Kapverdische Insel Fogo

Insel Fogo - einzigartige Vulkanlandschaft

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Fogo bietet eine der grandiosesten Vulkanlandschaften der Erde. Ein Feuerberg, der in seiner Form an ein gleichschenkeliges Dreieck erinnert, dem die Spitze abgebrochen ist. Auch wenn der Vulkan das Gesicht der Insel bestimmt, Fogo ist mehr als nur der Pico. Die Kaffeeplantagen im Nordosten, tropisch anmutende Vegetation, halbfeuchte Nebelwälder, endemische Pflanzen, das mediterane Hauptstädtchen São Filipe und tiefschwarze Lavastrände, diese Insel hat viele Gesichter.

Basisinformationen zur Insel Fogo

Fogo ist die 4. größte und zugleich wärmste Insel des Archipels. Sie ist  fast kreisrund, hat einen Durchmesser von 25 km und ist 476 qkm gross.
Der Pico de Fogo ist mit 2829 m die höchste Erhebung des Archipels. Vom Gipfel des Pico fällt das Gelände in einer Neigung von 56% ab. Die Insel ist somit steil im Osten und Norden, flacher im Westen und Süden.
Fogo gehört zur Inselgruppe des Sotavento

Zur Geschichte der Insel Fogo

Erst 40 Jahre nach der Entdeckung wurden die ersten portugiesischen Siedler dort ansässig. 
Zunächst nach dem Heiligen am Tage der Entdeckung getauft (São Filipe) wurde die Insel nach dem Ausbruch 1680 als Fogo bekannt.
Immer wieder veränderten vulkanische Aktivitäten das Gesicht der Insel. So entstand z.B. beim Ausbruch 1785 die Bucht von Mosteiros und der Pico wurde zum höchsten Berg von Kap Verde. Danach fanden die Ausbrüche nur noch innerhalb der Caldeira statt. Fruchtbarer Boden entstand und verschiedene Pflanzen wurden gleichzeitig angebaut, Pferde gezüchtet.

Nach Fogo wurden verurteilte Adelige und politisch Verbannte von Lissabon aus deportiert. So fern der Heimat vermischten sie sich schnell mit ihren Sklavinnen, was sich in der Hautfarbe der heutigen Bevölkerung noch deutlich nachvollziehen lässt. Die Menschen sind hier hellhäutiger und der wundervolle Kontrast von dunkler Haut und hellem Kraushaar ist faszinierend.
Mit Ankunft der Walfängerschiffe aus Amerika begann die Auswanderungswelle auf Fogo.

Der letzte Ausbruch des aktiven Vulkans erfolgte November 2014. Die beiden Orte ie beiden Orte Portela und Bangeira wuren größtenteils von meterhoher Lava zerstört. Fumarolen am Gipfel und der lokal heisse Boden zeugen davon, dass der Feuerberg nur ruht.

Fogo heute

Heute leben ca. 38 000 Kapverdianer auf Fogo. Die Haupterwerbsquelle ist die Landwirtschaft. Daneben gibt es noch etliche Fischer. Erst seit wenigen Jahren sind die Frauen im Fischhandel beschäftigt. Die stark paternalistisch geprägte Gesellschaft meinte lange, die Frauen hätten im Fischhandel nichts verloren.... Zunehmend spielt der (Wander-)Tourismus eine Rolle.

In den Bereichen ländliche und kommerzielle Entwicklung, Ressourcenschutz, Ausbau der Infrastruktur, Bildung und Familienplanung, sowie im Sektor handwerkliche Fischerei konzentrierte sich die Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit den Kapverden auf Fogo.

São Felipe - die Inselhauptstadt

Die Stadt liegt hoch auf den Klippen an der Steilküste. Sie gilt als die zweitälteste Ansiedlung im Archipel. In der historischen Altstadt sind viele der  Sobrados (repräsentative Stadthäuser) in bemerkenswert gutem Zustand erhalten. Zunehmend liebevoll und fachmännisch renoviert geben sie einen guten Einblick in die vergangene koloniale Herrschaftlichkeit. Der Stadtteil um die Kirche, und das Rathaus war früher nur den weissen Grundbesitzern vorbehalten.
Alle Pastelltöne sind vertreten, bisweilen wurde der Farbe kräftig nachgeholfen, so dass sie im Sonnenlicht hell leuchtet. Es wurden Gesetze erlassen, die den Erhalt dieser Architektur gewährleisten sollen. Der Erneuerung z.B. mittels Alufenstern soll so Einhalt geboten werden. Wer auf dem Stadtbummel noch den beiden interessanten Museen einen Besuch abstattet taucht tief in die Geschichte ein.
Auch der Friedhof hoch über dem Meer, mit seinen unterschiedlichen Grabmälern erinnert an die Zeit der reichen Grundbesitzer.

Chã das Caldeiras - Pico de Fogo

Chã das Caldeiras, der Kesselboden ist ein einzigartiger Naturpark. Lavafelder in unterschiedlichster Ausprägung,  bizarre Skulpturen, endemische Pflanzen, der allgegenwärtige Pico de Fogo, die gewaltige Rückwand (Bordeira), Weinanbaugebiete ….. hier kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Wer hier die Nacht verbringt um am nächsten Tag den Pico zu erklimmen oder den Ausbruch von 2015, wird diese beeindruckenden Tage am Fuße des Vulkans noch lange in Erinnerung behalten.
Hier hat sich in den letzten Jahren viel getan. Die lokalen Führer wurden qualifiziert ausgebildet, ein Klettersteig eingerichtet und die innere Umrundung des Pico abgesichert. Der Wein wurde veredelt. 

Mosteiros

In den Höhenlagen um Mosteiros im feuchteren Nordosten der Insel befinden sich die Kaffeeplantagen.  Seit der Flughafen geschlossen wurde ist es ruhig geworden in dem kleinen Ort am Meer. Von hier aus können Sie in die Caldeira wandern oder aus der Caldeira absteigen. Zwei einfache Pensionen bieten Übernachtung an.