< Musik Louisiana - Rezensionen - Gerhard Schellmann
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Cajun / Zydeco / New Orleans
Meine Lieblingskünstler


Hier finden Sie ein paar CD's und Musiker aus New Orleans und Louisiana aus meiner Sicht.

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Cajun Modern

Zachary Richard (Moderne Cajun-Zydeco-Mischung/Rock-Pop - Rounder - CD Universe)

Er hat sich ab Mitte der 70er sehr verdient gemacht um die Wiederbelebung der Cajun-Musik und ihre Modernisierung.
Nachdem er in Kanada eine Pop-Hit hatte, wurde er als der "französische Mick Jagger" bezeichnet. Aber er entdeckte seine Wurzeln in der Cajun/Zydeco Tradition und vertauschte bald die E-Gitarre mit dem Akkordeon. Er verfügt über eine sehr gute Tenorstimme. Seine Musik ist popig und rockig, vielleicht ein moderner Nachfolger von Swamp Pop. Der in seinen Texten die ältere und neuere Geschichte der Akadier verarbeitet. der immer auch das eine oder andere sehr traditionelle Stücke auf den CD's hat.

Zachary Richard: Zack's Bon Ton **** Pop-Cajun-Zydeco/R&B - Zensor 1989 - Rounder - CD Universe
Auf seinem Amerikadebüt kann man sehr schön verschiedene Richtungen (Modern Cajun, Zydeco-Rock'n-Roll) anhören. Ich würde es beschreiben als Mischung von Cajun, Zydeco & Pop und einem Hauch von Afro-Karibischem Rhythmus. Neben seinem gemütlichen R&B-Titelsong über "Black Snake Blues" mit sehr guter Harp, Keyboard und Bottlneck-Guitar haben mir persönlich zwei seiner langsamen Stücke am besten gefallen haben :

  • Big River, in dem er die zweite große Überflutung um das Atchafalya Basin nach dem Chaos von 1927 beschreibt und die Versprechungen des Governors, daß die Dämme beim nächsten mal halten werden.
  • Take Me Deep (Song for C.), ein ganz anderes Arrangement, mit einem guten Keyboard und einem Super Sax von Pat Breaux.

Zachary Richard: Women In The Room *** Pop (Cajun-Akkordeon, R&B) - A&M 1990 - CD Universe
Aux Natchitoches, ohne jegliche Begleitung, ragt sicher aus dieser CD heraus. In Manchac erinnert er mich in Melancholie und Mystik an Daniel Lanois' Acadie. Daneben bleibt seiner geschichtlichen Ader auch auf dieser CD treu mit der schönen La Ballade de Howard Herbert, getragen von seiner akustischen Gitarre. Shades Of Blue ist ähnlich wie Take Me Deep.

Zachary Richard: Snake Bite Love ** Pop (Cajun-Akkordeon, R&B) - A&M 1992 - CD Universe
Geht eher in den Mainstream-Zydeco der Jungen Wilden a' la Beau Jocque. Abweichend davon Sunset On Louisianne, mit dem Zwischenspiel My French Blues (Madame Sosthene).

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Jo-El Sonnier (Cajun, Akkordeon-C&W-Pop) (Rounder / CD Universe)

Der "Cajun Valention" nahm schon mit 13 seine erste Singles bei Goldband und Swallow auf. Jo-El trat 1972 auf einem kalifornischen Folkfestival auf, und blieb dann die nächsten Jahre auch dort, wo er sich als aber bald als Bassist und Drummer in Country Tanzbands durchschlagen mußte. Johnny Cash hat neben Louisiana den größten Einfluß auf ihn ausgeübt.

Jo-El Sonnier: Complete Mercury Session *** Cajun Country - Mercury Mitte 70er/Polygram 1992
Er wurde dann von Nashville entdeckt, wo er einen Dreijahresvertrag von Mercury erhielt, jedoch insgesamt keinen kommerziellen Erfolg hatte, und nur Singles von ihm rauskamen. Die Mercury Tracks sind für 70'er ganz schon modern.

Jo-El Sonnier: Cajun Life ** Cajun - 1988 - Rounder Rounder - CD Universe
Ein kleiner Zwischenstop in Louisiana. Eine fast traditionelle Cajun-CD, in Crowley,LA aufgenommen mit Jo's Akkordeon und Michael Doucet an der Gitarre.

Seine Jahre bei RCA in Kalifornien
Anfang der 80'er ging er wieder zurück nach Kalifornien wo er bei RCA sehr schöne Sachen eingespielt hat.

  • Jo-El Sonnier: Have A Little Faith ***** Moderner Akkordeon-C&W-Pop - BMG 1989 -
    Seine schönste CD zum Träumen hat nichts mehr von Cajun an sich, außer seinem Akkordeon.
  • Jo-El Sonnier: Tears of Joy **** Akkordeon - Capitol/EMI 1991
    Er kann nicht mehr ganz an 'Faith' anknüpfen, die soften Balladen Smile When You Say That, Tears Of Joy, Do Me A Favor, Don't, Let's Give Love One More Try sind noch immer gut.
  • Jo-El Sonnier: Hello Happiness Again - - - Country Louisiana - Liberty 1992
    Maximal mal zwei Tracks, die es verdienen, irgendwo veröffentlicht zu werden. Absolut überflüssig. Schlechter C&W-Sound, kein Drive, Herz-Schmerz-Texte, Klischeehaft. Gegen Porto bei mir erhältlich.

Jo-El Sonnier: Cajun Root ** Rounder - CD Universe

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Daniel Lanois (Canada)

Er ist eigentlich mehr als Produzent bekannt.

Daniel Lanois: Acadie **** ArkadierPop - Opal/Warner 1989 - Inhalt
Es war Zufall, daß ich diese CD gekauft habe. Ich wußte damals noch nichts über Akadier. Und so kam ich zu diesem Kanadier. Er macht eine eher melancholische Musik. Viel Gitarre, durcharrangiert, aus vielen Tapes zusammengemixed. Aber es tut der Musik gar keinen Abbruch.

Daniel Lanois: Woytona - - - - - 1993
Kurz gesagt - mies

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Zydeco
Laissez Le Bon Temps Rouler

Lynn August (Zydeco/Blues)

Unter den Zydeco-Spielern ist für mich der blinde Accordeonist am interessantesten. Er hat ein exzellentes Gefühl für Rhythmus, und kann sein Akkordeon auch entsprechend spielen. Mit seiner sehr guten und ausdrucksvollen Stimme bringt er das das Blues/Gospel-Feeling des Zydeco sehr gut rüber. Mir gefällt dabei dann noch besonders seine Blues-Orientierung.

Lynn August: Creole Cruiser ***** ZydecoBlues - BlackTop 1992 - CD Universe)
Wärmsten an Herz legen möchte ich diese CD. die alle die oben aufgeführten Eigenschaften in sich vereinigt.

Lynn August: Sauce Piquante *** * CreoleBlues - BlackTop 1993
Hier findet sich von Jurés, dem A Capella Vorläufer des Zydecos, über Zydeco, Blues und R&B bis zu Gospel und Swamp Pop alles. Sie ist allerdings nicht so dicht und rhythmisch wie die Creole Cruiser.

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Buckwheat Zydeco

Stanley "Buckwheat" Dural, Jr. startete seine Karriere mit R & B an der Golfküste, schrieb Funk-Rezensionen, war dann 2 ½ Jahre bei C.J.Chenier, bevor er seine eigene Band gründete: Buckwheat Zydeco. Er spielt einen eher urbanen Zydeco.

Buckwheat Zydeco: Waitin' For My Ya Ya **** Südstaaten French Music - Rounder 1988 - CD- Univers
Die Mischung liest sich an wie ein Ausflug in Südstaaten Sound:

  • aktuellen Soul Hits wie "Your man is home tonight", "Someone Else Is Stepping",
  • Adaptionen der Dirty Dozend Brass Band "My Feet Can't Fail Me Now"
  • New Orleans R&B wie "Ya Ya" in einem Reggae-Arrangement, "Walking to New Orleans", "Tee Nah Nah"
  • Southern Soul wie "Think It Over One More Time", "Warm And Tender Love"
  • Modern Cajun wie "Lache Pas La Patate" (trad.)

Buckwheat Zydeco: On Track *** Modern Südstaaten French Music - Charisma 1992 -
Mit vielen Instrumenten (Horns, Sax, Harp, Background Sängerinnen), meist mit modernem Equipment und alles von ihm arrangiert. Gut find ich sein Traditional Cooking with Pierre und auch seine Coverversion von Cry To Me und gerade noch so The Midnight Special. Er traut sich an alles ran, aber Hey Joe hätte er sich wirklich sparen sollen.

Buckwheat Zydeco: Choo Choo Bogaloo ***** Zydeco/Kinder - Music for little People/Warner 1993 - CD- Univers
Eine Reise durch den Süden der USA, insbesondere Louisiana mit dem Zydeco Zug. Fetzig, rhythmisch. Unser Patenkind ist immer ganz begeistert, wenn wir die auflegen.

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Nathan And The Zydeco Cha Chas (Zydeco/Blues)

Nathan And The Zydeco Cha Chas: Your Mama Don't Know **** Modern Zydeco/R&B - Rounder 1991 -
Nathan ist der Bruder des Besitzers von El Sid'Os in Lafayette. Er spielt seinen eigenen Stil mit einem leichten Reggae-Groove darunter. Mit 34 einer der Jüngeren.

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Schmelztiegel New Orleans

Es überrascht mich immer wieder, wer alles aus Big Easy kommt.

Dr. John

Dr. John: Goin' Back To Orleans ***** New Orleans/Piano - 1992
Wahrscheinlich nicht repräsentativ für seine sonstigen Solo CD's. Aber es ist die CD, in der Dr. John alias Mac Rebennack zurück an seine Wurzeln geht, nach N.O., der Stadt in der er geboren wurde und aufwuchs.
Er nimmt uns mit zu einem Ausflug in seine Geburtsstadt, die Stadt seiner Jugend, zu ihrer musikalische Geschichte, ihren Größen - begleitet von den lokalen 'Helden'.

Goin' Back to New Orleans - das ist New Orleans
  • Sei es an den Mardi Gras und die Black Indians My Indian Red oder an Voodoo und Gris-Gis mit Litanie des Saints oder dem Gang auf die Friedhöfe New Orleans
  • Sei es in seiner Version von Jelly Rolly Morton's Hommage an den "Erfinder" des Jazz I thougt, I heard Buddy Bolden Say.
  • Sei es auf dem Titelsong, wo alle vier Nevilles den Vocal-part übernehmen, sei es die Klarinette von Pete Fountain oder die Trompete von Al Hirt.
  • Seien es die soften Stücke, die von Piano dominierten oder im Stile einer Brassband

"Dies ist die bestmögliche Alternative zu einem Trip nach N.O. Zwischen Honkytonk-Piano und Voodoo-Zeremonie, Dixie, vollfettem R&B, Karneval und Bestattungsprozession läuft die erste lokale Musikergarde zu überragender Form auf - ein Fest der Spiel- und Lebensfreude."(Audio)
Zur Zeit(01/97) bei 2001 für 20DM im Katalog

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Coco Robicheaux (New Orleans)

Coco Robicheaux: Spiritland ***** * N.O./Althippie-Blues - Gee-Dee 1995
Ein souliger, bluesiger Alt-Hippie mit enormer Ausstrahlung. Mit einer Stimme "dunkel und stark wie ein Cajun Kreuz", seiner Gitarre und diversen Musikern bringt er seine Songs und seinen Stil - sehr eigen, aber affenscharf.

Sein Live-Chat auf den N.O. Jazz Festival 1996 paßt ziemlich gut zur CD
  • Wie würdest du deinen Stil beschreiben - Einige nennen es Avant-blues, ich nenne es Spirit music.
  • Welches deiner eigenen Lieder magst du am liebsten - Auf Spiritland den Song The Saturday Night Before Christmas. Nenn mich meinetwegen einen sentimentalen Hund.
  • Komponierst du deine eigene Musik - Aber Ja. Einige der Stücke kommen aus meinen Träumen und andere aus der Alltagserfahrung, wenn ich durch die Straßen streife.
  • Was sind deine wesentlichen musikalischen Einflüsse - Es begann mit Louis Armstrong und dann Gospel und Soul Music. Proefessor Longhair hat meine Welt echt ins Beben gebracht. New Orleans Musik im allgemeinen. Spiritland selbst versucht diese Musikalischen Einflüsse zu beschreiben. (the tip of my hat to the musical influences in my life)
  • Benutzt du Samples oder irgendwelche Synthesizer bei deinen Auftritten oder in deinen Alben - Es ist zu 99% live. Ein paar Samples werden auf dem Stück St.John's Eve benutzt. Ich mag nicht gerne viel over-dubbing. Einige meiner Lieblingslieder wurde vor 50 Jahren live aufgenommen und machen noch sehr viel Spaß (they're still kicking) !
  • Was ist dein absoluter Lieblingssong - Amazing Grace. Der Kapitän eines Sklavenschiffes hat es im Auge eines Hurrikans geschrieben. Er war so inspiriert vom der Geisteshaltung der Sklaven angesichts des Todes, daß er alle Sklaven an Bord kauft und freiließ und nie mehr Sklavenhandel betrieb.
  • Jeder hat ein Motto. Was ist dein Lebensmotto - Peace and love=happiness.
seinerezeit auf auf http://www.nojazzfest.com/cocoaud.html

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Neville Brothers

Seit mehr als 30 Jahren, und nun schon seit 20 Jahren als die Neville Brothers mischen Art, Aaron, Charles und Cyril hervorragend R&B, Soul, Funk, Jazz, Second-Line, Black Indian Groves, R'n'R und sogar Rap auf die fun-k-igste Weise zusammen. (NB: Den einzigen Funk, den ich mag)) Live immer super.

Brothers Keeper *****
Wird zur Zeit bei Media-Markt für 10+XDM verschleudert

Yellow Moon und Family Groove
sind erhebelich funkiger
Vgl. Dazu auch eine inoffizielle Homepage.

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Aaron Neville

Warm Up Your Heart
Gut ist das Duett mit Linda Ronstadt Close Your Eyes und die anderen zwei Liebeslieder Warm Your Heart und I Bid You Goodnight.

The Grand Tour
Hier sind es vor allem der Titelsong und The Roadie Song, die überzeugen können.

Ansonsten kann ich Aarons Falsettstimme in seinen Soloalben auf Dauer nicht ertragen, und habe von seinen neueren Platten nach längerem Reinhören schnell wieder Abstand genommen.

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Weitere CD's

Maria Muldaur

Maria Muldaur: Louisiana Love Calls
Diese CD ist die Liebeserklärung der Country & Western-Sängerin an New Orleans und Louisiana. Sie bezieht sich u.a. auf Dr. John, der auf auch 4 Tracks (Piano/z.T. Vocal) vertreten ist. Eine weitere Linie auf der CD sind eher softe Lieder wie Louisiana Love Calls (mit dem Akkordeon von Zachary Richard im Background und Aaron Neville als Backgroundsänger), Creole Eyes und Southern Comfort.

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Samstag, 15. April 2000 ¦ © Gerhard Schellmann