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KapverdenKapverden: AntãoCabo Verde
Abstieg in die Ribeira do Paúl

Frete zum Cova Krater

Wir sind erst um 10 Uhr in Ribeira Grande mit dem Einkaufen fertig. Also brauchen wir eine Frete. Der Aluguerfahrer Gabriel und sein Kollege Otav fahren uns direkt zum Ausgangspunkt an einer Baumschule. Dies ist der Vorteil der Frete. Außerdem können Sie somit auch die Zeit wählen, wann Sie losgehen wollen.

Tip:   Der öffentliche "Bus" nach Porto Novo fährt früh am morgen zur Fähre, oder am Nachmittag und hält an der Abzweigung zum Krater. Von dort aus geht es ca. 30 Minuten auf einem Feldweg Richtung Krater. Das kostet dann 4 DM für 2 Personen, statt 32 DM für das ganze Auto.

Da wir dies aber alles erst so im Lauf der Zeit auf Santo Antão mitbekommen haben, hieß es halt erst mal Lehrgeld bezahlen. Gabriel und Otav waren glücklich über die Zusatzverdienste durch uns und wir hatten den Luxus eines Privatchauffeurs.

Wenn Sie von Ribeira Grande weg wollen, ist eine Alternative zur Frete, daß Sie einem Taxifahrer klarmachen, daß Sie auf Passagem warten. Wenn er noch andere findet, wird es auch billiger.

Das meiste Geld hier haben wir mit Sicherheit für die Beförderung ausgegeben. Aber es hat sich auf alle Fälle rentiert. Wir haben viel erlebt, dazugelernt und reichlich Erfahrungen für einen nächsten Urlaub gesammelt.

 

Hinauf zum Kraterrand

Im Cova Krater [] An einer burgähnlichen Hausruine vorbei steigen wir bergan. Der Weg ist gut erkennbar und wir haben Glück. Die Nebelschwaden ziehen aus dem Krater ab. Der Ausblick über den fruchtbaren, bewirtschafteten Kraterboden hoch zum Kraterrand und den drüberwegziehenden Nebel ist toll.
Kurz vor dem Paß machen wir Rast in der Sonne. Auf der Seite unseres Abstiegs in die Ribeira do Paúl hängt noch der Nebel. Von der bei klarem Wetter sicher beeindruckenden Aussicht in das 800 m tiefer gelegene, dem Meer zu sich öffnende Tal haben wir leider erst ganz zum Schluß eine vage Idee bekommen.

 

Abstieg in die Ribeira

Trotz der Nebelschwaden sind Teile des sich steil den Berg hinabwindenden Wegs erkennbar und natürlich haben wir Bilder davon gemacht. Der gut hergerichtete in den Fels gehauene mit Steinmäuerchen abgegrenzte Weg wird wohl immer noch von den Einheimischen als Verbindung zum Cova Krater und weiter zur Paßstrasse nach Porto Novo genutzt.
Abstieg vom Cova Krater III [] Abstieg vom Cova Krater I [] Abstieg vom Cova Krater II

Immer wieder sind wir beeindruckt bis fassungslos, mit welcher Leichtigkeit die Menschen hier zu Fuß unterwegs sind. Ob barfuß, mit Badeschlappen oder sonstigem, eher losem Schuhwerk ausgestattet, sind sie doppelt so schnell wie wir mit den guten Wanderschuhen. Die Strecken, die hier ganz selbstverständlich jeden Tag auch von den Schulkindern zurückgelegt werden sind enorm. Das wäre bei uns sicher indiskutabel für die Kids.

Und dann die Frauen! Stundenlang könnten wir zuschauen, was sie alles auf dem Kopf tragen. Von großen Steinen über Eimer, Plastikwannen mit Fischen, über Wäschekörbe und Bananenstauden bis hin zu Bierkisten - alles wird auf dem Kopf ausbalancierte. Wir staunen, wie sicher sie diese Lasten transportieren, in welcher Gelassenheit und mit welcher großartigen Haltung. Einfach bewundernswert.

 

Wanderung durch das Tal

Nach ca. 1 Std. bergab erreichen wir landwirschaftlich genutztes Gebiet. Viele kleine Terrassen, auf denen Mandioka, Karotten oder Kaffee angebaut wird. Tabakfelder und Bananenbäumen säumen den Weg. Und immer wieder Zuckerrohr.
Groguerie Bauernhaus

Es ist gerade Erntezeit und die kleinen versteckt liegenden Groguerien sind voll am Laufen. Mulis drehen in engen Kreisen die Quetschen für das Zuckerrohr, die Öfen der Destillen brennen und irgendwie hat alles das Flair von Schwarzbrennerei.

Der Wanderweg führt durch die Zuckerrohrfelder Auch das Zuckerrohr wird auf dem Kopf getragen Amaldo da Luz dos Reis

Wir fragen einen der Zuckerrohrschneider, ob wir ein Foto von ihm machen dürfen. Er stimmt zu und fragt, ob wir ihm ein Foto zuschicken könnten. Ist doch selbstverständlich, daß er es bekommt. Freudig schreibt er uns seinen Namen auf. Wir bekommen dafür einen der Stengel. Wenn man genug darauf kaut, kann man den wirklich zuckersüßen Saft raussaugen.

Tip:   Der Kaffee von Santo Antão soll übrigens zu den besten der Welt gehören.
Nach dem, was wir probieren konnten, stimmen wir voll zu.

Immer wieder tauchen urplötzlich Häuser und Menschen auf. Die Kinder sind ganz angetan von Gerhards Kniebandagen und seinem Hut. Wir bestaunen uns gegenseitig und lachen uns wortlos zu. Palmen, Brotbäume und sogar ein wunderschöner Drachenbaum säumen nun den zur Straße gewordenen Weg durch das Tal.

Gehöft Drachenbaum

Ein alter Mann hält uns an und erzählt uns von den Zeiten, da noch die ganze Insel so grün und fruchtbar war wie dieses Tal. Diese besseren Zeiten sind schon länger her. Heute sind nur noch die verwaisten Terrassen außerhalb dieser Täler übrig.

 

Batatas

Und natürlich überall immer wieder Häuser, Zuckerrohr und Kinder, die von der Schule nach Hause gehen.

Bonjour und comment tu t'apelle tönt es von den ganz Mutigen in der Schar. Eine Gruppe Mädchen, die hinter uns hergehen singen etwas von Batatas. Wir können gut verstehen, daß sie die Weißen mit Kartoffeln vergleicht: Wenn wir uns aus unserer Kleidung schälen, sind wir ziemlich hell. Nach einem Sonnenbrand , der hier bei ständigem Wind und unzureichendem Sonnenschutz so manchen ereilen kann, schälen wir uns ja wieder. Wir mußten lachen und schenken der Gesangsgruppe Bonbons, was diese recht begeistert.

 

Paúl

Nach knapp 5 Stunden erreichen wir den Ort Paúl.
Hinter hohen Mauern liegen ein paar Häuser mit schönen Gärten, die nach einigermaßen Wohlstand aussehen. Der Ort selbst wirkt recht verschlafen und die geschlossene Pension Paúl mit Restaurant hat sicher auch schon bessere Zeiten gesehen. Sie soll wohl bald durch ein 3 Sterne Hotel ersetzt werden. Die Kirche und das hellblaue Rathaus sehen ganz hübsch aus.

Die Schule hat gerade Pause. Vor dem Eingang sitzen Frauen mit Tabletts voller hübsch dekorierter Bonbons und Süßkram, sowie kleinen fettgebackenen Teilchen. Im Laden gegenüber mit Sitzgelegenheit erstehen wir uns eine Cola und machen erst mal kurze Rast und schauen den Pausenspielen der Kinder zu.
Wir bummeln noch ein klein wenig durch den Ort, in dem ein gewisser Reichtum und Armut offensichtlich eng beieinanderliegen.

Zurück geht es wieder mit dem öffentlichen Aluguer zuerst nach Ribeira Grande zum Einkaufen für unsere morgige Tour.

 

Einkaufen in Ribeira Grande

Schafskäse vom kleinen Markt im Hauseingang hinter der Kirche. Brot aus der Bäckerei im zweiten Stock einer kleinen Gasse und Bananen aus dem Laden an der Ecke. Die Bäckereien sind oft in irgendwelchen Hinterhöfen, ohne Schilder und daher erst mal nur den Einheimischen bekannt. Wenn Sie danach fragen, werden Sie meist dorthin gebracht. Brot wird wohl überwiegend erst am Nachmittag frisch gebacken und ist dann auch schnell wieder ausverkauft. Wenn Sie also für Wanderungen etwas mitnehmen möchten, sollten Sie besser am Vortag einkaufen.
Die kleinen Läden, Mercearia, die es wirklich fast überall gibt, zumindest bei jeder bewohnten Häuseransammlung haben außer Getränken meist nur trockene Kekse, Konserven und Nudeln, - halt Kolonialwaren - zu bieten.
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Last Update: 27.01.2009  © ReiseTräume Anfrage