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[]3 Wochen auf Hawaii[]
Hawai Big-Island


Auf Big Island geht es dann gleich mit einem Mietwagen los zum Kilauea, dem derzeit aktiven Vulkan Hawaiis.

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Wir wohnen für zwei Tage im traditionsreichen Vulcano-House.Sehr schön, nettes, ein bißchen altmodisches Ambiente, direkt im Vulcano-Park gelegen. Das Wetter ist nicht so toll hier, ziemlich bewölkt. Wir fahren zunächst mal einen Teil des 'Drive In' Volcanos ab und landen dann auf der Chain of craters road, einer Straße, die früher einmal bis Hilo durchgefahren werden konnte und an der sich die Vulkankrater wie Perlen an einer Kette aufreihen. Ein etwa 20km langes Stück am Meer wird aktuell von Lava überflutet. Der Weg durch die erkaltete Lava ist beeindruckend. Wir sehen hier zum ersten Mal die unterschiedlichen Arten von Lava und können schon recht schnell AA-Lava und Pohoi-Lava auseinanderhalten. AA-Lava ist bröckelig und spitzig und der Name kommt angeblich von den Tönen, die die Hawaiianer ausstießen, wenn sie über diese Felder laufen mußten. Pohoi-Lava dagegen ist dickflüssig, cremig und bildet glatte Oberflächen.

Um halb sechs befinden wir uns in der Richtung, wo die Lava zur Zeit ins Meer fließt. Schon lange ist es aus mit dem Autofahren. Wir parken das Auto und gehen über die schwarze, unebene Oberfläche innerhalb der markierten Stellen in Richtung Rauchwolke. Dann kommt eine Schranke, geöffnet zwar aber viel weiter reicht die Traute der meisten Lavabesucher inklusive uns dann doch nicht. Es wird jetzt rasch dunkel. Da, im Berg sind drei rote Punkte im hellen Grau, daß wir alle als aktuellen Lavafluß ausgemacht haben. Einige Tage später sehen wir dann vom Hubschrauber aus, daß das Einblicke in den Lavafluß sind, der unter der letzten schwarzen Decke vom Krater zum Meer rinnt. Mehr als die drei Punkte sind aber nicht auszumachen. Aber als wir dann gehen wollen, ist am Meer, wo vorher nur weißer Dampf zu sehen war plötzlich roter Feuerschein zu sehen. Dann eine Eruption. Klasse. Jetzt können wir wirklich gehen.

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Donnerstag, 25.09.97
Wandern über den Vulkan

Heute sind wir in aller Frühe aufgestanden (wie immer), sind aber mal früher fertig und mit Broten, Bomschen von der Maid und Wasser raus aus dem Hotel, rechts auf einen Pfad durch tropischen Regenwald hinunter zum Krater. Viele schöne Blumen, Pflanzen, die bei uns im Wohnzimmer ziemlich mickrig aussehen, dann eßbare Beeren und es geht immer weiter runter zum Krater. Zwischendurch wechselt die Vegetation und es wird weniger üppig, dann noch etwas karger und schließlich stehen wir vor dem Lavafeld. Hier frühstücken wir und nehmen dann den Trail über den erkalteten Krater. Markiert ist dieser Weg durch aufgehäufte Steine, die manchmal gar nicht so leicht zu entdecken sind.

[Kilauea Krater - Devestation Trial 4KB/20 KB] Obwohl wir sehr früh losgegangen sind, brennt die Sonne auf dem Lavafeld unbarmherzig. Kein Baum, kein Schatten, nur Sonne und Lava. Die ist allerdings mal glatt, mal krümelig, in großen Platten oder wie eingetrockneter Pudding. Immer wieder sind jedoch kleine Farne und Büsche mit roten Beeren in der schwarzen Wüste. Weiter und weiter. Um zehn Uhr haben wir dann den Krater überquert und sind an einen Aussichtspunkt, der vom Crater-Rim-Course erreicht werden kann. Hier treffen wir auch wieder Leute. Bei unserer Kraterüberquerung waren wir für über zwei Stunden völlig allein... Vom Aussichtspunkt aus wieder rein in die Lava, denn erstens wollen wir wieder zurück, aber zweitens nicht auf demselben Weg. Rein geht es wieder in die sengende Sonne und den von mir manchmal doch sehr mißtrauisch beäugten Untergrund. Wir sind jetzt auf dem Byron-Trail und kommen rasch an die Kratergrenze. Steil und kurvenreich ist unser Anstieg, immer am Kraterrand entlang.

Oben entscheiden wir uns dann gegen eine weitere Kraterüberquerung, da unser Wasser dafür nicht ausreichen würde und wir auch langsam genug von schwarzer, schwarzbrauner, schwarzgrauer Oberfläche haben. Der letzte Teil unseres Weges ist aber leider ziemlich enttäuschend. Nach einem kurzen Stück durch Waldgebiet landen wir auf einer ehemaligen, dann teilweise Lava-überfluteten, asphaltierten Straße. Auch hier nur durch unsere Kappen vor der prallen Sonne geschützt. Na ja.

Im Hotel angelangt, werde ich dann nörgelig: Von wegen Hawaii und schwimmen und überhaupt. Also fahren wir aus unserer bergigen Region nach Süden zu einem schwarzen Strand in der Nähe (auf Big Island ist das dann doch ca. eine Stunde). Meine wohl überzogenen romantischen Vorstellungen werden gnadenlos "zur Minna gemacht". Viele, viele Japaner und dann scheinen da auch noch Wasserschildkröten zu brüten, also wirklich! Wir haben plötzlich beide nicht mehr die richtige Lust ins Wasser zu gehen und entscheiden uns spontan wieder rauf auf den Berg zu fahren.

Im Bereich des Vulkans, doch außerhalb des eintrittspflichtigen Parks, liegt ein Bereich, wo Lava schon früher mal geflossen ist und gerade diesen Fleck ausgespart hat. Hier wachsen viele urhawaiianische Bäume und es sollen auch noch urhawaiianische Vögel dort nisten. Zur Flora von Hawaii kann man ansonsten sagen, daß viel von dem was wir hier sehen erst in den letzten 100 Jahren auf Hawaii eingeführt worden ist. Wir laufen also rund und beobachten huhnartige Vögel (reizend) und lesen später nach, daß diese Viecher ursprünglich aus der Himalaja-Gegend stammen. Wir sehen aber auch riesige Bäume und viele verschiedenartige Blüten und sind nach unserem Strandausflug wieder versöhnt mit der Welt.

Abends haben wir uns dann zum candle-light dinner angemeldet und müssen beide grinsen als wir so zur dunklen Scheibe gesetzt werden, als würde im Blickfeld weiter vorne noch die Suppe brodeln. Ich esse meinen ersten Fisch und Jürgen hat ein offensichtlich deliziöses Steak - satt und zufrieden fallen wir ins Bett.

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Freitag, 26.09.97
Ab nach Hilo und über die Saddle-Road

Heute hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es windet und gießt aus Eimern. Also nutzt Jürgen die Chance und quäkt: 'Noch eine halbe Stunde' dreht sich um und schläft weiter. Klasse, ich bin schon geduscht. Keine Minute länger als 30 hat er gekriegt. Wir werden also auschecken, dann noch ins Jaggar-Museum gehen und dann ins hoffentlich bessere Wetter fahren. Es gibt hier übrigens noch etwas, was mir aufgefallen ist. Da ist dieses wunderbare Schild 'PED XING' bei dem man sich immer nach China versetzt fühlt. Ausgeschrieben heißt das "Pedestrians crossing". Schon toll diese Sprache, oder?

Im Hotel in Hilo lassen sie uns schon rein, obwohl es noch so früh ist. Die Sachen weg und los. Was, es ist schon wieder 12 Uhr? Erst mal was essen, das brauchen wir jetzt. Wir gehen ins Schnellrestaurant Subway und bestellen ein Family-Menue. Wer stellt sich darunter ein Sandwich, eine Tüte Chips und eine Cola vor? Also ich nicht. Es hätte aber auch noch schlimmer kommen können. Auf den Highway 19 raus aus Hilo und zu den Akaka-Wasserfällen.

[Blüte 5KB/21 KB] Warum stand das mit den bissigen Insekten eigentlich bei einem anderen Tal? Ich muß ein Leckerbissen sein (Jürgen nicht) und hinter jedem dicken Blatt sitzen so ein oder auch zwei Moskitos mit Messerchen und Gäbelchen. Sie lecken sich die Lippen und stürzen sich dann auf mich. Meine rechte Hand schwillt nach einem Stich dick an. Egal, dieser Wasserfall liegt inmitten tropischer Gehölze und üppiger Zimmerpflanzen. Ich identifiziere Monstera und Efeutute, riesige Bambussträucher und Bananenstauden, aber auch andere "Grünteile" deren Namen ich nur einfach nicht kenne. Ich knipse wie wild die vielen Gelbgrüns und Graugrüns in den unterschiedlichen Formen und freue mich.

Auch der kleine Ort, durch den wir anschließend durchfahren, hat Charme. Dann aber: wenig Benzin im Tank. Besser wäre es ja gewesen, schon in Hilo zu tanken. Aber da war es ja noch nicht nötig! Wir fahren also weiter und weiter und nirgendwo ist eine Tankstelle. Aber schließlich hat es dann doch noch geklappt. So billig wie in Hilo ist es übrigens nirgends. Aber was solls - bei den Benzinpreisen. Weiter geht es zu einem Aussichtspunkt, aber da war es so diesig, daß sich ein Foto nicht lohnte, obwohl es trotzdem noch ganz gut aussah. Dann Richtung Waimea. Hier ändert sich die Landschaft komplett und man meint auf einer Alm zu sein. Grünes Weideland über endlose Weiten. Viele kleine Hügel, Pferde und Schafe und Kühe. Das ist auch noch Hawaii! Wir befinden uns auf einer riesigen Ranch, der größten in den USA und Waimea ist der kulturelle Mittelpunkt. Wir fahren aber jetzt nur durch und halten nicht, da wir uns entschlossen haben, über die Saddle-Road zurückzufahren. Laut Reiseführer ist das Befahren dieser Straße teilweise von den Autovermietern verboten. Wir haben aber in unseren Unterlagen gesucht und nix gefunden. So ganz joker ist es uns aber doch nicht, und weil wir nicht vom Dunkel dort überrascht werden wollen - es ist hier schnell und früh dunkel - beeilen wir uns jetzt ein bißchen.

Hinter Waimea geht das grüne Weideland rasch in braune graugrüne Steppe über. Sogar riesige Kakteen wachsen hier. Es ist eine völlig andere Landschaft, fast wie ein Spiegelbild zum vorangegangenen Grün. Dann geht es nach links ab zur Saddle-Road. Ein Autofahrer, der sich am Schild fotografieren läßt und dann abdreht. Wir fahren.

Die Saddle-Road ist ein Highway der den Sattel zwischen den beiden Bergen Big Islands Mauna Loa und Mauna Kea befährt. Schmal aber nicht zu schmal, geteert und ganz ok steigt die Straße an. Im Vergleich zur Straße nach Hana auf Maui ist dies schon eine halbe Autobahn. Jetzt sieht es teilweise aus wie im Schwarzwald. Linker Hand sieht man ganz kurze Zeit den Gipfel des Mauna Kea mit dem Observatorium aus den Wolken auftauchen. Dann verschwindet er wieder in den Wolken. Dieser Gipfel läßt sich wie so viele andere Straßen auf Big Island nur mit einem 4WD (Allradantrieb) befahren. Oben auf dem Sattel wechselt die Landschaft wieder abrupt. Wir fahren durch riesige Lavafelder. Die Art von Lava, die immer so aussieht, als hätte jemand angefangen umzugraben, halt nur in einem etwas sehr großen Maßstab. Hier werden wir auch darauf hingewiesen, daß sich rechts und links US-Army Übungsgelände befindet. Wir haben jetzt den Gipfel der Straße erreicht, fahren wieder bergab und kommen prompt wieder in tropischen Regenwald.

In Hilo haben wir dann zum ersten Mal das amerikanische Rabattmarkenspiel gespielt. Bei Taco Bells gab es bei der Bestellung eines Burrito Supremes einen weiteren umsonst dazu. Dies war ein Coupon aus unserem Avis-Heft und jetzt gucken wir ganz angestrengt, ob wir wieder einen finden.

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Samstag, 27.09.97
Fischmarkt, Baden und Heiligtümer

Den heutigen Tag haben wir auf dem Fischmarkt von Hilo begonnen. Vorher noch im Zimmer Pulverkaffe gekocht und Sandwiches geschmiert. Das Wasser ist hier witzigerweise heißer als im Vulcano-Park. Wir wollen den Norden und den Westen der Insel erkunden. Eigentlich wollte ich heute ja wieder laufen, aber der Hinweis auf schöne Stände auf unserer Route konnte mich dann doch noch überzeugen. Bei der Fahrt raus aus Hilo die Rainbow- und Pepe-Falls angesehen.

Alle zwei Meilen wird man auf einem Schild aufgefordert, eine Highway-Litter-Control zu übernehmen. Das machen dann auch Vereine und Firmen und es steht darunter. Man sieht viele freiwilligen Helfer, die die Straßenränder von Schmutz befreien.

Dann noch mal zu den Akaka-Falls, weil morgens der Wasserfall schöner im Licht liegt und dann los Richtung Norden. Kurz darauf haben den Highway 19 verlassen und sind auf einer kleinen Straße vier Meilen der Küste entlang. In Waimea machen wir kurz Rast und fahren dann bis zur Nordspitze. Es ist ganz schön dort, aber eigentlich gibt es nichts, was den Aufwand der Fahrerei dorthin lohnt. Höchstens der Aussichtspunkt kurz hinter Waimea, aber dann wäre man doch besser wieder zurück. Hinterher ist man immer klüger.

Das Land unten an der Küste ist zunächst trockene Steppe und dann folgen kilometerlang nur Lavafelder. Da, wo der Highway 270 und 19 aufeinandertreffen, ist der Beachpark unserer Wahl. Hier gibt es nämlich ruhige Wasser und Schatten (unsere Kombination). Wir picknicken und schwimmen und trocknen und lesen und schwimmen und dann sind wir beide schon wieder zu zappelig, um nur faul rumzuliegen.

Also weiter. Bei der Hotelanlage der Hotels Hilton, Hyatt und Co. sehen wir uns das künstlich angelegte Paradies in dieser trockenen Lavaöde an. Wir haben gelesen, daß hier in dieser Gegend keine weiteren Hotels mehr gebaut werden dürfen, wegen Wassermangel. Und das auf einer Insel wo es einmal am Tag immer irgendwo regnet. Trotzdem ist es faszinierend - dieser Kontrast von schwarzer Lava und giftig grünem Gras. Überall um diesen Touristenpark herum sind mit kleinen weißen Steinen Ornamente und Namen auf die Lava gelegt. Ganz witzig.

[Pu'uhonua o Honaunau 5KB/26KB] Durch die Stadt Kona fahren wir durch. Wir wollen noch ein Heiligtum der alten Hawaiianer weiter im Süden besuchen. Hierher konnten Tabubrecher fliehen. Wir durchlaufen den Parcour mit 17 Events wovon 5 ohne weiteres hätten entfallen können. Unabhängig davon hat die ganze Stätte eine wundervolle Atmosphäre von Frieden und Gelassenheit.

Auf dem Rückweg zur Hauptstraße geht es auf einem engen Sträßchen zur Painted Church. Hier wurde dummerweise ein Gottesdienst abgehalten, also können wir nicht rein. Auf einer Kaffeeplantage haben wir noch einen Kaffee getrunken und sind dann zurück Richtung Hilo. Meine Einwände, daß es in Waimea gute Köche gibt, werden einfach ignoriert. Weiter und weiter zurück. Ok, ich kann das ja schon ein bißchen verstehen. Ich wollte im Dunkeln auch nicht mehr fahren, schon gar nicht nach einem langen Tag. Aber ich habe solchen Kohldampf. Auf halber Strecke fängt es an zu regnen, mal mehr mal weniger Weltuntergang. In Hilo selbst ist total viel los. Irgend eine Musikgruppe gibt ein Open Air Konzert, und das Volk ist trotz des Wetters auf den Beinen. Wir suchen das Weite bzw. unser Hotel.

Nach dem Duschen und diversen Diskussionen über die Frage wo und was essen gehen wir doch noch aus dem Haus und fahren zu Harringtons Fischrestaurant. Leider ist es hierfür schon zu spät. Das Restaurant ist schon dunkel. Auf Empfehlung der örtlichen Polizei landen wir dann nach Linksabbiegen mit Behinderung des Gegenverkehrs in einem Lokal namens Fiasko, ganz in der Nähe. Wir essen "Catch of the day" und finden es sehr lecker, sehr amerikanisch und recht preiswert.

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Sonntag, 28.09.97
Regen auf Hawaii

Überall wo wir sind ist auch der Regen. Also ins Hotel. Vorher haben wir noch einen Hubschrauberflug über den Vulkan gebucht. Ich sage das so leicht. Es war für mich schon eine Überwindung, diese Entscheidung. Aber weil wir nicht dichter an die fließende Lava herangekommen sind, waren wir uns in den letzten Tagen darüber einig geworden. Danach waren wir noch auf der anderen Seite der Chain of Crater-Road. Hier kommt man viel dichter an den Lavafluß, als wenn wir es vom Vulcano- Parc aus versuchen. Wir sind aber dann doch nicht näher ran gegangen, weil wir erstens falsche Schuhe anhatten und dann kurz vor Einbruch der Dämmerung. Außerdem sind die Verbotsschilder dann doch nicht zu übersehen. Ich muß allerdings gestehen, daß ich mich nachmittags nicht ganz so schnell hätte vertreiben lassen.

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Montag, 29.09.97
Trails und Flug mit dem Hubschrauber

Heute morgen haben wir im Vulcano-Park noch die Trails abmarschiert, zu denen wir in den letzten Tagen nicht gekommen sind. Den Kilauea-Iki-Trail, den Devestation-Trail und auch den Weg über alte Lavafelder zu den Petroglyphen. Bei diesen letzten Trail hatten wir aber wieder das Problem von Mittagssonne und Lavaspaziergang.

Also wieder zurück nach Hilo. Für Jürgen Espresso und für mich (ich hatte solche Lust auf einen Vanille-Milch-Shake) einen leuchtend blauen Vanille-Traum. Der allerdings nach allem geschmeckt hat, nur nicht nach Vanille.

Dann aber los zum Flughafen. In den Hubschrauber passen sechs Leute. Wir sind, obwohl schon früher als vereinbart, die letzten unserer Gruppe. Die anderen sind ein älteres Ehepaar aus Kanada. (Der Mann spricht deutsch) und ein Paar aus Deutschland. Wir werden von einer Angestellten mit Schwimmwesten versehen und dann darüber aufgeklärt, wie wir uns bei einem Notfall zu verhalten haben. Das alles passiert in rasend schnellem Amerikanisch. Wichtig ist vor allem, daß wir uns nur von vorne dem Hubschrauber nähern und im Falle eines Falles erst dann aussteigen wenn die Rotorblätter sich nicht mehr drehen. In festgelegter Reihenfolge gehen wir dann an den Hubschrauber. Jürgen sitzt, Foto hin, Foto her, nicht vorne und nicht am Fenster. Dafür aber sitze ich am Fenster, wo ich im stillen auf einen ruhigen Mittelplatz gehofft hatte. Im Notfall darf ich dann auch die Tür öffnen. Na Klasse.

Dann geht es los. Wie ein Aufzug, nur ein bißchen wackeliger, geht es nach oben. Jetzt liegt die rechte Seite ein bißchen tiefer, dann die linke. Es macht mir Spaß. Ich fotografiere nicht, weil ich mich im Seitenfenster spiegele. Blöd, aber ich habe weiß gemusterte Hosen an. Mit dunklen Klamotten hätte das nicht so viel ausgemacht. Aber es macht nichts. Ich sehe ausgezeichnet, besonders dann, wenn der Pilot den Vogel noch ein wenig auf die Seite legt. Wir fliegen über riesige Macademia-Nuß- Felder und sehen von oben eine Zuckerrohr-Fabrik. Dann sind wir schon über der Lava und nähern uns dem aktiven Krater.

Wir drehen Kreise über der rot brodelnden Lava. Rechts und dann wieder links, so daß alle eine Chance haben den großen Blubb zu fotografieren. Leider läuft der Pott zur Zeit nicht über, so daß wir keinen Lavafluß sehen können.

[Pu'u O'o Krater 24KB] [-] Als es dann Richtung Meer geht macht der Pilot uns immer wieder auf unter der alten Lavadecke fließendes Feuer aufmerksam. Wir sehen dann Löcher in der schwärzlichen Oberfläche, die von unten her dunkelrot leuchten. An den beiden Punkten, wo diese Lava dann ins Meer fließt brodelt es und es kommt immer wieder zu grauschwarzen Eruptionen. Wir sehen Leute, die mit 4WD's über die Lava ganz dicht an diesen Punkt herangefahren sind. Ziemlich unvernünftig, aber die haben auch nicht gesehen, wie dünn die erkaltete Lava teilweise über der flüssigen liegt. Dann drehen wir ab. Wir fliegen über Häuser die mitten in den Lavaeinschlüssen liegen. Hier wohnen auch noch Leute. Ohne Strom und ohne fließendes Wasser und immer in der Gefahr, daß die Lava ihre derzeitige Richtung verändert. Die Grundstückspreise an dieser Ecke sind auch massiv gefallen. Dann drehen wir ab. Unser Flug führt uns über die Saddle-Road und dann über ein Tal bei dem sich ein Wasserfall mit dem nächsten abwechselt. Ja und dann sind wir schon wieder in Hilo. Es war wunderschön und ich würde das sofort wieder machen.

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Dienstag, 30.09.97
Flughalle von Hilo

Wir fliegen heute nach Maui und im Flughafen habe ich meine helle Freude am Geschenkeshop. Da sieht man, daß es hier nicht nur Kitsch und Schmonz und überflüssigen, ja lästigen Kram gibt. Hier finde ich wirklich schöne Sachen und könnte tatsächlich was feines kaufen - tu es aber nicht.

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Donnerstag, 3. Februar 2000
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