Eine ornithologisch erfolgreiche und erlebnisreiche schöne Reise

W Knoblach, der Autor
W. Knoblach

Sibylle,

zurückgekehrt von unserer ornithologischen Reise auf die Kapverdischen Inseln möchte ich Ihnen kurz von unseren Erfahrungen berichten, um Ihnen damit ein kleines Feedback zu geben.

Gleich vorneweg: Es war eine sehr erlebnisreiche, ornithologisch erfolgreiche und schöne Reise!

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Boavista

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Mit Rui Melo gleich gegenüber erwischten wir einen sehr tüchtigen und pünktlichen Ge­schäftsmann, der uns Auto nebst Fahrer zu unserer Verfügung organisierte und auch die Kon­takte zu einem Fischer im Norden knüpfte. Verständigung war hier nur in französisch möglich. Die Bootsfahrt und Übernachtung auf dem Eiland „Ilheu de Balhuarte“ war ein Erlebnis: Hinübergeschippert mit einer Nussschale verbrachten wir die vom Tau sehr feuchte Nacht inmitten von Brauntölpeln und zwei Paaren des höchst seltenen Prachtfregattvogels auf der Insel. Nachdem der Wind auffrischte und das Meer entsprechend nachzog, war die Rückfahrt mit dem auf den Wellenkämmen tanzenden Boot eine mulmige Angelegenheit!

Santiago

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Im Poilon leider keine Purpurreiher mehr, wird immer trockener! Ansonsten alle Arten gefun­den.

São Nicolau

Mit Abstand die Insel, die uns am besten gefallen hat! Wir sind über einige Pässe gewandert, waren am „Blauen Loch“ und hatten auch ornithologisch großen Erfolg. Absolutes Highlight war natürlich die Bootsfahrt nach Razo, die schon vielen Ornithologen - selbst schon vor Ort - wegen hohem Seegang nicht vergönnt war. Aufgrund unserer Erfahrungen von Boa Vista hielten wir nach einem größeren Boot Ausschau und wir entdeckten auch ein Hochseefischerboot im Hafen. Doch als der Eigentümer von uns 45.000,- Esc wollte und auch erst ein Motor repariert werden musste, hörte der Spaß auf, wir wollten das Boot ja nicht kaufen! Wir benötigten einen ganzen Tag, um einen anderen Kapitän zu finden! Jetzt hatten wir für 20.000,- Esc einen großen Fischkutter mit Beiboot, der uns nach Razo brachte, dort mit 3 Mann Besatzung an die einzige Anlegestelle ruderte, so dass wir trockenen Fußes die Insel erklommen. Das Auffinden der endemischen Razolerche kostete uns eine ganze Stunde intensiver Suche in den Sandgebieten; wegen der Trockenheit war die Brut schon vorüber und die Vögel hielten sich in größeren Verbänden mehr im Bergland auf. Mit 37 Exemplaren krönten wir unseren ornithologischen Erfolg, den wir nach sicherer Fahrt ohne Seekrankheit abends mit Langusten feierten. Welch ein Tag! Mit der Pensao Tonecas waren wir sehr gut bedient. Der Besitzer machte zwar anfänglich einen etwas mürrischen Eindruck, taute dann aber sichtlich auf und unterstützte uns bei der Kapitänssuche mit Rat und Tat. Auch waren wir mit der Unterbringung in Tarrafal sehr zufrieden, in den Bars gern gesehene Stammgäste. Von Alice im Hafen waren wir etwas enttäuscht, das Essen mittelmäßig, die Freundlichkeit sehr zurückhaltend. Viel besser gefiel es uns in der Bar "Patché", wo wir uns Langusten und anderes Meeresgetier nach einem zünftigen Billardspiel schmecken ließen

Sal

Ornithologisch interessant die Salinen Pedra Lume sowie die bei Santa Maria. Ansonsten waren wir froh nur einen Tag dort verbracht zu haben. Die Hotelburgen in Santa Maria und die hohen Touristenpreise sind nicht unsere Welt! Gottseidank hatten Sie uns unter Einheimischen in Espargos untergebracht: Zentral, flughafennah und freundlich. Das von Ihnen empfohlene Lokal „Dinamica“ war trotz des äußeren desolaten Eindrucks hervorragend!

Am schlimmsten unsere Landsleute im Flughafen: "Hier kommen wir erst wieder her, wenn die Leute deutsch sprechen!" Welch eine Schande!

Impressionen

Einige Bilder von Vogelarten zur Illustration, allerdings keine Fotos, da wir die Vögel nicht fotografieren, sondern nur beobachten 

Schlußbmerkungen

Analog zu Ihrem Anschreiben ein paar Worte, die mir im Verlauf der Reise wichtig geworden sind:

Ich habe schon sehr viele Länder dieser Erde besucht, selten sind mir aber solch schöne Men­schen begegnet wie auf den Kapverden. Die Menschen strahlen eine seltsame Würde aus, sind sauber und freundlich, dabei aber sich nie anbiedernd. Sie sind hilfsbereit und geschäftig, aber auch scheu, nie aufdringlich. Ihre Hauptsorge gilt der täglichen Wasserbeschaffung, das sie oft von weit her auf dem Kopf tragen müssen; wie kostbar kann Wasser sein! Es hat auf den Kap­verden seit 15 Jahren nicht mehr ergiebig geregnet, viele Palmen und Büsche sind in bedauerli­chem Zustand. Wie gerne würde ich den Kapverdianern einen deutschen „Schnürlregen“ wün­schen! Die Sorge hier um das tägliche und jährliche Wasser lässt uns unsere oft kleinlichen Probleme gering erscheinen. Die Menschen dort brauchen unsere weisen Ratschläge nicht, nicht unseren kapitalistischen Lebensstil, sie haben ihren eigenen Lebensweg gefunden. Sie sind arm, haben aber keinen Hunger zu leiden. Und wenn wir nicht Begehrlichkeiten in ihnen wec­ken, werden sie auch weiterhin glückliche Menschen bleiben.

... In der Anlage noch unsere ornithologische Ausbeute in Listenform, keine hohe Artenzahl, aber sehr gehaltvoll! Sie können sie gerne an ornithologisch Interessierte weiter geben.

Ich darf mich bei Ihnen für Ihre engagierte Reisevorbereitung bedanken, wir waren sehr zufrieden und werden Sie gerne weiter empfehlen. Bleiben sie individuell, setzen Sie auf Klasse und lassen Sie die Einheimischen etwas verdienen, indem sie Leute wie uns von den Massentouristenunterkünften fern halten.

Nochmals vielen Dank, weiterhin viel Erfolg und Frohe Ostern!

Wolfgang Knobloch   

Kürzungen bei Reiseträume

Da fast alle "touristischen" Aussagen zu Unterkünften und Namen schlichtweg überholt sind, wurden überholte Passagen von mir gelöscht. ( Geraldo, Webmaster)