Erfahrungen, Rückmeldungen, Feedback von Urlaubern

Bericht von unsere Rundreise April 2013 (VXE-NTO-RAI-BVC)

von Mathias Walter und Heidrun Kaufmann-Walter

In knapp 4 Wochen kann man so einiges erleben!

Kriol-Jazz-Festival 2013
Kriol-Jazz-Festival 2013

Liebe Familie Schellmann,

noch einmal vielen Dank für die wunderbare Reise, die Sie uns organisiert haben.

Die fing schon gut an, als wir in Sal den ganzen Tag auf unseren Anschlussflug warten mussten und dabei ganz nebenbei die Insel und ganz besonders Santa Maria mit seiner touristischen Infrastruktur kennen lernen konnten

Mitten in der Nacht wurden wir am Flughafen von Mindelo vom Taxi abgeholt und in die Pension Jenny gebracht. Die schönen großen Räume dort, der Blick auf den Hafen und die Bucht und das Frühstück machten uns jeden Tag von Neuem fit für die Erkundung der Insel Sao Vicente und das Flanieren in der Stadt. Das Haus ist sehr gut geführt und gewinnt besonders durch den Innenhof und die dauernde Belüftung durch die Zimmer. Was anfangs noch fremd erschien, wurde in den nächsten Tagen zur gewohnten Umgebung. Der stadtnahe Strand und die guten Lokale mit Musik am Abend gefielen uns besonders gut. Eine geführte Tour über die Insel konfrontierte uns mit der Armut der Fischerdörfer, der Trockenheit des Landes, aber auch mit der Schönheit der Landschaft und der Strände. In langen Gesprächen mit unserem Führer von Mindeltour lernten wir das Land etwas besser kennen.

Bei der Überfahrt nach Santo Antão mussten wir die Hüte gut festhalten. Wind und Wellen zeigten uns, wie der Atlantik sein kann. In Porto Novo hatte uns der Transporte Dongo leider vergessen. Unser Voucher wirkte trotzdem Wunder und wir wurden gleich in ein Taxi gesetzt, das uns (bei leichtem Regen!) über die Berge nach Ribeira Grande (dort trafen wir dann auch Dongo) und nach Ponta do Sol und in die Pension Coracao brachte. Hilde und Wim begrüßten uns sehr freundlich und wir genossen wieder einmal den weiten Blick über das Meer. Am Hafen sahen wir dann, wie die Fischer bei ordentlichem Wind und Brandung die enge Hafeneinfahrt meisterten und dann sofort ihren Fang verkauften. Per Aluguer, per Taxi und zu Fuß erkundeten wir die die Täler der Umgebung. Am besten hat uns Cha de Pedras und ein Seitental im oberen Teil des Ribeiro do Paul gefallen. Hier konnten wir gut wandern und zwischen Palmen, Bananenstauden, Mango- und Papayabäumen die Grogue – Brenner beobachten, die mit sehr einfachen Mitteln den Schnaps herstellen. Die Bewässerung der Gemüsebeete in den engen Flusstälern war beeindruckend. An den Abenden probierten wir die verschiedenen kleinen Restaurants aus und konnten wieder viel Musik (auch live) hören.

Die Transfers und der Flug nach Praia funktionierten wieder hervorragend. Auf der Fähre von Porto Novo nach Mindelo gerieten wir in das Wochenend-Event einer amerikanischen Freikirche. Im Gegensatz zur kapverdischen Musik sangen die Jungen Leute allerdings protestantische Erweckungslieder und wurden dabei von einigen professionellen Vorsängern entsprechend angeleitet. Hier wurde uns bewusst, wie wenig Katholisches wir auf den Kapverden antrafen. Die Kirchen waren zwar zum Teil schön, aber leer. Dagegen waren die Kirchen der Freikirchen in Mindelo am Ostersonntag voller Leute, die auch noch an den Ausgängen standen, weil sie keinen Platz fanden.

In Praia erwartete uns dann eine sehr schöne Überraschung. Im Vorgriff zum kreolischen Jazz Festival fand dort eine Musikmesse mit Live Musik auf der Fußgängerzone auf dem Plato statt. Den ganzen Tag und bis spät in die Nacht wechselten sich Bands aus den Kapverden, Brasilien, dem Senegal und aus noch vielen anderen Ländern ab. Obwohl man uns vor der Nacht auf dem Plato gewarnt hatte, konnten wir uns dort bei starker Polizeipräsenz bis spät in die Nacht sicher bewegen. Man muss sicher vorsichtig sei ( das muss man in einigen Gegenden Frankfurts auch), aber wir fühlten uns nach wenigen Tagen des Eingewöhnens in allen Teilen der Kapverden relativ sicher und genossen auch die Abende in den Städten sehr. Dass wir von verschiedenen Seiten vorher gewarnt worden waren, war dabei nicht so schlimm. Auf diese Art und Weise lernten wir das Risiko einigermaßen einschätzen.

Der Transfer von Praia nach Calheta verlief problemlos. Nur das Quartier war erst einmal eine Enttäuschung. Nach einem wunderbaren Frühstück im Restaurant Esplanada Sillbell fanden Sie, liebe Frau Schellmann, schnell eine Lösung und wir wohnten in den nächsten vier Tagen in der Villa Morgana, direkt am kleinen Badestrand des Ortes. Sehr einfach aber mit einem schönen Blick, einem Balkon und einer Terrasse. Die 5-Liter-Wasserflasche zum Trinken und Zähneputzen war natürlich immer dabei. Nachdem wir am ersten Tag Catchupa zum Frühstück bekamen, besserte sich das Angebot täglich und näherte sich Stück um Stück einem einfachen mitteleuropäischen Frühstück mit Brot, Butter, Marmelade und vielleicht einem Ei an. Einen so guten Tee wie in der Esplanada Silibell haben wir allerdings auf den ganzen Kapverden nicht gefunden. Überhaupt das Essen in Ihrem schönen Restaurant: Wir genossen die Abende und das Essen bei Ihnen sehr. Würzige kapverdische und europäische Küche, eine große Flasche Strela und zum Schluss einen Grogue – das war hervorragend. Ganz nebenbei konnten wir mit einem Gäste-Account auch noch unsere Emails lesen und geschäftliche Dinge erledigen. Stück um Stück erkundeten wir die Umgebung, fuhren mit dem Aluguer nach Tarrafall , wanderten den Ribeira de Ribereita hinauf und genossen die Nachmittage beim Baden und auf unserer Terrasse.

Der Transfer und der Flug über Praia nach Boa Vista und Sal Rei war wieder optimal organisiert. Im Guesthouse Orquidea wurden wir schon erwartet. In diesem kleinen Paradies inmitten einer Neubauwüste erhielten wir das schönste Zimmer: Ganz oben mit Blick auf den Strand und Sal Rei und einer großen Dachterrasse mit zwei Hängematten. Das Haus und der Garten sind mit viel Geschmack und Liebe gestaltet. Kokospalmen, Bananenstauden, Papaiabäume, Limonensträucher, viele Blumen und ein Kakteengarten vor dem Haus, den wir so noch nie gesehen haben. Mitten in diesem ganzen Grün dann zwei bunte Papageien, die sich zwar hin und wieder stritten, aber das paradiesische Gefühl noch erhöhten. Es war auch schön, dass die Gäste mit der ganzen Familie wohnten und die Oma zusammen mit drei Hunden und mehreren Katzen den ganzen Tag das Haus bewachte. Das Frühstück unter Palmen und Bananenstauden war ein besonderer Genuss. Lange Strandspaziergänge vorbei an den verschiedenen Strandbars führten uns auch zu den verschiedenen großen Hotelanlagen in der Nähe des Flughafens. Da waren wir sehr froh, in unserer kleinen grünen Pension gelandet zu sein. Eine Taxifahrt an den Strand von Santa Monica und zum Ponta Varadinha zeigte uns die versteckte Schönheit der Insel. Neben der Stadt Sal Rei, die wir uns am Hafen beginnend „erlaufen“, lernen wir auch das neue Gesundheitszentrum kennen. Alles ist gut organisiert und die behandelnde Ärztin war sehr kompetent.

Insgesamt hat uns die Liebe zur Sauberkeit und die sehr korrekte und stolze Art der Menschen in Cabo Verde sehr beeindruckt. Wir sind in vier Wochen nicht ein einziges Mal ernsthaft betrogen oder bedrängt worden.

Mathias Walter und Heidrun Kaufmann-Walter

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