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[ ]3 Wochen im tiefen Süden[ ]
New Orleans - The Big Easy


New Orleans hat seinen Ruf zurecht verdient, wie wir meinen. Es ist die unamerikanischste Stadt in Amerika: The Crescent City, The Big Easy - Geburtsstätte des Jazz, Mississippi-Romantik, Cajun Food und Creole Cuisine, Mardi Gras, Hauptstadt des Vodoo - ein einzigartige Mischung aus afrikanischem, karibischem und mediterran-europäischen Einflüssen. Die einzige Stadt in den USA, die Tag und Nacht geöffnet ist, wie ihre Marketingstrategen erfolgreich verkünden.

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Stadtteile / Touren

Das French Quarter / Vieux Carré bei Tag

Lace Balconies [300x200] jpg 19KB [] Nachdem wir die 1. Nacht vorgebucht hatten, haben wir uns am nächsten Tag direkt im Zentrum ein Quartier genommen. Wir fanden nach längerem Suchen das Andrew Jackson Hotel neben dem Cornstalk Fence, von wo aus wir alles zu Fuß bzw. mit Bus/Street Car (1/3 Visi Tour Pass) erreichen und besichtigen konnten. Nicht gerade billig (ca. 120 DM/Tag), aber das war uns die zentrale Lage wert. Vieux Carre [100x150] jpg 6KB []
 Im French Quarter kann man gut bummeln, alte Häuser mit den typischen eisengeschmiedeten Balkonen anschauen, Straßenmusikern zuhören, sich im Café du Monde in die Sonne setzen, gegenüber dem Jackson Square hervorragenden Artisten zuschauen, oder einfach runter an den Mississippi gehen und zuhören, wie ein alter Neger die vorbeigehenden Passanten besingt ... .
 Unbedingt sehenswert ist das private, 1972 gegründete Voodoo Museum in der Dumain Street. Mit Gift Shop, Museumsraum (Marie Laveaux), dem Occult Room und dem Altar Room (Our working altar with the statues of the Saints, and photographs of querents who have been blessed by intervention of the Spirits.) zwar klein, aber man bekommt doch ein Gefühl dafür. Das Conti Wax Museum hingegen war eher erheiternd mit seinem historischen Szenen (Lebensgroß, aber puppenhausmässig). Strassenmusik nur zum Spass [150x100] jpg 9KB []
 Für Leib und Magen hervorheben möchte ich hier den Patio von Pat O´Brien´s (scenic patio with flaming fountain) und dem sehr gehaltvollen Hurricane Cocktail, St. Madeleine French Bakery am Jackson Square für Teilchen und Frühstück, sowie die sehr guten Po-Boys Ecke Decature/Dumaine, und Mufulettas.

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French Quarter bei Nacht

Nachts geht die Post ab, im French Quarter. Wir haben etliche Amerikaner getroffen, die extra fürs (verlängerte) Wochenende nach N.O. gefahren sind, weil Big Easy DIE freizügigste, lebendigste Metropole der USA sein soll. Zentrum ist um die für KFZ gesperrte Bourbon Street, auf der sich nachts die Massen durchschieben. Mittendrin verteilen Christliche Agitatoren ihre Flugblätter gegen diesen Sündenpfuhl. Berittene Polizei im Zweiertrupp zeigen Präsenz und an 1-2 Stellen können sogar Taxis die Straße kreuzen. Rechts und Links Bottemless neben Topless, die nackten Beine schwingen aus dem Fenster und sogenannte (!) Musikkneipen, wo du pro Set (maximal 20 Minuten) mindestens ein Bier für 5 Dollar bestellen mußt, Tip geht natürlich extra. Besser man versorgt sich im Freiausschank mit einem Bier und hört von außen zu. Den besten Blues auf der Bourbon selbst mit etwas weniger Nepp bietet noch das Old Absinth House.
 Alkohol in Flaschen bzw. in Gläsern ist auf der Straße verboten. Eingehüllt in Papiertüten bzw in Plastikbechern ist alles erlaubt. Am nächsten Morgen stapelt sich der Müll mehrere 10 Zentimeter hoch rechts und links in der Gosse.
 Wo es sich rentiert, nachzuschauen, was auf dem Programm steht, ist das >House of Blues (oder http://apps.hob.com/schedule/) am Anfang der Decature/N. Peters. Wer in die Preservation Hall (trad. Jazz) will, muß schon länger anstehen. Reeller und realer als Bourbon Street sind z.B. die Musikkneipen im Stadtteil Carrollton. (Maple Leaf Bar, Muddy Waters, ...)(Vgl. dazu Chuck T. New Orleans´ Music Clubs.)

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Garden District & Streetcars & Faulenzen

[] St. Charles Streetcar [100x150] jpg 9KB Garden District 1 [100x150] jpg 8KB Garden District 2 [100x150] jpg 7KB [] Eine Fahrt mit den St.Charles-Streetcars Jahrgang 1923/24 ist sicher der Garden District wert, der mit seinem herrschaftlichen und prunkvollen Häusern etwas vom Southern Comfort vermittelt. Glanzvolle Prachtvillen und zusammenbrechende Shotgunhäuser liegen hier eng beieinander. Prunk, Dekandenz und Zerfall finden sich ein einträchtiger Nachbarschaft.
 Da N.O auf (Grund-) Wasser gebaut ist, konnten die Toten nicht in der Erde bestattet werden, sondern ab 1789 überirdisch in kleinen Mausoleen. Der Lafayette Cimetery ist der älteste dieser Friedhöfe und schon sehr beeindruckend.
 Wo die St. Charles auf die Carrollton stößt, befindet sich nochmals ein Madeleines, in dem sich gut Mittag machen läßt. Wenn das Wetter gut ist, kann man sich anschließend im Audubon Park ins Gras legen, damit sich die müden Beine mal etwas ausruhen können. Nicht so zu empfehlen für einen Ruhetag ist der City Park Richtung Lake Pont Chartrain. [] [] Garden District 3 [100x150] jpg 9KB City of the Dead [100x150] jpg 7KB Audubon [100x150] jpg 9KB []

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Was sonst noch

    Mit der Natchez Richtung Mississippi Mündung [150x100] jpg 10KB
  • Fahrt mit der Natchez (Schaufelraddampfer) auf dem Mississippi
  • Gospeltreffen am Rande des CityParks,
  • Crawfish & Crawfish ... Gumbo & Jambalaya (eine Art Bouillabaisse bzw. Risotto/Paella), ... ,
  • Südstaatenfrühstück
    Griesbrei mit Spiegeleier, Speck und Toast
  • Carollton, French Market, CD´s einkaufen,
  • Bummeln in der Royalstreet (Poster, Münzen, Antiquitäten, und schöne Cafes) sowie auf der Canalstreet (Hauptgeschäftsstraße und Nahtstelle zwischen French Qaurter und Businessdistrict)
  • Moonwalk, Riverwalk, Jackson Brewery bis zur Anlegestelle des Riverboat Casinos Queen of New Orleans.
  • Antiquitäten und Kuriositäten in der Magazin-street
  • Die Park Ranger des Jean Lafittes National Park Service bieten verschiedene kostenlose Führungen zu Fuß durch New Orleans an. (Auskunft beim Visitor Center / French Market)
  • Halbstündige Kutschenfahrt durch das Frenchquarter vom Jackson Square aus

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Die Veranstaltungs-Highlights

Wir hatten uns zufällig einen optimalen Reisetermin ausgesucht. Besorgen Sie sich unbedingt das Szenenblatt Gambit. Aber Vorsicht, ist immer schnell vergriffen.

-Die Parade = "Umzug" der Black Indians
Black Indian rote - Nahaufnahme [200x300] jpg 15KB [] Sie ist am Sonntag vor dem Josephstag - 19.3. Im Gegensatz zum Mardi Gras sind keine solche Massen unterwegs. Stamm für Stamm ziehen sie dann, am besten vergleichbar mit grellbunten gefiederten Riesenschmetterlingen vorbei mit Gesängen und Trommeln. Dabei hat jeder Tribe seine eigene Art, die schwarzen, gelben , violetten, grünen, weißen Federn zu einem 50 kg schweren, wallenden Kostüm zu drapieren, das maximal ein Gesicht freiläßt.
 Es gibt eine lange Tradition der Solidarität zwischen Indianer und Schwarzen im Süden, basierend auf ´ähnlichen´ religiösen und kulturellen Wurzeln sowie derselben Unterdrückung. Schon Mitte des 18. Jahrhunderts war es unter den Schwarzen New Orleans üblich geworden, sich im Karneval als Indianer zu verkleiden. Vgl. dazu New Orleans Online Catalog - ABOUT - MardiGras Indians.
 Es war nicht einfach, die Parade zu finden. Wir wußten: wir wollen hin, aber es war unklar, wo die Parade beginnen sollte und wo sie durchkommen würde.
 Also machten wir uns vormittags auf den Weg zum angeblichen Startpunkt. ... Die Gegend wurde immer menschenleerer, links und rechts der Straße mehr oder minder gut erhaltene Gebäude ... Wir waren schließlich heilfroh, ein älteres schwarzes Ehepaar ebenfalls zu Fuß anzutreffen. Die beiden waren gleich sehr nett und nahmen uns mit unter der wiederholten Versicherung, daß sie alles auf der Welt verpassen könnten, aber niemals diese Parade.
 So zogen sie mit uns im Schlepptau weiter. Quer durch ein schwarzes Sozialwohnungsbau Viertel geleiteten sie uns sicher zur Route der Parade. Mitten auf dem Grünstreifen suchten wir uns einen Platz und warteten auf den Umzug. [] [] Black Indian rot-weiss [84x150] jpg 5KB Black Indian blau-gelb [90x150] jpg 6KB Black Indian rosa [100x150] jpg 6KB Black Indian wiesengruen [100x150] jpg 7KB Black Indian gelb, langhaarig [98x150] jpg 5KB

-Das Uptown Festival
Ein Samstagnachmittag Festival im Freien mit den funky Meters, Blueser J.Monque D, Brass Band ...

-Ein Benefizkonzert der Neville Brothers
Eine meiner Lieblingsband, auch wenn mir die letzte CD von Aaron nicht mehr so gut gefällt.

-Die Parade der Italiener (French Quarter)
Love me - Kiss me - Hug me - I'am Italian [100x100] jpg 9KB [] Jedes Völkchen macht seinen eigenen Umzug, um sich in der Stadt zu präsentieren, so auch die italienisch stämmige Bevölkerung. Sehr amüsant und je länger sie unterwegs sind, um so ausgelassener werden sie. Leider kamen wir zu spät für die Iren (St. Patricks-Day).

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Fazit

Grundsätzlich gilt: Nicht zuviel vornehmen. New Orleans ist eine verführerische Stadt. Es lohnt sich, diesen Verführungen nachzugeben und für frischen Crawfish, einen Hurricane Cocktail im Innenhof einer Bar oder die schwarze Bluessängerin an der Straßenecke das geplante Programm - wenigstens vorübergehend - zu vergessen. (Dumont, S. 90)

!!!!!!!!!! Planen Sie mindestens eine Woche für N.O. ein
Wir würden diesen Teil des Urlaubs nochmals genau so machen, auch zu dieser Zeit.

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Samstag, 15. April 2000   © Gerhard Schellmann Schreiben an uns