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TunesienTunesien Sousse[]
Ausflug nach Kairouan

Die 4.heilige Stadt des Islam wurde von den Arabern gegründet.

Fahrt mit dem Sammeltaxi

Vom Hotel aus lassen wir uns mit dem Taxi zur Louage Station fahren. Dort haben sie geradezu auf uns gewartet. Kaum dem Taxi entstiegen werden wir sofort in den nächsten Renault verfrachtet, drei Männer springen rein und los geht die Fahrt.

Wieder kommt mir mein französisch zu gute. Während der Unterhaltung über bisherige beeindruckende Reiseerlebnisse in Tunesien mit meinem Nebenmann erfahre ich, daß das Sammeltaxi nur an bestimmten Stellen in der Stadt halten darf.

Für uns würde das bedeuten, wir müßten ganz bis an das andere Ende von Kairouan, um mit dem Taxi wieder an den Ortseingang zum Touristoffice zu gelangen, da wir ja nur hier die Sammeltickets für die Besichtigung der Moscheen kaufen können. Der Mitreisende ist jedoch so nett, mit unserem Fahrer auf arabisch zu verhandeln, daß dieser uns am Touristoffice aussteigen läßt. Erst denke ich, es ist halt so eine Macke. Als der Fahrer jedoch bis zu den am Straßenrand stehenden Polizisten fährt, um nachzufragen, ob er die Touristen, die er dabei hat, hier aussteigen lassen darf, habe ich es wirklich kapiert: Den Taxifahrern gehört die Stadt und den Louage der Überlandverkehr.

Kairouan

Wir erstehen unser Sammelticket. Unbedingt wichtig, da Sie sonst die offiziellen Sehenswürdigkeiten von Kairouan nur von außen betrachten können.

Vom Dach des Touristoffice haben wir erste Ausblicke zur Stadt und über die komplett renovierten Wasserbecken der Aghlabiden. Das frühere Trinkwasserreservoir der Stadt wird heute als Bewässerungssammelbecken für die Landwirtschaft genutzt.

Von dort aus am Hospital links vorbei und dann geradeaus kommen wir nach ca.10-15 Minuten direkt in die Medina.

TIP

Die einzelnen Moscheen sind wirklich schwer zu finden. Wer vorwiegend daran interessiert ist und sich Irrläufe ersparen möchte sollte, direkt am Touristoffice einen offiziellen Führer nehmen. Die Führer sprechen deutsch und verlangen nur 10 TND.

Alternativ können Sie die Tour nach Kairouan auch im Hotel bei Ihrem Reiseveranstalter als Bustour buchen. Das hat aber den großen Nachteil, daß für die Stadt selber keine Zeit bleibt. Denn die Busse fahren nach der ganzen Besichtigung am Vormittag gleich wieder zurück, um die Touristen wieder zum Mittagessen in den Hotels abzuliefern.

Wir sind alleine losgezogen, und haben dadurch ganz andere Dinge und Menschen getroffen, wie ursprünglich geplant.

Bir Barouta

Was macht denn das Kamel im Haus?
Der Dromedarbrunnen ist der älteste Brunnen der Stadt. Der Ziehbrunnen aus Holz befindet sich im 1. Stock eines Hauses. Ein Dromedar, das jeden Morgen die Treppen hochsteigen muß, zieht hier, reichlich mit Tüchern geschmückt und mit verbundenen Augen das Wasser aus ca. 20 m Tiefe. Was früher alltägliche Arbeit für das Tier war, wird heute nur noch für uns Touristen demonstriert. Das angebotene Brunnenwasser haben wir doch lieber nicht getrunken. Das Spektakel kann täglich zwischen 8-18 Uhr betrachtet werden.

Selbsternannte Führer

Hier erwischte uns ein junger selbsternannter Führer. Ich wollte gerade auf dem Stadtplan nachschauen, wie wir am besten zum Zaouia Sidi Abid el Gahriani kommen. Er zeigte sofort die Richtung und beschloß uns zu begleiten. Eilfertig wollte er uns in das nächste Teppichgeschäft der kleinen Gasse schleussen und uns dieses als Museum andrehen. Das Haus war innen wirklich sehr beeindruckend. Nach meinen Türkeierfahrungen lehnte ich nach kurzem Blick dankend ab.

Er gab jedoch nicht auf und zeigte uns das nächste Teppichgeschäft. Da dieses ein Schild von ONAT hatte und ich im Grunde wirklich recht neugierig bin, sind wir da hinein gegangen.

Freiwilliger Führer

Der freundliche junge Mann im Geschäft sprach sehr gut deutsch und hat erst mal unseren Führer vor die Tür gestellt.

Er zeigte uns das ganze Haus. Der prachtvolle Bau gehörte früher einem wohlhabenden Herrn. Gipsverzierungen, Stuck, Zedernholzsäulen, verschnörkelte Lampen an der hohen Decke, unwahrscheinlich kostspielig und erlesen. Dem Teppichverkäufer war schnell klar, daß wir nichts kaufen wollten. Da er uns aber wohl nett fand begleitete er uns zu dem Haus zu dem wir ursprünglich wollten.

Zaouia Sidi Abid el Gahriani

Aussenansicht

Die Grabstätte des heiligen Sidi Abid wurde komplett renoviert. Neben dem Sarkophag des Heiligen wurde uns auch die noch heute bestehende Koranschule samt einem Schüler vorgestellt.

Der junge Mann hatte deutsch studiert und erzählte uns alles Wissenswerte über das Haus. Er hatte einfach Spaß daran und wollte sich seine Deutschkenntnisse erhalten. Nach dem sehr interessanten Gespräch war es ihm ein wichtiges Anliegen, uns vor den "anderen " Menschen, die es hier wie halt überall anderswo ebenfalls gibt zu warnen. "Sie wissen sicher, wir Tunesier stehlen nicht. Wir nehmen nur manchmal etwas weg, von dem wir meinen, der andere benötigt es nicht so dringend wie wir."

Damit verabschiedete er sich, er müsse ja wieder zurück in sein Geschäft. Obwohl er Spaß gehabt hätte, sein historisches Wissen und seine Sprachkenntnisse anzubringen, sei er doch nur ein Teppichhändler, der jetzt zu seiner ursprünglichen Arbeit zurück müßte. Wir bedankten uns und waren beeindruckt. Wo in Deutschland wäre so etwas überhaupt möglich, wenn dort ein Tourist sich umschaut...

Das sind die Begegnungen, die so eindrücklich sind, daß ich mir dies in meinen Alltag mitnehmen und weitertragen möchte. Die Souvenirs der ideellen Art.

Selbsternanter Führer - Fortsetzung

Unterwegs zur nächsten Sehenswürdigkeit klebt plötzlich wieder der freiwillige Mitläufer an uns. Wir versuchen ihm erneut klar zu machen, daß wir seine Dienste nicht benötigen.

Dafür will er natürlich unmißverständlich Geld haben. Heidi will sich gegen meinen Willen erbarmen und gibt ihm ein Geldstück aus der Hosentasche. Er beklagt sich sofort, daß dies ungenügend sei und wir sollten doch in unseren Geldbeuteln nachschauen, ob wir nicht etwas mehr hätte. Leicht entsetzt muß er feststellen, daß ich das Geldstück schnell aus seiner offenen Hand zurücknehme, wenn es ihm doch nicht reicht und er nur lamentiert. Er will es nun doch und verschwindet damit.

Aber gefehlt... nicht für immer. An der nächsten Ecke taucht er wieder auf um sich bitter zu beklagen, ich hätte ihm ein falsches Geldstück untergeschoben. Er zeigt mir ein silbernes Blechstück. Ich sollte doch in meinem Rucksack nachschauen... Weiter kommt er nicht, denn jetzt muß ich schallend lachen und ihm bestätigen, daß der Trick zwar gut, aber allzu leicht durchschaubar ist und deswegen mit Sicherheit nicht zieht. Er grinst, "man kann es ja mal probieren, viele fallen darauf rein."

Er zieht mit seinem Freund davon. Ein paar Mal kreuzt er noch unseren Weg, jedesmal freundlich erkennend.

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