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Heute wollen wir einen Ausflug mit Internet-Bekannten machen.
Kurz vor unserem Abflug erhielten wir eine Email von der Uni Hohenheim. Martin, den Gerhard von seiner USA Linksammlung kannte, war auf der Suche nach Türkeiinfos auf unserer Kemerseite gelandet, und festgestellt, daß wir ja wohl zur gleichen Zeit wie er und seine Freundin Bea in Side sein würden. Per Email hatten wir unsere Hoteladressen ausgetauscht und vor Ort hatten wir uns dann für den Ausflug nach Selge verabredet.
"Nach Altinkaya, dem psidischen Selge nordwestlich des Körpülü Kanyon Nationalparks führt eine kurvenreiche Bergstraße. Stadtmauern, Türme, Zisternen, der Zeus-Tempel, die Agora, Stadion, Theater, Gymnaseion und eine Nekropole blieben von dieser in 950 m ü.M. gelgenen Stadt, die mit Antalya eine historisch belegte Handelsverbidnung gepflegt hat, der sie hohen Wohlstand zu verdanken hatte." So lasen wir im Führer des türkischen Tourismusministeriums. Es schien also ganz interessant zu werden. Vielleicht ein bischen schwierig zu erreichen denn geteert war nur bis Beskonak, anschliesend würden wir eine Waldstraße folgen, wie wir unseren Sideführer entnahmen.
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Automieten lokal vor Ort
Wir hatten, wie schon im Herbst, wieder einen 131 Fiat bei einem örtlichen Vermieter in der Nähe unseres Hotels angemietet. Schon etwas schlauer geworden aus der Vorjahreserfahrung mit dem fast blockierten Rückwärtsgang, wird dieser auch sofort getestet. Freude kommt auf: Er geht problemlos. Wir fahren also los um Martin und Bea abzuholen. Gerhard sitzt dank seiner Körpergröße (normale 1.84) wieder hinterm Steuer, als ob er Gokart fahren würde, das Lenkrad zwischen den Beinen und den Sitz weit nach hinten gelegt. Aber was solls, das Auto war ja auch wieder mal sozusagen günstig.
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Fahrt über BesonakDie Fahrt bis Beskonak gestaltete sich ganz angenehm, später machten wir Rast in einem Restaurant direkt am Fluß und schauten den Raftern zu, die direkt an uns vorbeifuhren. Während wir unseren Ayran tranken, hüpfte der Restaurantsbesitzer immer wieder vor zum Fluß, um die laut kreischenden Besatzungen auf das obligatorische Photo zu bannen.Über die Brücke namens "Köprülü Kanyon" ging es noch ganz angnehm weiter, bevor dann die Straße immer steiler und ruppiger sich durch Wald den Berg hinaufschlängelte.
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SelgeDer schielende Abgesandte des BürgermeistersEndlich oben angekommen, empfing uns schon der schielende Abgesandte des Bürgermeisters am Eingang zu einemOrt, der wohl Selge sein mußte. Nachdem er uns 25.000 TL für einen Passasieschein abgeknöpft hatte, sprang er hinten auf das Auto auf, weil wir das Auto nicht auf dem "Parkplatz" abstellen wollten, wo er uns sicher nochmals Geld fürs Parken abgeknöpft hätte, sondern weiter in den Ort hineinfahren wollte. Nach einer Dreingabe von 2 Zigaretten ließ er uns schließlich die Hauptstraße entlang hoppeln.HandarbeitenNach etlichen hundert Metern, riesige Schlaglöcher umkurvend, endlich im Zentrum des armseligen Ortes angekommen, empfing uns eine Heerschar von aufgeregt schnatternden Mädchen. Etwas beklommen stiegen wir aus - wir waren die einzigen Touristen im Tal. Ein Hoffnungsschimmer regte sich in Form eines offenen Jeeps. Als der Fahrer jedoch zum Parken weiter vorne genötigt wurde, ein Junge hinten aufsprang und die Kinder im Jeep schrien, ergriff er mit durchdrehenden Reifen die Flucht. Und ließ uns alleine zurück. Leider haben an diesem Tag die "ich kaufe gerne ein Deckchen Frauen" (O-Ton Martin) oder andere Bustouren gefehlt und so brach über uns vier die gesamte Schar der handarbeitendenden Touristenführermädchen und Frauen herein. Wie lästige Fliegen umschwirrten Sie uns: "Wie heißt Du. Woher kommst Du. Usw. ..." Sie pflückten Oregano zeigten hierhin und dorthin und Sibylles Führerinnen fragten sie vertraulich, ob sie sich wohl die Handarbeiten anschauen würde, die sie in ihren Umhängetaschen beförderten.sibylle ließ sich also zum Anschauen der Handarbeiten überreden, während ihre LeidensgenossInnen blitschnell durch das Theater kletterten und sich damit der Verkaufstüchtigkeit unserer Führerinnen entzogen. Netterweise machten Sie dann aber wenigstens ein Phot von ihr in der Show. Selge - We did itNachdem Sibylle sich von Ihrer Führerin Ayshe per Armbändchen losgekauft hatte, ließen uns wenigstens auch deren Freundinnen in Ruhe. Aber es blieben immer noch genügend andere übrig. Wegen der absoluten Penetranz der Mädchenschar hatten wir nur noch ein Ziel - keine Besichtigung irgendwelcher Kulturgüter, sondern schnellstens zurück zum Auto. Begleitet vom Geschnatter "Gib mir Geld! Gib mir Zigaretten! Gib mir Bonbons!" im unendlich lamentierenden Tonfall erreichten wir schließlich auch wieder unseren Wagen. Kaum eingestiegen, umringten uns dann die Jungs - Sie wollten noch die Bonbons haben, die sie während unserer Abwesenheit gesichtet hatten. Es war einfach zuviel und Martin überlegte sich, ob er sich nicht ein T-Shirt bedrucken lassen sollte mit der Aufschrift: Selge - I did it or I made it, je nachdem.
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Abstecher nach AspendosZum Ausgleich fuhren wir dann mit den beiden noch nach Aspendos, sozusagen als Entschädigung für den Horrortrip nach Selge. Ab da lernten wir den Satz: hayr ben istemiourum auswendig. In Apsendos haben wir dann im Gegensatz zum Herbst den Weg direkt hinter dem Theater hoch genommen und hatten von oben einen sehr schönen Blick in das Theater hinein. |