- Auch wir blieben für 3 Tage in San Francisco und zwar ohne Auto.
Dieses holten wir uns downtown bei Dollar ab. San Francisco laesst sich
prima zu Fuss und mit dem örtlichen ÖPNV erkunden. Das Muni-Ticket
kostet 10 $ für 3 Tage. Wir sind erst mit der Linie 5 ab Civic Center
bis zum Alamo Square (Foto-Pause) gefahren, dann weiter zum Golden Gate
Park und dann mit der 28 zur Golden Gate Bridge.
In Francisco war es
dann auch das allererte Mal, dass uns ein Restaurant den Tip gleich mit
auf die Rechnung setzte! Eine Unverschämtheit und Bevormundung, wie ich
sagen muss. Aber ich denke, das liegt an den vielen, auch deutschen
Touris, die angesichts des hohen Dollar Kurses am falschen Ende sparen.
Wir waren über diese Behandlung auf jeden Fall ziemlich verblüfft, zumal
uns dieses im Osten der USA noch nie passiert ist. Wir sagten dem
Kellner also dass das Trinkgeld OK wäre (es waren genau 15%) und dachten
nicht daran, die Summe nach oben, gerade aufzurunden. Pech für ihn.
- Bei der Autovermietung Dollar, downtown ist Vorsicht in Sachen
Versicherungen anzuraten. Das Mädel dort versuchte uns regelrecht Angst
zu machen und uns zu einer überflüssigen Zusatz-Haftpflichtversicherung
zu überreden. Das ganze Prozedere dauerte bestimmt eine halbe Stunde und
bin mir sicher, dass Leute, die das erste Mal dort einen Wagen mieten
und sich nicht vorher die Vertragsunterlagen zu Hause genau durchgelesen
haben, stark verunsichert werden. Also, wenn man von Deutschland aus ein
Auto mietet, sind in der Regel sämtliche Versicherungen (Haftpflicht und
Vollkasko) mit drin. Es muss nichts extra abgeschlossen werden. Trotzdem
versuchen die Autovermieter natürlich ihre Versicherungen loszuwerden,
was ja auch legitim ist, aber die Dollar-Vermietung in San Francisco hat
versucht, uns schlicht weg anzulügen, was ich nicht verzeihen kann.
- Wir sind noch kurz hoch zum Muir-Woods NP und haben uns dort gleich
den National Park Pass für 50 Dollar besorgt. Das klingt erst mal viel
Geld, aber wenn man, so wie wir so gut wie alle NP dort ansehen wollte,
hat man das Geld wirklich schnell wieder raus. Wenn man den Eintritt
einzeln berappen will, kommt man schnell auf 120 bis 150 Dollar!
- Wir waren im Oktober an der Westküste und haben uns natürlich
ebenfalls den Yosemite NP angesehen. Das Wetter war schön und nach
einigem Suchen (die Straßen im Park sind etwas chaotisch angelegt)haben
wir dann auch einen Wanderweg gefunden, dem wir einige Stunden folgten.
Leider mussten wir feststellen, dass sämtliche Wasserfälle auf ein
Minimum geschrumpft waren. Und der Mirror Lake war völlig ausgetrocknet!
Später haben wir dann erfahren, dass das normal ist. Wer wegen der
Wasserfälle und Seen den Park besucht, sollte dieses vor Juni tun, denn
danach trocknet er so nach und nach aus.
- Im Zion Park hat sich etwas geändert! Dort gibt es jetzt einen
Shuttle Dienst ab Visitor Center. Man kann mit dem eigenen Auto also
nicht mehr in den Park rein fahren.-Es sei denn, man ist Gast in der
Zion Lodge und kann dies beweisen. Dann kann man bis zu deren Parkplatz
mit dem Wagen rein. Aber der Shuttle Dienst funktioniert wirklich
ausgezeichnet. Er fährt jeden Aussichtspunkt an und man kann ein- und
aussteigen, wie man will. Außerdem machen die Busfahrer auf die
Freeklimber an den riesigen Felsen oder die giftigen Pflanzen, die zur
Zeit blühen aufmerksam.
Überhaupt machte der Zion NP einen sehr gut
organisierten Eindruck auf uns. Gleich auf dem Parkplatz des Visitor
Centers gibt es große Schautafeln, auf denen in wenigen Worten erklärt
wird, was für Wanderwege es gibt, wie lange man etwa für sie braucht und
was für eine Kondition man braucht. Man kann also den Tag optimal planen
und nutzen. Keine Selbstverständlichkeit! Bei Interesse, ich habe den
Shuttle Plan noch und auch das Info über die Wanderwege. Ich muss es nur
Einscannen.
- Wir haben uns auch noch den Arches NP angesehen. Auch dort kann man
zu diversen Brücken und Bögen hinwandern. Viel Spass macht es auch in
den Indianer Behausungen des Mesa NP herum zu klettern. Leider hat der
Park durch das Feuer letztes Jahr ziemlich gelitten. Ein weiterer
Höhepunkt unserer Reise und etwas für Eisenbahnfreunde ist die
Durango-Silverton Railroad. Per Dampfross geht es von Durango Co, in die
alte, fast ausgestorbene Silberbergstadt Silverton auf 4000(!)m Höhe.
Vor allem im Oktober sollte man sich warm anziehen. Es ist verdammt kalt
dort oben!
- Ein Höhepunkt war auch für uns das Monument Valley. Diese
Steinblöcke, die auf einmal aus dem Nichts am Horizont auftauchen sind
wirklich fantastisch. Wir fuhren mit dem Mietwagen die Schotterpiste und
bedauerten diejenigen, die sich für eine Jeeptour entschieden hatten.
Die Leute sitzen hinten, auf der offenen Ladefläche und mussten den
Staub und Sand schlucken, den die anderen Autos hinterließen. Diese
Piste war wirklich das Letzte. Eine Tortour für den Wagen und laut
Mietvertrag garantiert illegal. Egal, die Landschaft ist einmal und
wirlich so schön, wie auf allen Fotos der Reiseprospekte!
- Auch am Grand Canyon gibt es einen Shuttle Dienst, der umsonst ist.
Da uns der Bright Angel Trail zu anstrengend und zu lang war, sind wir
am South Rim bis "The Abyss" zu Fuss gelaufen und dann von "Pima Point"
bis "Hermits Rest". Ein schöner Marsch auf einem Trampelpfad, direkt an
der Kante entlang, aber mit wunderschönen Ausblicken. Zurück dann mit
dem Bus.
- Wenn man schon in Flagstaff ist, kann man sich auch noch den "Sunset
Crater Volcano" ansehen. Ein 800 Jahre alter Vulkan, dessen getrocknete
Lava noch immer das Land bedeckt. Manche Hügel sind noch immer
pechschwarz, nur ab und zu findet frisches grün seinen Weg ans Licht.
- Wer einen Staudamm besichtigen will, sollte den Glen-Damm wählen. Er
ist mindestens genauso beeindruckend wie der Hoover-Dam, nur billiger
und nicht annähernd so überlaufen.
- Las Vegas! Kitschig? Verrückt? Dekadent? Ich finde, wenn man schon
mal dort ist, ein MUSS! Diese Stadt muss man einfach gesehen haben. Sie
ist einfach einmalig. Man kann es nicht in Worte fassen. Diese
Verschwendung, dieses Lichtermeer, dieser Prunk, dieses Rattern der
Automaten, die einfach überall sind. Sogar im Abflugterminal im
Flughafen.
Besonders gefallen haben mir die Wasserspiele nach
klassischer Musik vor dem Bellagio Hotel. Und der Canale Grande im Hotel
Venetian. Wenn dieser penetrante Chlorgeruch nicht wäre, könnte man sich
tatsächlich in Venedig wähnen. Vor allem die indirekte Beleuchtung der
Decke war wirklich raffiniert gemacht. Einmal den Strip bei Nacht runter
gehen und die Stadt auf sich wirken lassen. Man muss gar nicht unbedingt
spielen, ich war trotzdem beeindruckt und habe mich immer wieder
verwundert umgesehen. Wir waren zwei Nächte dort und das reicht auch,
dann geht einem diese Verschwendung an Resoursen doch ziemlich auf die
Nerven und gerade als Deutscher denkt man wahrscheinlich zu kritisch
darüber. Zeit nach Hause zu fliegen.
- Bezüglich Hotels bevorzugen wir die Kette "Sleep Inn" mit ihrem
Ablegern "Quality Inn". Auch diese sehen überall gleich aus und sind
wirklich nicht teuer. In Flagstaff, nahe des Grand Canyon bezahlten wir
z. B. nur 35 Dollar! Außerdem ist immer ein Mini-Frühstück mit drin.
Genug, um den ersten Hunger zu stillen und man spart die Zeit und das
Geld für den Frühstückladen.
- Bezüglich Dinner kann ich die Kette "Outback" unbedingt empfehlen.
Die Steaks dort sind das Beste, das ich je gegessen habe und ich habe
mir schon für den nächsten Urlaub (in Neuengland) sämtliche Orte, wo es
dieses Restaurant gibt, im Internet raus gesucht.
Das ist ganz schön lang geworden, aber die USA faszinieren mich halt.
Eine Homepage habe ich leider noch nicht. Vielleicht kannst Du ja das
Eine oder andere in Deinem Bericht einarbeiten. Wenn nicht, macht es
auch nichts.
Bis dann, Andrea Bröker
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