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[ ]3 Wochen im tiefen Süden[ ]
Lafayette & Cajun Country


Das ländliche Cajun Country mit dem Zentrum Lafayette hat sich bis heute noch viel von seinem eigenständigen Charakter bewahrt. In seinen Bewohnern, in der Sprache und mit einer sehr eigenständigen Musikrichtung. Neben New Orleans dürfte es einer der letzten Flecken der USA sein, der seine regionalen Besonderheiten gegen den Einfluß des amerikanischen Mainstreams behaupten konnte. Zumindestens bis heute.

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Cajun Country - Land und Leute

Die Region

In einem Satz gesagt: Flach und naß, ländlich dominiert. Die I10 auf Stelzen durchs Atchafalaya Basin [150x100] jpg 4KB
- Von der Mündung des Mississippi bis nach Texas zieht sich ein ca. 50 Kilometer breiter Streifen von Marschland und Sümpfen. Oft unbewohnt und wild.
- Das zweite Gebiet zwischen New Orleans und Lafayette beherbergt das Atchafalaya Bassin, ein riesiger Süßwassersumpf mit den großen Bayous Teche und Lafourche.
- Von Mamou bis in den Westen erstreckt sich die Prärie, dominiert von Reisfarmen, Sojabohnen und Viehzucht.

Die Bevölkerung

Neben zwei Indianerstämmen leben hier im wesentlichen 2 Bevölkerungsgruppen, die sich in Tradition, sozialer Stellung und Musik sehr unterscheiden.

Cajun

Cajun ist der Oberbegriff für die weiße, (zumindest ehemals) französischsprechende Bevölkerungsgruppe in den Sumpf und Marschlandgebieten in Südwest-Louisiana, die auch hauptsächlich von dem Touristen- und Musik-Boom profitiert. Die Flagge von Akadia (skb) Sie waren ursprünglich katholische, französische Flüchtlinge aus Nova Scotia. Sie vermischten sich mit anderen ethnischen Gruppen, insbesondere Franzosen, Spaniern und Deutschen und später auch anglo-amerikanischen Siedlern. Sie haben jedoch auch viel von der Kultur der Kreolen übernommen. Aus dieser Mischung und vor allem Assimilation (Cajuns beziehen sich in aller Regel auf ihre französische Herkunft bzw. Acadia) entstand diese Bevölkerungsgruppe, zunächst in großer Isolation von New Orleans und dem Rest der Welt. Cajun House [150x100] jpg 7KB
. Vor allem in diesem Jahrhundert jedoch waren sie durch Ölboom in den 30er Jahren, Straßenbau Anfang der 70er Jahren, und gesetzlichen Druck mehr oder weniger einem starken Amerikanisierungsdruck ausgesetzt. Heute ist es eher wieder in, Cajun zu sein. Inwieweit dabei die regionalen Besonderheiten erhalten bleiben können, ist noch nicht klar. Und vor allem auch zwischen Traditionalisten und Modernisierern (z.B. in der Musik) sehr umstritten.

Creole

Die Flagge der Creolen (skb) Mit Creolen sind hier die französisch sprechenden Schwarzen aus Südwest Louisiana gemeint. Oft auch in Unterscheidung von den - weißen - Cajuns. Sie sehen ihre Wurzeln in Afrika, Europa und den frankophonen Inseln in der Karibik. Nicht gemeint ist die städtische, aristokratische Schicht von Mulatten aus den Citys (New Orleans), sondern die eher ländliche, kleinstädtische schwarze Bevölkerung, die in der Prärie von Südwest-Louisiana konzentriert ist. Hier ist auch die Heimat des Zydeco zu finden.

Black & White

Unter dieser Überschrift schreibt Jonathan Fischer in Down in Louisiana u.a.:
"Solange der Dollar rollt, ist man gerne Hinterwäldler und Exot. Wer sich allerdings von den Werbetafeln allzusehr blenden läßt, bemerkt vielleicht nicht, daß in aller Regel nur weiße Menschen darauf zu sehen sind. Und das, obwohl in den Städten bis zur Hälfte der Bevölkerung schwarz ist. Das selbe Bild präsentiert sich in jedem Cajun Restaurant: Cajuns, Anglos, Touristen, aber niemand mit krausem Haar.
. Umgekehrt die Zydeco-Dancehalls: Ob Männer und Frauen in Cowboystiefeln oder Kids in Turnschuhen, die Menge kennt kaum weiße Gesichter. Halt! Natürlich gibt es auch den obligatorischen Tisch mit weißen Besuchern. Rasch sind sie als College-Freaks aus New Orleans, Musiker von der Ostküste oder Fans aus Europa geoutet. Warum aber zum Teufel tanzen keine Cajun-Jugendlichen in den Zydeco-Dancehalls? Und warum zieht es kaum schwarze Gäste zum Krabbenessen ins Cajun Restaurant?
. Gerade die Vermischung von Blues und Country, Cajun French und Creole French, karibischer und französischer Küche in Südlouisiana ist eigentlich geeignet, einem das Herz für fromme Wünsche zu öffnen. Einer davon ist die Vorstellung, Hautfarben hätten im Süden des Südens ihre Bedeutung verloren. Eingenebelt vom feuchtheißen Klima und verbrüdert durch einen ähnlichen Lebensstil würden schwarz und weiß hier miteinander Gumbo kochen. Fast ist es wahr. Der Trugschluß liegt im Miteinander. Denn je länger man sich in den Sümpfen und Prärien Südlouisianas aufhält, um so mehr schrumpft diese Vorstellung zu einem Nebeneinander.
. Man sei sich nicht feind, aber man ´respektiere die Heimatzone des jeweils anderen´ erklärt mir eine Bedienung im Cajun Restaurant." © J.Fischer in Down in Louisiana, Seite 153 ff.

Und Franz Dobler meint:
"Obwohl sich Schwarze und Weiße dort auf dem Land vergleichsweise gut in Ruhe lassen, gehen sie sich doch aus dem Weg. Erst in der Generation der 20-40jährigen Kulturinteressierten scheint ein bißchen Vermischung stattzufinden, vor allem im Musikbereich. Aber auch dort einseitig: Der weiße Musik- und Tanzfreund kommt zum Zydeco. Bei keiner einzigen weißen, also Cajun-Tanzparty, habe ich jemals einen Schwarzen gesehen."" © F.Dobler in Down in Louisiana, Seite 146.

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Lafayette - Herz von Cajun Country

Lafayette ist die größte Stadt im Zentrum des Cajun-Landes, die gut für mehrere Tage als Ausgangsbasis dienen könnte, um etwas von Cajun Cooking und Music mitzubekommen.
VermillionVille ist ein Cajun-Freilichtmuseum/Museumsdorf mit etlichen wiederaufgebauten Häusern, altem Handwerk etc. - ganz nett.
Diesmal nicht besichtigt haben wir das Acadian Village ( Bilder *****), Louisianas einzigem authentischen(?) Cajun Museum .

St. Martinville - Breaux Bridge

Von Houma kommend sind wir nachmittags die IS 90 nach New Iberia den Bayou Lafourche hoch über St. Martinville, der Heimat von Evangeline nach Breaux Bridge, der Welthauptstadt der Krebse, um dort im Mulate´s gut essen zu gehen.

Every Islands - Jungle Gardens und Tabasco

Nicht vermutet hatte ich bis damals, daß der Tabasco von McIlhenny im Süden der USA produziert wird. Mitten in den Sümpfen ist ein Salzstock, auf dem die Fabrik liegt. Im Visitor Center gibt es einen kleinen Film über die Produktion von Tabasco und natürlich ein Country Store, wo es alles mögliche mit dem Tabasco Logo zu kaufen gibt. Auf seiner Tanzseite kann man Two-Step etc. lernen oder via RA eine Zydeco Band hören.
Pflanzen im Jungle Garden [100x150] jpg 7KB [] . Der Jungle Garden ist ein Drive-Thru-Park, ganz hübsch, mit vielen Azaleen, Kamelien, Iris, und tropischen Pflanzen (Bambus ... etc.) und einem Vogelrefugium (Bird City), in dem Tausende von Weißen Reihern (Silberreiher) zu Hause sind. Aber ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen, durch einen Park via Einbahnstraße zu fahren und dann an ein paar Stellen anhalten zu dürfen. Aber immerhin haben wir dort unseren ersten Alligator träge im Wasser liegen sehen.
. Gegessen und getanzt haben wird dann abends in Randol´s Restaurant and Cajun Dance Hall.

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Atchafalya Basin

[] Atchafalaya 1 [289x170] jpg 15KB [] Atchafalaya 2 [290x170] jpg 11KB [] Eine Bootsfahrt durchs Atchafalaya Basin ist mit einer Swamptour überhaupt nicht zu vergleichen. Stromleitung durchs Basin [111x240] jpg 8KB Eine riesige überflutete Fläche mit vielen Inseln, Wäldern mit spanisch Moos, abgestorbenen Bäume, Sümpfen, Buchten, Bayous (oftmals von Wasserhyazinthen überwuchert), alten Hausbooten, Alligatoren, Reihern, Enten ... und den verrosteten Überresten von Erdölförderung
. Wir fuhren früh am Morgen nach Henderson - sonnig, aber ganz ordentlich frisch. Mit Angelle´s sind wir mit wenigen Personen - ein paar französische Touristen waren dabei, also gab es die Erläuterungen in Amerikanisch und "Französisch" - vom Whiskey River Landing aus rausgefahren. Ca. 1 ¾ Stunden waren wir draußen bei herrlichem klaren und kalten Wetter. Ein Super Erlebnis.
. Mittags haben wir dann CajunCountry verlassen und sind über die Landstraße nach Alexandria und weiter Richtung Natchitoches.

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Unser Fazit

Wir würden gleich ein paar Tage in Lafayette Station machen, von Houma aus nach Lafayette fahren und von hier aus die ganzen Aktivitäten unternehmen. Und uns vorher informieren, wer wo am Abend / Wochenende Musik macht in der näheren und weiteren Umgebung. Vgl. Sie dazu auch die Tips-Seite.

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Samstag, 15. April 2000   © Gerhard Schellmann Schreiben an uns