Die Insel Boavista - Traumstrände und Sanddünen
Die Insel, die Afrika am nächsten liegt kann den Sandstürmen aus der Sahara nicht standhalten. Wanderdünen im Inselinnern zeugen von der Urgewalt der Natur. Das Landschaftsbild wird geprägt von Sand, Dünen, bizarren Inselbergen und dem türkisfarbenen Meer. Hier hat die Natur den Sieg davon getragen.
Der landschaftliche Reichtum Boa Vistas ist zwar der Wüsteninsel Sal überlegen, aber sonst wächst hier wenig. Ausser in den wenigen Bewässerungsoasen - oder wenn es seit vielen Jahren wieder einmal geregnet hat, blüht auf Boa Vista nur die Fantasie. Dazu gibt es kilometerlange, traumhafte Sandstrände und Einsamkeit.
Auf Boa Vista soll auch die Wiege der Morna sein, jener melancholischen Musik, die tief in der kapverdeanischen Seele wurzelt und die keine so singen kann wie Cesaria Evora, die Königin der Morna. In der Morna wird die stetige Zerrissenheit zwischen der Liebe zu der undankbaren Heimat und die Sehnsucht nach neuen Horizonten besungen.
Baisinformationen zur Insel Boavista
Seit 1855 bedrohen die Sandstürme die Insel und machen auch vor den Akazienanpflanzungen und den Bewässerungsoasen nicht halt. Bis zu 10m hoch und 100m lang können diese sogenannten Sicheldünen werden. Sie verlagern sich immer wieder in Windrichtung.
Die wunderbaren noch menschenleeren Strände gehen nahtlos ineinander über und es wirkt so, als ob die ganze Insel nur ein einziger Sandstrand wäre. Hier auf Boa Vista könnte ein Paradies sein, oder bald gewesen sein.
Ein Paradies, das für die Bewohner wahrscheinlich nie eines war. Zu karg das Land, zu schwer das Überleben in einer so unwirtlichen Welt. Viele haben bereits aufgegeben und die Insel verlassen. Wer geblieben ist, ernährt sich von der spärlichen Landwirtschaft, der Viehzucht und der Fischerei. Thunfisch und Langusten gibt es in grosser Zahl, doch reich ist das Meer und arm das Land. Nicht mal der eigene Bedarf kann gedeckt werden, zu veraltet sind die Fangmethoden und zu klein sind die Boote. Geld für neue, grössere Schiffe ist nirgends in Sicht.
Zur Geschichte
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Der Salzhandel, der um 1810 auflebte und Boa Vista einen bescheidenen Reichtum verliehen hatte kam Anfang 1860 durch Versanden der Salinen und zu geringer Nutzung vollkommen zum Erliegen. Die Salzkristalle sind heute so gut wie wertlos. Mit der Familie Ben O`Liel kam danach noch einmal wirtschaftlicher Aufschwung auf die Insel. Der Handel mit Baumwolle, der Farbpflanze Urzela und vor allem mit Kalk begann. 1948 starb die Familie aus. Heute sind die Reste der Ziegelei der O`Liels fast ganz unter dem Sand begraben. Die von ihnen erbaute Kapelle Nossa Senhora da Fatima ist nur noch eine Ruine.
Der Meeresboden vor Boa Vista ist ein noch unentdecktes Unterwassermuseum von unschätzbarem Wert. Hier strandeten viele Schiffe aufgrund starker Winde, Strömungen, Untiefen, und der angeblichen Magnetwirkung des Monte Negro, der eine Kompassabweichung von über 30%bewirken soll. Mehrere hundert Schiffwracks liegen vor der Insel auf dem Meeresgrund.
Man erzählt sich hier, dass die Menschen in Hungerszeiten den Leuchtturm ausgeschaltet hatten und eine Laterne an den Schwanz eines Esels banden. Dieser sollte dann in der Dunkelheit auf seinem Weg entlang den Klippen die Schiffe in die Irre führen. Fantasie und Realität können manchmal eng beieinander liegen. Tatsache war nämlich, dass so ein Schiffbruch für die Bevölkerung weit mehr Ertrag brachte, als die magere Ernte eines ganzen Jahres. Nach so einer stürmischen Nacht konnten sie über die Felsen klettern und bergen, was noch übrig war vom Schiff.
Boavista heute
Dies sind Geschichten aus der Vergangenheit, heute setzt Boa Vista auf den Tourismus und die Hoffnung dass damit alles anders wird. Anders wird es bestimmt, bloss ob es besser wird ist die Frage. Die drittgrösste Insel der Kapverden soll sich in den nächsten Jahren zu einer zweiten grossen Badeferiendestination neben Sal entwickeln. Am Traumstrand von Santa Monica sollen Hotelanlagen entstehen und so eine Alternative zu den überfüllten Kanaren schaffen. Der Masterplan liegt vor, die Interessenten haben sich bereits gemeldet
