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TunesienTunesien Bustour[]
Douz - Tor zur Sahara

Karge Landschaft, Steinwüste, Macchia. Durch die weite Ebene führt eine einfache Straße immer geradeaus. Mal eine Palme, mal ein Olivenbaum und dann wieder nichts. Mal ein Nomadenzelt in der Ferne, Ziegen, Schafe, mal ein Steinhaus im Niemandsland. 200 km fahren wir durch das Land. In der Ferne Bergketten, die sich am Rande der weiten Ebene hinziehen. Manchmal eine Kurve, bevor es wieder lange geradeaus geht. Leise klingen arabische Melodien aus dem Lautsprecher. Die Passagiere schlafen oder wachen so tranig vor sich hin. Sogar der sonst recht gesprächige Reiseleiter ist verstummt. Wer zu lange aus dem Fenster schaut wird von der kargen Leere in den Schlaf gelullt.

Kebili

Ab Kebili, der Hauptstadt der Sahara werden grüne Gürtel angelegt, um der hier drohenden Versandung entgegenzuwirken. Ein FAO - Projekt ist hier zuständig für die Anpflanzung von Eukalyptusbäumen. Sie sind die einzigsten Bäume, die hoch genug werden, um die Sanddünen aufhalten zu können. Sie verlieren nie ihre Blätter und müssen nicht bewässert werden.

Auch hier war früher ein großer Sklavenmarkt. Daher leben noch heute sehr viele Schwarze in der Stadt.

Wasser ist in der Wüste bis zu 3000m tief. Aufgrund der immensen Kosten für eine entsprechende Bohranlage kann das begehrte Naß erst mal nicht gefördert werden. Immer wieder gibt es Projektplanungen, die davon träumen, die Wüste zu bewässern und somit fruchtbar werden zu lassen. Israel hat da ja bereits mit Meerwasserentsalzungsanlagen weitgreifende Grundlagen geschaffen.

Douz

Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich Douz.

Von Douz selber haben wir bis auf die kleine Stadtrundfahrt leider nichts gesehen. Die Kleinstadt hat den Beinamen Tor zur Sahara. Von hier aus starten die Wüstenabenteurer. Donnerstags ist Vieh - und Kamelmarkt, gleichzeitig mit dem Wochenmarkt. Anis meint es sei sehr interessant und sehenswert.

Wir werden im Hotel Sahara de Douz untergebracht. Es liegt wie all die anderen großen Hotelanlagen in der Zone Touristique am Rande der Oase. Das Hotel besitzt ein eigenes Thermalbad. Jeder Reiseveranstalter hat ein bestimmtes Hotel, in das er seine Gäste fährt. Ebenso ist es mit den Dromedaren.

Erst jetzt wurde den Einzelreisenden mitgeteilt, daß sie für einen Einzelzimmeraufschlag von ca. 30 DM bezahlen müssen. Glücklicherweise erschien dies der vor mir sitzenden Frau ebenfalls zuviel des Guten und wir entschlossen uns spontan zu einem gemeinsamen Doppelzimmer.

Dromedarritt in die Wüste

Von Anis gut instruiert, wie wir uns bei Start und Landung des Wüstenschiffes zu verhalten haben, war unser erster Treffpunkt vor dem Ausritt das Hotelfoyer. Hier konnte wer wollte sich in einen Araber verwandeln lassen. Mit Kaftan und Kopftuch verkleidet zog die Gruppe los. Ich habe drauf verzichtet, da es mir irgendwie lächerlich vorkam, aber die anderen hatten ihren Spaß dabei. So lange das jeder machen kann wie er möchte ist das ok.

Wir wurden zu unserer Dromedarherde geführt. Unter großem Gejuchze, jedesmal dann, wenn ein nächstes Dromedar sich erhob wurden wir nacheinander mit Reittieren versorgt. Wem das zu anstrengend war, konnte mit der Pferdekutsche fahren.

Wir zogen los. Ich konnte mich gleich gut an den seltsamen Wiegegang gewöhnen. Mein Führer war ganz begeistert, sich mit mir auf französich unterhalten zu können. Er übersetzte mir zunehmend mehr, was die anderen Führer so miteinander verhandelten. So manches Gespött über allzu krampfhaft sich festhaltende Reiter machte die Runde. Ich denke an ihrer Stelle hätte mich ebenfalls einiges zum Lachen und Witzeln gebracht.

An einer Filmkulisse vorbei ritten wir in die Wüste. Sofort fing mich eine schwer zu beschreibende Faszination ein. Ich wäre am liebsten immer weiter geritten. Der behäbige Gang meines Dromedares, der in allen Rottönen leuchtende Himmel, die untergehende Sonne, die zunehmende Stille, wohltuende weite Leere, es war einfach gigantisch.

Mir war schnell klar, allein diese Stunde hier, war die ganze Fahrt schon wert. Das möchte ich ausführlicher erleben. Von Douz aus in die Wüste, dorthin, wo die Sanddünen laut Abdallah bis zu 30 m hoch sind und dann wirklich nichts mehr ist, das muß einfach wunderbar sein.

 

Tip: Wüstentour mit eigenem Führer

Sicherheitshalber habe ich mir gleich seine Adresse aufschreiben lassen. Wenn ich wiederkomme mit Gerhard, dann möchte ich mit ihm eine mehrtägige Wüstentour machen.

Salem Abdallah Patesserie Abderehim Ben Salem 4260 Douz Tel: 471592

Mit ihm kann, wer möchte den Preis für die gewünschte Zeit vor Ort verhandeln. Er sucht das passende Dromedar und die entsprechende Begleitung aus. Ob mit oder ohne Verpflegung, Zelt oder Übernachten unterm freien Himmel, Kundenwünsche meint er würde er gerne erfüllen.

Beste Zeit für solche Unternehmungen ist der Oktober. Die Tage sind nicht mehr so heiß, die Nächte nicht zu kalt, die Sonnenuntergänge am beeindruckendsten und der Sternenhimmel ganz klar.

 

Aus Douz kommen die schnellsten Dromedare. Sie sind weiß, heißen Mehari und werden überwiegend von den Grenzsoldaten geritten. Für sie ist ein Denkmal in der Stadt errichtet worden.

Übrigens hat sich mit Annäherung an Algerien auch polizeiliche Präsenz, verbunden mit verstärkten Kontrollen deutlich erhöht. Sie halten jedoch nur die privaten Pkw an, um sie ausgiebig zu kontrollieren.

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