Erfahrungen, Rückmeldungen, Feedback von Urlaubern

Birder auf Urlaub

von Peter Meyrahn

Reiseteilnehmer: Peter Meyrahn, Holger Lauruschkus, Thomas Schwahn, Christian Heuck

(c) Peter Meyrahn 2012
Grünschenkel

Reiseablauf:
14.03.2012
Der 4,5 stündige Flug von Hannover nach Las Palmas auf Grand Canaria gestalte sich als problemlos und verlief pünktlich. Nebenbei: wir drückten das Durchschnittsalter erheblich. Ein wahrer Rentnerflieger.

Nach etwas Aufenthalt ging es dann 2 Stunden weiter Richtung Sal, der ersten der Kapverdischen Inseln. Pünktliche Landung, 250 € Geldtausch und eine erste Pause. Aber dann: durch technische Probleme fehlt TACV ein Flugzeug seit 4 Tagen und Saharawinde stören die Abläufe erheblich. Wir erfahren, dass unser Flug auf den nächsten Tag verschoben wurde. Positiv: direkt vor der Tür unser erster Endemid: der Kapverdensperling.

Durch Deinen Rat lassen wir uns nicht in ein Flughafenhotel bringen, sondern werden nach Espargos gebracht. Hier öffnet Santos seine Räume für uns. Großzügige Räume laden zum Entspannen ein. Dadurch, dass Santos einen kleinen Supermarkt im Haus hat, die erste Möglichkeit für uns, sich preiswert zu versorgen.

Wir mieten uns für 2.500 Esc einen Fahrer der uns zu den Salinen im Nordosten bringt. Ein Naturerlebnis, da sich die Salinen in einem Vulkankrater befinden und über einen Tunnel. Die Arten sind eher Europäisch (Limikolen auf der Rast) – aber ein guter Start.
Abends bringt uns Santos noch zu seinem Lieblingsrestaurant: es gibt gebratenen Fisch und Bier. Spitzen Start.

15.03.2012
Den nächsten Morgen fährt uns dann ein Taxifahrer zu den Salinen in den Süden. Hier ist die Landschaft und der Strand schon sehenswert. Die Vogelwelt ist eher zurückhaltend: Ein Alexanderfalke, eine Wüstenläuferlerche, zwei Weißbauchtölpel und mehrere Seeregenpfeifer sind die einzigen Vögel hier. Zurück im Hotel entspannen wir auf der Dachterrasse und werden von Santos zu Katxupa, einer kapverdischen Spezialität eingeladen.

Der Flug geht pünktlich nach Sao Nicolão. Hier werden wir von dem Fahrer nach Tarrafal im Westen gebracht. Ca. 1 Stunde. Atemberaubende Landschaft. Alexandersegler, Helmperlhühner und Kapverdenfalken.
Der Hotelwirt will uns einen Käptain für die Fahrt nach Razo besorgen und es klappt gleich am nächsten Tag.

16.03.2012
Wir fahren bei ruhiger See begleitet von zig Kapverden-Sturmtauchern nach Razo (ca. 2,5 Stunden) und können dort die Razo-Lerche sehen. Auch Weißbauchtölpel und Rotschnabel-Tropikvögel brüten hier. Auf der Rückfahrt haben wir eine Hammerhai und eine portugiesische Galeere gesehen. 15 min. vorm Hafen macht uns der Käptain noch auf die 3 Boydi-Sturmtaucher aufmerksam. Dieser coole Tag wird abends bei perfektem Essen im Hotel mit reichlich Wein begossen. Auch die Besatzungen von div. Charter-Fischerbooten machen hier Rast und empfehlen die gute Küche.

17.03.2012
Ein Fahrer ist organisiert, der uns erst in den Westen, dann in den Nordwesten fährt. Kuhreiher, Helmperlhühner, Fischreiher und Rennvögel in den Büschen an der Straße. Am Strand von Barril dann viele Brillengrasmücke, Kapverdensturmtaucher, Fischadler und Wüstenrabe. Schwarzer Milan im Hafen.
Mittags sind wir im grünen Tal auf der Nordseite. Hier sind wieder die Segler zu finden und viele exotische Spinnen, Echsen und Sträucher.
Abends bringt und der Fahrer zur Kirche nach Cachao in den Bergen. Wir suchen und hören glücklich die Kapverden – Schleiereule. Ein super Abendessen rundet diesen Tag ab.

18.03.2012
Balkontag – eine Rosenseeschwalbe sitzt auf einer Boje. Kapverden-Sturmtaucher satt und Weißbauchtölpel.

19.03.2012
Bis Mittag verweilen wir noch im Hotel, dann werden wir zum Flugplatz gebracht. Es geht Richtung Sal und von dort aus Richtung Santiago. Alles verläuft wie geplant.
In Praia werden wir von dem Fahrer Ze erwartet. Er bringt uns in das Hotel in Pedra Badejo. Ze ist ein sehr stiller Fahrer.

 

Andriu 2015
Andriu

20.03.2012

Morgens um 6:30 steht pünktlich Andriuj, der Vogelguide vor der Tür. Wir haben viel vor. Der erste Vogel ist der Graukopfliest direkt am Hotel. Große Aufregung. Aber schon mittags guckt sich den keiner mehr an, so viele sehen wir unterwegs.
Wir fahren zum Staudamm und dort folgt ein Kracher nach dem anderen:
- Glockenreiher, Küstenreiher, Mittelreiher am Staudamm
- Kapverdenreiher ad. am Staudamm und den Brutbaum im Nebental
- Kapverdenbussard in den Bergen am Botanischen Garten
- Drosseluferläufer in den Lagunen rechts vom Hotel (ca. 2 km)
- Kapverdenrohrsänger am Staudamm und an den Lagunen
Wir versogen uns mit Bier und feiern ausgiebig nach dem Abendessen.

Anmerkung: Am Staudamm treffen wir abends Herbert Bödendorfer. Bei Ihm hätten wir eigentlich übernachten sollen. Für zukünftige Reisen absolut zu empfehlen. Er organisiert eine Morgenexkursion zum gebauten Hide im Westen des Staudammes.

21.03.2012
Die Frühexkursion zum Hide bringt uns einen Kapverdenrohrsänger in 3 m Entfernung. Wir lassen etwas Geld für die Bauern da und lassen uns noch einmal zur Staumauer bringen. Von da aus hat man einen guten Blick auf alle Reiher. Ze bringt uns zum Hotel, wir packen, Frühstücken, verabschieden uns von Andriuj und werden von Ze zum Flughafen gebracht.
Alles verläuft planmäßig und wir fliegen Richtung Boa Vista.
Hier werden wir von einem Fahrer des Hotels Parc das Dunas abgeholt. Zum Hotel sind es nur 5 Minuten und es liegt perfekt. Zwei kleine Appartements direkt am Strand. Nach dem Schwimmen organisieren wir uns ein Allradauto mit Fahrer für den kommenden Morgen. Das Abendessen ist phantastisch.

22.03.2012
Nach dem perfekten Frühstücksbuffet fahren wir in Süden an einem gigantischen Hotel der Riu Gruppe vorbei. Diese armen Touristen müssen hier in einem Getto leben. Wir verlassen die Straße und fahren in die Wüste, vorbei an einem Geisterdorf namens Curral Velho. Hier entdecken wir einen der letzten Prachtfregattvögel der Westpaleartis.
Wieder im Hotel entspannen wir uns am Strand bei Cocktails und Bier.

23.04.2012
Wir werden vom Fahrer wieder zum Flughafen gebracht. Hier stehen schon 100erte Touristen und checken ein. Wir stehen in der Schlange und müssen uns anhören, das „die neue Hose ja ganz staubig geworden ist“, „die Bildzeitung ja erst einen Tag später hier eintrifft“ und „das neue I-Pad gut funktioniert“.  

Die westliche Welt mit den armseligen Problemen hat uns wieder.

Peter Meyrahn im März 2012

PS: Sybille, noch einmal vielen Dank für die Unterstützung bei dieser Reise

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