USA Mittelmeer WeltWeit Kontakt home

[ ]3 Wochen im tiefen Süden[ ]
Mississippi


Antebellum Herrlichkeit in Natchez, müde Provinznester, der große breite Fluß, riesige Felder mit Reis, Mais, Sojabohnen und Baumwolle. Das ländlich schöne Mississippi ist heute der ärmste Staat der USA. Unser Reiseführer: Nirgendwo ist der Süden noch tiefer als hier, irgendwie scheint alles so wie früher ..., man sagt, daß hier schon ein Gespräch doppelt so lange dauert wie im Norden.

[]

Natchez

Die älteste Siedlung am Mississippi wirkt wie ein großes archetektonisches Freilichtmuseum, das an die Zeit des Bürgerkriegs erinnert. Es wurde nicht zerstört und deßhalb können Sie hier viele sorgfältig restaurierte und instandgehaltene Stadtwohnungen (Maisons) der früheren Pflanzer oder Mississippi-Kapitäne bewundern.
 Der ganze versunkene Reichtum des Südens wird hier nochmals sichtbar. Wir kamen gerade am vorletzten Tag der Pilgrimage dort an. (Im Süden haben dann über 300 der glanzvollen Villen ihre Pforten geöffnet und warten auf Besucher). Wir hatten jedoch bereits in Louisiana genügend Plantagen und Häuser von innen bewundert, so reichte uns ein Spaziergang durch die Straßen und Blicke von außen.
 Uns zog es an den großen - alten - trägen Fluß, nach Natchez under the hill. In Natchez Landing (heute etliche Lokale) machten wir Pause in einer mit altem Mobilar eingerichteten Kneipe. Die Zeiten, als der Mississippi Hauptverkehrsader war, sind vorbei. Heute dümpelt das Spielschiff Lady Luck an der früher so verruchten Anlegestelle und die Mississippi Queen befördert Touristen für viel Geld den Mississippi hinauf nach Baton Rouge oder hinunter nach New Orleans.
 Später gingen wir an das Ufer des Mississippi und ließen dort Tom Sawyer und Huck Finn in unseren Phantasien wieder lebendig werden. Das geling hier mühelos - Mark Twain hat alles bestens beschrieben.

Hier ist der der Mississippi nicht mehr jung, sondern der Ol' Man River der Schwarzen: die Heimat eines Alligators, der tief in in der schlammigen Flut haust, mit einer goldenen Krone auf dem Kopf und mit einer Pfeife im Maul, aus der jener Rauch quillt, der sich am Abend als magischer Nebel über das Wasser legt. (HB Bildatlas Spezial S. 45)

 Die vielen B&B Unterkünfte waren uns zu teuer, und wir nahmen ein Motel.

[]

Natchez Trace Parkway

Am übernächsten Morgen setzten wir unsere Reise entlang des Natchez Trace fort.
 Der Natchez Trace, einstmals der gefährlichste Weg Nordamerikas, ist heute ein landschaftlich schöner Parkway, auf dem wir gemütlich Richtung Jackson fuhren. Die Strecke, auf der keine LKW's fahren dürfen, führt durch ein waldreiches Gebiet, das bisweilen wie eine Dschungellandschaft wirkt. Ursache ist eine efeuartige Pflanze, die einst eingeführt wurde, um die Bodenerosion zu stoppen, die aber bald 'verwilderte' und heute wie ein Mantel Bäume erwürgt und Ruinen bedeckt. Durch die Hauptstadt Jackson hindurch ging es weiter Richtung Philadelphia.

Episoden am Rande

Fasten your seat belts

Die Landstraße ging endlos gerade aus, hinterm Hügel war der nächste Hügel, endlos ging es leicht auf und ab, wir fuhren so dahin, und wurden bei jeder Abfahrt ein bischen schneller. - Plötzlich im Rückspiegel ein Polizeiauto, das uns überholte und uns rechts rauswinkte. Der freundliche Polizist erklärte, daß wir um etliche Meilen zu schnell gefahren seinen, nahm Gerhard den Paß ab und forderte uns auf, ihm zu folgen.
 So landeten wir in Carthago auf dem Center Court und Police Department. Der State-Policeofficer nahm uns mit hinein, zeigte uns eine Liste, auf der horrende Preise für zu schnelles Fahren standen. Und eine andere Liste mit den Strafen für andere Verfehlungen wie z.B. Fahren ohne Sicherheitsgurt, was mit ca. 20 Dollar vergleichsweise supergünstig war.
 Nachdem er sich nochmals versicherte, das wir beide gut Englisch könnten, fragte er uns, ob es richtig wäre, daß wir ohne Sicherheitsgurt gefahren seien. Ich glaube, so schnell haben wir beide noch nie Ja gesagt. Erst dann ging er zum lokalen Policeofficer raus, erklärte ihm den Sachverhalt und ließ uns bezahlen. Er wünschte uns noch eine gute Reise und wir gingen erleichtert von dannen.

Dry Country

Am Sonntag abend in Philadelphia wollten wir noch ein Bier kaufen, aber Sorry, we don't sell alcohol on sundays. Mississippi ist ein trockener Staat erklärte uns die Verkäuferin an der Tankstelle.

[]

Über Philadelphia an die Golfküste

Nach einem Besuch in der Choctaw Reservation ging es dann auf der S15 viele Meilen durch weites, weites Land und dann über die S57 runter nach Moss Point an der Golfküste. Hier fuhren wir die Küste entlang auf der US90 weiter nach Biloxi / Gulfport, die praktische zu einer Stadt zusammengewachsen sind.
 Zum Abschluß unserer Reise durch den alten Süden tauchten wir nochmals ganz tief in die Geschichte ein und besuchten die letzte Wohnstätte von Jefferson Davis, dem Präsidenten der Südstaaten. Der weitläufige Besitz mit dem alten Landhaus Beauvoir ist heute ein Museum, aber zugleich auch Wallfahrtsort für viele Südstaatler, die in ihren Herzen wohl noch immer Konföderierte sind: CD's und Casetten, Fahnen, Schriften von J. Davis und vieles mehr über den alten Süden kann man im Museumsshop erstehen. Viele gingen hier reichbepackt wieder raus.
 An diesem Abend gingen wir nicht mehr im Hafen von Biloxi auf die schwimmenden Casinos, die zunehmend mehr werden. Auch die sehr nette, autofreie Altstadt von Biloxi haben wir nicht mehr besucht. Wir genossen lieber den Sonnenuntergang an der Golfküste, am 40 km langen, künstlich aufgeschütteten, weißen Sandstrand.
 Am nächsten Morgen machten wir dann eine Besichtigungstour zum Hafen von Biloxi, dem Haupthafen für die Krabbenfischer, und dann weiter in den Gulfporthafen, auf dem am laufenden Band Bananencontainer vom Schiff auf Trucks verladen werden.
 Wer stärker an der Krabbenfischerei interessiert ist, kann hier Shrimpstouren buchen oder auch Ausflugs- und Badefahrten zu den vorgelagerten Inseln machen. Wir begnügten uns mit einer großen Portion Shrimps und weiter gings Richtung New Orleans, zurück zur Königin des Südens.

[]

John C. Stennis Space Center

Die NASA unterhält hier an der Golfküste ein Raumfahrttestgelände. Wir werden in Bussen durch das Space Shuttle Gelände geführt und konnten anschließend im Visitor Center Erinnerungstücke an den Mondflug von Apollo IV besichtigen. Die Menschheit ist dazu geboren, zu forschen und wir Amerikaner sind dazu geboren, die Menschheit darin anzuführen, dieser große Ausspruch von G. Bush war das Leitmotiv der Ausstellung. Auf dem Gelände sind auch noch verschiedene Laboratorien von Staat und Universität, das ozeanographische Büro der Marine sowie das Mississippi Armeemunitionsdepot untergebracht. - Die Führung war ganz interessant.

[]

Mit dem Auto aufs offene Meer

Der wirklich krönenden Abschluß unserer Reise war Fahrt über auf dem Pontchartrain Causeway. Mit 24 Meilen Länge soll es die längste Brücke der Welt sein. Wenn man die Hälfte der Strecke hinter sich hat, sieht man ringsum kein Ufer mehr und wir hatten das Gefühl, auf einem breiten Highway hinaus aufs offenen Meer zu fahren.

[]

Unverhoffter Stopp: New York

Durch erhebliche Verspätung beim Abflug in New Orelans verpassten wir unseren New Yorker Anschlußflug und konnten so auf Kosten von American Airlines übernachten und am nächsten Morgen noch einen guten halben Tag in der New Yorker City verbringen. Vom World Trade Center hatten wir einen gigantischen Blick über die Stadt und den Hudson River. Wirklich ein gelungener Abschluß unserer Reise

Start  New Orleans  Ausflüge  Lafayette  Näkitosch  Mississippi  Tips & Links 
Donnerstag, 3. Februar 2000   © Gerhard Schellmann Schreiben an uns