Frau Schellmann,

wir möchten Ihnen gerne eine Rückblick auf unsere Reise geben.

Wir hatten uns entschieden, bei unserer ersten Reise auf die Kapverden im Mai 2016 nur eine Insel (Santiago) kennen zu lernen. Wir haben 2 Nächte in Praia und 8 Nächte in Tarrafal übernachtet. Beide Hotels (Santa Maria und Tarrafal Residence) waren schön und sauber und es wurde sich sehr freundlich um uns gekümmert.

Insgesamt war es für uns eine wunderbare, abenteuerliche Reise. Selten haben wir während eines Urlaubs so von unserem Alltag abgeschaltet.

Ausflug Cidade Velha

Am ersten Tag sind wir mit dem Taxi nach Cidade Velha gefahren. Im Fort hatten wir eine gute Führung durch einen vorzüglich englisch sprechenden jungen Mann. Unten im Ort haben wir leider unsere einzigen negativen Erfahrungen gemacht. Wir sind nach hinten ins Tal ein Stück reingelaufen. Dort haben Kinder uns um Geld angebettelt. Wir haben ihnen freundlich dies verwehrt. Daraufhin haben sie mit Steinen nach uns - nicht auf uns - geworfen. Für unseren Sohn (10 Jahre) war das sehr unheimlich. Am Pelourinho wollte eine Frau uns unbedingt knallgrüne Mangos verkaufen, die wir nicht wollten... Auch am Nachmittag in Praia haben einige Leute sehr hartnäckig versucht, uns zu einem Geschäft zu überreden.

Wanderung um den Monte Txota

Am Dienstag hat uns Ze nach Tarrafal gefahren. Unterwegs haben wir mit ihm die Wanderung am Monte Txota gemacht. Es war sehr interessant, da Ze uns sehr viel zeigen und erklären konnte. Wir hatten trotz vieler Wolken immer wieder wunderbare Sicht, v.a. auch auf den Pico Antonia.

Tarrafal

In Tarrafal hatten wir erst mal etwas Orientierungsschwierigkeiten. Obwohl unser Hotel ja eigentlich direkt am Strand war, haben wir den Strand erst mal in der anderen Richtung gesucht und bei unserer Suche gleich mal den Ort erkundet... Auch hatte meine Schwester so von Tarrafal geschwärmt und wir konnten erst mal nicht erkennen, warum. Doch nachdem wir uns dann endlich etwas orientiert hatten und wir langsam anfingen, auch Leute kennen zu lernen, haben wir uns sehr wohl gefühlt.

Am Anfang fiel uns v.a. allem auf, wie viel Müll überall herum liegt und wie viele Häuser als Bauruinen herumstehen. Je länger wir da waren, umso mehr haben wir die Schönheit und das Besondere von Santiago erkannt. Wir sind auch sehr froh darüber, dass wir über eine Woche in Tarrafal waren, da wir dort doch einige sehr interessante Kontakte bekommen konnten.

Unser Sohn hat sich mit dem Surfer Miguel angefreundet und von ihm ein bisschen Wellenreiten gelernt. Uns ist der junge Mann sehr ans Herz gewachsen durch seine freundliche, offene Art und seinen Eifer, mit dem er sich um unseren Sohn bemüht hat. Erschüttert hat uns, dass er in einem kleinen Container und einer "Terrasse" aus Paletten am Strand wohnt. Er versucht, dort so etwas wie eine Surfschule aufzubauen. Da nur wenig Touristen in Tarrafal waren, waren wir die einzigen, die sich dafür interessiert haben. Auch waren die Wellen in der Bucht von Tarrafal an den meisten Tagen nur für Anfänger ausreichend gewesen fürs Wellenreiten.

Die Nachmittage am Strand haben unserem Sohn sehr gefallen, v.a. wenn dann andere Kinder kamen, mit denen er dann Frisbee oder Fußball spielen konnte. Die Verständigung unter den Kindern mit Händen und Füßen und wenigen Brocken Englisch hat gut geklappt.

geführte Wanderung Serra Malagueta

Die Wanderung am Donnerstag mit  in der Serra Malagueta war sehr schön und spannend (Fahrt in einem sehr vollen Aluguer). Super, wie viel er uns zeigen und erklären konnte über Tiere, Pflanzen, Landwirtschaft und das Leben der Menschen in den Bergen. Alles war sehr trocken, nur weiter unten in den Tälern wurde es grün. Hier wachsen dann auch Mangos, Bananen oder Zuckerrohr.

Ausflug nach Assomada: Martkbesuch & Poilon

Am Samstag waren wir auf eigene Faust in Assomada auf dem Markt. Dort hat sich unser Sohn sehr unwohl gefühlt, da er das Gefühl hatte, dass alle ihn anschauen (wir waren die einzigen mit heller Haut) - gut fanden wir aber seine Schlussfolgerungen, dass er nun wisse, wie es Leuten aus Afrika bei uns zu Hause gehe. Den Poilon haben wir gut und mit Hilfe einiger Kinder und dem Wanderführer (Bergverlag Rother) gefunden. Und wieder hatten wir eine spannende Rückfahrt in einem übervollen Aluguer mit mitfahrenden Hühnern.

Bootsausflug zum Schnorcheln und Grillen

Am Sonntag haben wir uns selbst eine Bootsfahrt mit Sabina und Adi organisiert mit Schnorcheln, Grillen am Strand und unser Sohn durfte angeln - das war für ihn das Highlight, da er fast einen Fisch erwischt hätte. Für uns war das Schnorcheln besonders schön: Tolle Fische, Seesterne, Seeigel ...

Wanderung zum Batuko

Auch der Montag mit der Wanderung zum Batuk war toll. Mit den beiden anderen Familien konnten wir ein bisschen unsere Erfahrungen austauschen. Zuschauen und zuhören war schön, interessant, neu und anders. Beim Mittanzen hat sich dann gezeigt, wie unbeweglich wir sind... Die Catchupa war lecker und sehr sättigend.

Individueller Ausflug Tarrafal

Am Dienstag ist der Wellenreiter Miguel mit uns in Tarrafal noch zu einem anderen Strand gegangen, wo er mit unserem Sohn mit größeren Wellen üben wollte. Leider ist unser Sohn dann in einen Seeigel getreten und wollte dann nicht mehr ins Wasser. Miguel ist mit uns noch bei Freunden vorbeigegangen, wo wir viele frisch geerntete Mangos günstig kaufen konnten und den "Sauersack" kennen gelernt haben, eine Frucht, die uns bislang unbekannt war. Und nun wissen wir auch, wo die uns bekannten Cashew-Kerne herkommen und wie sie wachsen.

Einblick in das Gesundheitswesen

Tja, der Mittwoch - unser letzter Tag - lief dann leider nicht wie geplant...

Stefanie bekam in der Nacht eine heftige Magen-Darm-Erkrankung mit Kreislaufproblemen. Nach Rücksprache mit Ihnen, Frau Schellmann, fuhren wir am frühen Morgen ins Krankenhaus in Tarrafal. Dort wurde Stefanie gleich medizinisch versorgt - nur die Verständigung hat erst mal nicht gut geklappt. Später kam zum Glück eine Ärztin, die sehr gut englisch gesprochen hat. Die medizinische Versorgung war gut. Bei Spritzen und Infusionen wurden hygienische Standards eingehalten. Für uns ungewöhnlich war, dass man nur ein Bett mit einem Laken zur Verfügung gestellt bekommt. Alles andere muss man selbst mitbringen, z.B. Essen und Trinken oder Toilettenpapier. Ebenfalls für uns unglaublich: Die Kosten: Für 10 Stunden Klinikaufenthalt mit medizinischer Versorgung, 2 Infusionen... mussten wir 150 Escudos bezahlen (= <1,50 Euro!!) Herzlichen Dank, dass Sie vorbeigekommen sind und uns in unserer Sorge beruhigt haben, was passiert, wenn wir am Abend unseren geplanten Rückflug nicht nehmen können. Und dann hat es doch noch geklappt, dass wir wie geplant nach Hause fliegen konnten.

Resumee

Trockenheit im Mai

Insgesamt sind wir sehr begeistert und voller Eindrücke aus dem Urlaub zurückgekehrt. Es war sicher nicht unsere letzte Reise nach Kapverde.

Wichtige Erkenntnisse für uns waren:

  • Wir sind ganz gut mit Englisch durchgekommen. Wenn das nicht ging, dann ging Französisch. Italienische Brocken sind dem Portugiesischen nicht unähnlich. In Notfällen hilft die Sprach-App auf dem Handy. Trotzdem sollten wir vielleicht vor dem nächsten Mal portugiesisch lernen, um besser mit den Menschen dort in Kontakt zu kommen.
  • Eine Tube Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 war knapp! Die Intensität der Sonne - auch bei bedecktem Himmel - haben wir etwas unterschätzt. Das nächste Mal würden wir probieren, ob wir die Sonne im Dez/Jan besser vertragen.
  • Wir wollen die Landschaft gerne nach der "Regenzeit" kennen lernen, wenn es etwas grüner ist - also kommen wir mal zu einer anderen Jahreszeit.
  • Schnorcheln ist super! Das nächste Mal nehmen wir Schnorchelausrüstung mit.

Herzlichen Dank, dass Sie die Reise mit uns und für uns geplant haben und für Ihren Einsatz am letzten Tag.

Stefanie und Harald

Mit Jugendlichen auf den Kapverden

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